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Die stille Tragödie
"Jemand muss die Wahrheit kennen. Diese Ungewissheit ist eine Folter. ich muss wissen, was mit ihnen geschehen ist. Jemand muss wenigstens die Leichen gesehen haben." - Nazime aus dem Kosovo vermisst ihre Eltern seit 1999.
Rund 2.000 Menschen sind im Kosovo verschwunden, 17.000 in Bosnien und Herzegowina, in Argentinien ist der Verbleib von 30.000 Menschen ungeklärt, in Sri Lanka leben etwa 18.000 Familien im Ungewissen - weltweit suchen hunderttausende Familien nach ihren Angehörigen. Kriege, politische Unruhen, aber auch Naturkatastrophen reißen Familien auseinander. Wenn der Krieg schon lange beendet ist, leiden diese Familie weiter. Im Stillen.
Für die Angehörigen der Vermissten wirkt die Ungewissheit als stumme Folter. Ein normales Leben ist für die Betroffenen fast unmöglich. Wenn die vermisste Person tot ist, ermöglicht die Aufklärung ihres Schicksals den Angehörigen abzuschliessen und zu trauern.
Manchmal kommt es aber trotz schwierigster Umstände auch nach Jahren der Trennung zu einem glücklichen Wiedersehen und die Familie kann vereint in ein neues Leben zurückkehren.
Die Menschen haben ein Recht auf Gewissheit: Das Rote Kreuz unterstützt weltweit Menschen, die den Kontakt zu ihren Nächsten verloren haben. In 186 Ländern können sich betroffene Personen an den jeweiligen Suchdienst des Roten Kreuzes wenden. Für die Suche stützt sich das Rote Kreuz auf das weltumspannende Netzwerk der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.
Der Suchdienst des Österreichischen Roten Kreuzes hat 2009 etwa 1.300 Anfragen bearbeitet. Neben aktuellen Konflikten wie zum Beispiel in Sri Lanka erfolgen nach wie vor Schicksalsklärungen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg.
