06.11.2009

Achtjähriger als Lebensretter: "Alles richtig gemacht"

Nur durch das richtige und beherzte Handeln seines achtjährigen Sohnes konnte ein 42-jähriger Außerferner, der bei Holzarbeiten schwer verletzt wurde, aus seiner Zwangslage in einem abgelegenen Tal befreit werden.

Einsatzfoto: Hubschrauberbesatzung bei der Versorgung des verletzten Ausserferners.

BACH/LECHTAL (Tiroler Außerfern). Donnerstagabend war ein Mann zusammen mit seinem Buben im Madautal mit Holzarbeiten beschäftigt. Dabei kam ein Stamm ins Rutschen und erfasste den 42- Jährigen. Er wurde unter dem Baum eingeklemmt und verlor auch das Bewusstsein. Der Rotkreuz-Bezirksrettungskommandant Philipp Kerber, selbst ein gebürtiger Lechtaler, kennt den Unfallort genau: „Das Madautal ist ein von der Umwelt völlig abgeschlossenes Seitental ohne Handyempfang oder sonstiger Kommunikationsmöglichkeit.“


Bub reagiert völlig richtig

Weil ein Notruf mit dem Handy nicht möglich war, lief der achtjährige Sohn eine Stunde lang ins Tal, um Hilfe zu holen. „Mathias hat in dieser Situation toll reagiert und das einzig richtige getan“, zollt Kerber dem Bub für seinen mutigen Einsatz Respekt. Ein Erwachsener hätte in dieser Notlage auch keine andere Wahl gehabt, als den Verletzten liegen zu lassen und den ca. sechs Kilometer langen Weg bis zu den nächstgelegenen Häusern auf sich zu nehmen.


Perfekte Rettungskette

Wirklich vorbildlich setzte Mathias dann auch noch den Notruf ab. Passanten waren auf das völlig erschöpfte Kind aufmerksam geworden und verständigten die Landesleitstelle Tirol. Punktgenau konnte der Bub den Mitarbeitern der Einsatzzentrale den Unfallort beschreiben. Von Zams aus startete der Notarzthubschrauber C-5 des ÖAMTC. Trotz der mittlerweile hereinbrechenden Dunkelheit konnten die Flugretter den Schwerverletzten rasch orten und mittels Tau bergen. Die Feuerwehr Bach richtete einen Zwischenlandeplatz ein, wo der Patient stabilisiert und anschließend in die Uni-Klinik nach Innsbruck weitergeflogen wurde.


Faktor Zeit

„Bei Notfällen ausserhalb des Ortsgebiets ist die Kommunikation mit den Einsatzkräften enorm wichtig. In jedem Falle ist es gut Engagement und Courage zu zeigen und zu helfen, wenn es notwendig ist“, sagt Philipp Kerber vom Roten Kreuz Reutte. Bei den Erste-Hilfe-Kursen des Roten Kreuzes wird auch vermehrt auf das richtige Erkennen der Notsituationen eingegangen und im Anschluss an praktischen Beispielen erarbeitet, wie man im Fall des Falles Hilfe anfordern kann.

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