14.04.2010

Abschied von den Millenniumszielen

Wien (Rotes Kreuz) - „Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Österreich verabschiedet sich vom Kampf gegen Hunger und Armut in der Welt“, so kommentiert Max Santner, Leiter der Internationalen Hilfe im Österreichischen Roten Kreuz, die heute veröffentlichte OECD Statistik. Aus dem Bericht geht hervor, dass Österreich die staatlichen Beiträge für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe im Vorjahr um 31,2 Prozent zurückgefahren hat. „In absoluten Zahlen sind das 378 Millionen Euro“, sagt Santner. „Geld, das die ärmsten Menschen der Welt bitter nötig haben.“

 

Wandte Österreich 2008 noch 0,43 Prozent des Bruttonationaleinkommens auf, waren es 2009 nur mehr 0,3 Prozent. In weite Ferne rückt damit Österreichs internationale Verpflichtung bis zum Jahr 2015 mit 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zur Erreichung der Millenniumsziele der Vereinten Nationen beizutragen.

 

Während in sieben EU-Ländern die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe gestiegen sind, sind in Österreich weitere Kürzungen zu befürchten. Erst Anfang März sind anlässlich der Budgetsanierung weitere Einschnitte in Aussicht gestellt worden „Ein Ende dieser Talfahrt ist also nicht absehbar“, zeigt sich Santner besorgt und appelliert an die Bundesregierung den Kurs zu wechseln und getätigte Zusagen auch einzuhalten: „Hier geht es um den Ruf Österreichs als verlässlicher Partner und hier geht es um das Leben der ärmsten Menschen der Welt.“

 

Rückfragehinweis:
Mag. Thomas Marecek
Österreichisches Rotes Kreuz
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Mobil: +43 664 823 48 02
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