Kleine Stiche mit großer Wirkung
Bienen, Wespen oder Hornissen sind in zweifacher Hinsicht für den Menschen gefährlich: Erstens können allergische Reaktionen nach einem Stich zum Tod führen, zweitens bedeuten Schwellungen nach einem Stich in Mund und Rachen Erstickungsgefahr.
„Die Verträglichkeit der Insektengifte ist individuell sehr verschieden“, erklärt Prim. Dr. Harald Hertz, Chefarzt des Wiener Roten Kreuz. Für die allermeisten Menschen sind Insektenstiche ungefährlich und höchstens eine schmerzhafte Angelegenheit. Wer gestochen wurde, zieht den Stachel am besten mit einer Pinzette heraus. „Drücken Sie dabei nicht auf den Giftapparat“, erläutert Hertz. Ein kalter Umschlag lindert die Schmerzen.
Menschen, die allergisch auf Insektengift sind, sollten zumindest die Notfallmedikamente ständig bei sich tragen. „Empfehlenswert ist auch eine Desensibilisierung“, meint Hertz. „Durch Blut- und Hauttests lässt sich der Grad der Allergie feststellen und entsprechend behandeln.“
Erkennbar ist eine allergische Reaktion unter anderem an großflächigen Rötungen, Schwellungen, Fieber, Erbrechen, Atemnot oder Kreislaufkollaps. Zur Schockbekämpfung muss der Patient flach mit angehobenen Beinen gelagert werden. Die Kleidung soll gelockert werden und der Patient beruhigt werden. Menschen, die wissen, dass sie allergisch reagieren haben oft eigene Medikamente mit – helfen Sie bei der Einnahme!
Stiche in Mund und Rachen bedeuten durch die starken Schwellungen Erstickungsgefahr. „Der Gestochene muss ständig Eis lutschen. Kalte Umschläge um den Hals helfen ebenfalls“, erklärt Hertz. „Die Rettung ist in diesem Fall sofort zu alarmieren.“
Viele Stiche würden sich aber auch einfach vermeiden lassen. „Ein Picknick in der Nähe eines Bienenstocks oder von Obstbäumen ist eine Einladung an die Insekten. Trinken Sie süße Getränke nur mit einem Strohhalm. Vollständige Kleidung bietet den besten Schutz gegen Insektenstiche“, meint Hertz.
Wien, 21. Juli 2011
Rückfragehinweis:
Wiener Rotes Kreuz
Andreas Zenker
Tel: 0664 244 32 42

