23.11.2011

Hilfe am anderen Ende der Welt!

Unsere Kollegin Johanna Fellhofer kehrte vor Kurzem aus Afrika zurück. Sie ist seit 5 Jahren in Brunn als Rettungssanitäterin freiwillig im Dienst und berichtet nun von ihren Eindrücken bei ihrer Volontärstätigkeiten im Karuri Health Centre:

Gleich zu Beginn möchte ich mich bei der Leitung der Bezirksstelle Brunn am Gebirge bedanken, die mich bei meiner Freiwilligenarbeit mit Sanitätsmaterialien (wie Einmalhandschuhe, ES-Kompressen, Mullbinden, Alu-Wärmedecken, Kopfverbände, einen Beatmungsbeutel, etc.) unterstützt haben.
Ich bin seit einigen Jahren Rettungssanitäterin und wollte schon immer einen Einblick in das Gesundheitssystem eines ärmeren Landes bekommen. In meinen Fall war es Kenia. Ich war 4 Wochen in Limuru, einem kleinen Dorf nördlich von Nairobi. Dort habe ich 3 Wochen in einem Health Centre und 1 Woche in einem Baby-Waisenhaus gearbeitet.
Da Kenia, wie bereits erwähnt zu den ärmeren Länder der Erde zählt, gibt es nur in den wirklichen großen Städten Krankenhäuser, die natürlich auch nur von den wohlhabenderen Menschen besucht werden können. Überall am Land bzw. in den kleineren Städten gibt es "Health Centres" oder anders bezeichnet "Kliniken".
In diesen Kliniken arbeiten hauptsächlich Krankenschwestern bzw. Krankenpfleger und sogenannte "clinic officers". Ärztinnen und Ärzte sind zu teuer und daher nur in den Krankenhäusern zu finden. Deshalb gibt es die "clinic officers", die eine 3-jährige Ausbildung absolvieren müssen. Wenn sie fertig sind mit der Ausbildung, dürfen sie Wunden nähen, einige Medikamente verschreiben und die bei uns, in Europa, übliche Krankenschwester- bzw. Krankenpflegerarbeit durchführen. Allerdings ist hinzuzufügen, dass weder die "clinic officers" noch die dort vorhandenen Krankenschwestern bzw. Krankenpflegern, etwas über chronische Erkrankungen wissen.
Des Weiteren kann man sich vorstellen, dass die hygienischen Bedingungen in den Kliniken lange nicht mit unseren europäischen zu vergleichen sind (von der Reinigung und Sterilisation der Behandlungsinstrumente bis hin zur Behandlung und dem Nähen von Wunden liegen Jahrzehnte der Entwicklung).
Zu erwähnen ist noch, dass die Patientinnen und Patienten für alle Untersuchungen, Medikamente, Labortests, etc. selber aufkommen müssen. Soetwas wie finanzielle Unterstützung durch den Staat oder Sozialversicherung gibt es in Kenia nicht, daher kommen viele Patientinnen und Patienten erst ins Krankenhaus, wenn es fast schon zu spät ist. Zum Beispiel hatte ich einen 20-jährigen Patienten zum Verbandswechsel, der im letzten Jahr durch einen Unfall eine offene Schienbeinwunde hatte. Da sich der 20-jährige die regelmäßigen Verbandswechseln nicht leisten konnte, ist seine Wunde nach mehr als 10 Monaten noch immer offen und eitrig. Vermutlich wird er seinen Bein - unter dem Knie amputiert werden, wenn er nicht zuvor an einer Sepsis stirbt.

Rückblickend kann ich sagen, dass ich diese Reise noch lange in Erinnerung behalten werde. Es war beeindruckend zu sehen, dass die Leute- obwohl sie für unsere Verhältnisse nichts besitzen- immer glücklich und fröhlich sind.

                                                                             Johanna Fellhofer

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