Steiermark: Das Leben nach der Katastrophe
Seit Samstag ist St. Lorenzen im Paltental Katastrophengebiet. Eine Schlamm-Gerölllawine ist nach schweren Regenfällen um fünf Uhr früh durch den Ort gedonnert. Die Mure hat Häuser zerstört, Straßen und Brücken weggerissen.
„Um 5 Uhr 15 ist die Rotkreuz-Hilfseinheit verständigt worden, die bereits nach den Unwettern im Juni Evakuierungen durchgeführt hat“, erzählt Christian Gebeshuber vom Roten Kreuz Liezen. „Wir haben bei Evakuierungen mitgeholfen und im Freizeitzentrum Trieben das Betreuungszentrum wieder aufgebaut.“ 140 Menschen wurden am Samstag aus St. Lorenzen evakuiert. Da sich die Lage im Ortsteil Schwarzenbach im Laufe des Tages zuspitzte, wurden auch dort 109 Personen evakuiert.
„Neben der Verpflegung mit Nahrungsmitteln war es unsere Hauptaufgabe, adäquate Quartiere finden, private Unterkünfte bei Verwandten oder Freunden zu organisieren, damit wir die Menschen nicht in Massenquartieren unterbringen müssen,“ berichtet der stellvertretende Bezirksrettungskommandant.
Stütze für die Evakuierten
Rotkreuz-Kriseninterventionsteams kümmern sich auch um die psychischen Wunden, die mit eine solche Katastrophe schlägt. Information über den Zustand der zurückgelassenen Häuser und die Situation im evakuierten Ort gehört in diesem Zusammenhang zu den wichtigsten Bedürfnissen. „Wir haben das Betreuungszentrum in Trieben als Treffpunkt und Auskunftsstelle ausgebaut, da ist immer jemand vom Roten Kreuz anzutreffen, es gibt eine Hotline für die Betroffenen, über die man sich rund um die Uhr informieren kann“, erklärt Gebeshuber.
Auch die Mithilfe bei den Aufräumarbeiten ist eine wichtige Stütze für das Gemüt. „Wir versuchen, Menschen die arbeiten, selber bei der Beseitigung der Schäden mithelfen und ihr Hab und Gut retten wollen, auch zu ihren Häusern zu lassen“, berichtet Christian Gebeshuber.
Um die Geröllmassen zu beseitigen, ist allerdings schweres Gerät wie Bagger, Kräne und LKW im Einsatz, das in dem engen Tal gefährlich ist. Damit bei den Aufräumarbeiten nicht noch etwas passiert, ist St. Lorenzen für Nicht-Einsatzkräfte gesperrt. „Der Zugang wird aber von der Polizei mit viel Fingerspitzengfühl gehandhabt. Momentan läuft die Schadensbegutachtung, wir gehen gemeinsam mit den betroffenen Familien von Haus zu Haus.“
Instabile Hänge
Aufgrund der Gefahrenlage sind auch keine freiwilligen Helfer wie zum Beispiel vom Team Österreich zugelassen, wie Christian Gebeshuber erklärt: „Auf sehr engem Einsatzraum wird mit großen Maschinen gearbeitet, die Straßen sind unterspült, da genügt schon ein Schritt daneben. Der Ort Schwarzenbach ist evakuiert weil die Hänge nach wie vor instabil und in Bewegung sind, die Bäche führen Holz mit, das man nicht herausholen kann, weil die Zufahrt nach wie vor blockiert ist.“
Neben dem Roten Kreuz, das mit 42 Mitarbeitern und 14 Fahrzeugen aus dem Bezirk Liezen im Einsatz ist, arbeiten auch Feuerwehren, Polizei, Bezirkshauptmannschaft und Pioniere des Bundesheeres auf Hochtouren.
Montag Nachmittag wurde die Evakuierung des Schwarzenbachtales aufgehoben. Damit können etwa 140 Bewohner zurückkehren.
Spendeninformation
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