06.08.2015 14:04

Rotes Kreuz NÖ betreut 850 Flüchtlinge

Auch in Rotkreuz-Bezirksstellen werden Behelfsquartiere für Asylwerber eingerichtet. Aktuell betreut das Rote Kreuz in Niederösterreich bereits 250 Flüchtlinge in der Arena Nova, in den nächsten Tagen werden an den eigenen Dienststellen rd. 300 Schlafplätze in Behelfsunterkünfte für jene Flüchtlinge zur Verfügung, die in Österreich kein Quartier mehr finden. Weitere 300 Plätze sind in Planung. „Das ist eine humanitäre Notlage, wir konnten nicht länger zusehen“, erklärt Willi Sauer, Präsident des Roten Kreuzes Niederösterreich. Dies ist ein erster Schritt.

Foto: RK NÖ / Tulln
Foto: RK NÖ / Tulln

„Aktuell leben mehr als 2.000 Menschen in Traiskirchen unter freiem Himmel, Menschen – Frauen, Männer und Kinder – schlafen auf Wiesen und der Straße, dazu gilt auch ein Aufnahmestopp für neue Asylwerber/innen. Und auch wenn diese Woche das Wetter (noch) warm ist, werden die Nächte zunehmend kühler und feuchter. Wir, als Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, können nicht länger zusehen, wie mitten in Österreich Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Verhältnissen leben müssen. Wir handeln im Sinne unseres Wahlspruches ‚Aus Liebe zum Menschen‘“, sagt Sauer.

Derzeit betreut und versorgt das Rote Kreuz in ganz Österreich mehr als 2.000 Asylwerber/innen. Dabei handelt es sich einerseits um Männer, Frauen und Kinder in Flüchtlingsunterkünften, andererseits um Flüchtlinge, die von der Polizei aufgegriffen wurden und kurzfristig versorgt werden. In Niederösterreich werden bereits seit Mitte Juni 250 Asylwerber in der Arena Nova in Wr. Neustadt dauerhaft betreut. Zusätzlich versorgt das Rote Kreuz NÖ pro Tag durchschnittlich 250-300 Personen kurzfristig, die von der Polizei – meist auf Autobahnen aufgegriffen werden.  

„Wir haben in den vergangenen Tagen die Möglichkeiten im Rahmen unserer Bezirksstellen erhoben und werden ab heute sukzessive rund 300 Menschen zum Teil an den Bezirksstellen selbst – etwa in Lehrsälen – aber auch in anderen Gebäuden, die uns zur Verfügung gestellt wurden, unterbringen und versorgen“, erklärt Werner Kraut, Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes Niederösterreich. „Dabei handelt es sich um behelfsmäßige Unterbringungen, da diese Menschen sonst obdachlos sind. Wir sehen es als unseren humanitären Auftrag, hier die Initiative zu ergreifen. Weitere 300 Plätze sind in Planung. Insgesamt werden wir somit 850 Menschen in den nächsten Wochen rund um die Uhr betreuen, zusätzlich zu jenen 250-300 die wir täglich kurzfristig versorgen.“ Trotz dieser Anstrengungen bleibt der Regelbetrieb im Rettungsdienst natürlich gewährleistet.

Einmal mehr betont das Rote Kreuz aber seine Forderung nach einem Nationalen Aktionsplan Asyl. „In erster Linie müssen Bund, Länder und Gemeinden jetzt dafür sorgen, dass es keine obdachlosen Asylwerber mehr in Österreich gibt – das Rote Kreuz ist gerne bereit dabei zu unterstützen“, erklärt Sauer. „Mittel- und langfristig brauchen wir allerdings eine Strategie, für die Unterbringung und Versorgung von Asylwerbern und für die Integration von asylberechtigten Menschen in Österreich – auch über das Jahr 2015 hinaus. Die fehlt noch.“

Tulln, 6. August 2015

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Mag. Sonja Kellner, Andreas Zenker, MSc., MBA
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