27.04.2017 10:19

Erste Hilfe für Biker

Helm abnehmen oder lieber nicht? - Wer weiß mit Sicherheit, was im Falle eines Motorradunfalles zu tun wäre?

Erste Hilfe für Biker
Motorradfahrer sind bei Unfällen nur durch Helm und Kleidung geschützt.
© ÖRK/Thomas Holly Kellner

Endlich! Der Winter ist vorbei, die Temperaturen steigen und die geliebten Zweiräder können endlich wieder aus Kellern und Garagen geholt werden. In all der Vorfreude sollten Motarrad- und Mopedfans aber nicht die Vielzahl an Gefahrenquellen vergessen: überhöhte Geschwindigkeit, riskante Überholmanöver, Schlaglöcher, Nässe und manchmal schlichtweg Selbstüberschätzung und eine zu hohe Risikobereitschaft können zu Unfällen führen, die für Zweiradfahrer nicht selten dramatisch ausgehen, sind sie doch nur durch Helm und  Bekleidung geschützt.

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) gab es 2015 mehr als 4.100 Verletzte und mehr als 80 Tote bei Motorradunfällen. Die drei häufigsten Unfallursachen sind Unachtsamkeit und Ablenkung, gefolgt von Vorrangverletzungen - auch gegenüber Fußgängern - und Rotlichtmissachtung sowie nicht angepasste Geschwindigkeit. Bei Motorradunfällen sind viele Menschen unsicher, wie sie sich als Helfer verhalten sollen.

Helm ausziehen oder anlassen?

"Ist der Verletzte ohne Bewusstsein muss der Helm zur Sicherung der Atemwege abgenommen werden", sagt Rotkreuz-Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber. "Der Ersthelfer kniet oberhalb des Kopfes, erfasst seitlich mit beiden Händen den Helm und richtet den Kopf des Verletzten vorsichtig gerade. Das Visier und der Verschluss werden geöffnet. Dann wird der Helm vom Kopf heruntergezogen, wobei der Kopf im Nacken gestützt wird." Danach können weitere Verletzungen versorgt werden. Starke Schmerzen und Bewegungsunfähigkeit oder eine Fehlstellung weisen auf einen Knochenbruch oder eine Verrenkung hin.

"Es sollte keinesfalls versucht werden, Gliedmaßen selbst einzurenken", sagt Schreiber. In so einem Fall muss die betroffene Stelle ruhig gestellt werden. An Armen geschieht das mit einem Dreieckstuch, an Beinen zum Beispiel mit einer zusammengerollten Decke. Das Rote Kreuz bietet in ganz Österreich Kurse an, in denen Teilnehmer lernen, was im Notfall zu tun ist. "Ich kann nur jedem Menschen raten, sein Erste-Hilfe-Wissen aufzufrischen. Denn leicht kann man in eine Situation kommen, in der man entweder helfen muss, oder selbst Hilfe benötigt."

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