07.06.2017 11:49

Mehr Hilfe für Minenopfer

Österreich finanziert Rotkreuz-Projekte für Minenopfer in der Ukraine und setzt ein wichtiges Signal.

Mehr Hilfe für Minenopfer
Das Rote Kreuz setzt sich seit Langem gegen den Einsatz von Minen ein.©ICRC/ISHYNOV/Sergiy

"Nachbar in Not" ist gerade angelaufen und die Welt blickt nach Afrika, da ist ein Krisenherd in der Öffentlichkeit etwas in Vergessenheit geraten: der schwelende Konflikt in der Ukraine. Umso wichtiger, dass der Ministerrat am 6. Juni 2017 beschlossen hat, insgesamt eine Million Euro für Programme für Minenopfer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in der Ostukraine bereitzustellen. Die Hälfte davon stammt aus dem Auslandskatstrophenfonds, die andere Hälfte aus dem Budget der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (ADA).

"Das ist eine großartige Unterstützung für unsere wirksame humanitäre Arbeit", sagt Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. "Und zugleich ist es ein politisches Zeichen zur richtigen Zeit, das uns daran erinnert, dass wir die Ukraine nicht vergessen dürfen." Das internationale Rote Kreuz ist die einzige Organisation vor Ort, die aufgrund ihrer strikten Neutralität gegenüber allen Konfliktparteien hohes Vertrauen genießt und in der Krise abseits des medialen Rampenlichts tagtäglich wichtige Arbeit leistet.

Mit dem Geld werden zwei Rehabilitationszentren unterstützt, in denen Patienten mit Kriegsverletzungen Rehabilitations-Leistungen, Physiotherapie und orthopädische Hilfsmittel zur Verfügung gestellt bekommen. Das Rote Kreuz leistet aber auch Präventionsarbeit, um zum Beispiel Verminungen in Schulnähe zu verhindern oder Aufklärungsarbeit, um die Zahl von Minenopfern zu reduzieren. Generell setzt sich das Rote Kreuz intensiv dafür ein, dass die Verwendung von Streumunition weiter eingeschränkt wird. Solche Waffen sind unmenschlich und nicht mit dem Völkerrecht vereinbar.

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