01.08.2017 12:38

Sommerspaß statt Hitzekoller

Belastungen durch Hitze führen zu akuten Gesundheitsproblemen, einfache Vorkehrungen helfen.

Sommerspaß statt Hitzekoller

©ÖRK/ Thomas Holly Kellner

Die Temperaturen steigen, die Wetterfrösche sagen österreichweit knapp 40 Grad voraus. Was Schwimmbadgeher und Sonnenanbeter freut, ist für ältere oder hitzempfindliche Menschen eine Qual. Vor allem hochbetagte Menschen, Säuglinge und Kleinkinder sowie chronisch Kranke und obdachlose Personen sind bei großer Hitze einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Besonders betroffen sind auch Männer und Frauen, die körperlich schwer arbeiten oder intensiv Sport betreiben.

Trinken, trinken, trinken

Einfache Maßnahmen helfen, das Gesundheitsrisiko bei hohen Temperaturen zu verringern. Auch wenn es banal klingt: Viel trinken hilft! Auch trinken, wenn man nicht durstig ist, denn ein Durstgefühl setzt erst ein, wenn man bereits viel Flüssigkeit verloren hat. Gerade bei betagten Menschen ist das Durstgefühl oft reduziert. Flüssigkeit wird mit dem Essen oder Getränken aufgenommen - die Trinkmenge ist von der einzelnen Person und ihrem Aktivitätsgrad abhängig, sollte generell aber bei Hitze mehr als üblich sein! Regelmäßig trinken - öfter kleinere Mengen fördert das Wohlbefinden.  Neben Wasser eignen sich auch Kräuter- oder Früchtetees und verdünnte Fruchtsäfte zum Auffüllen des Wasserhaushalts. Vermeiden sollte man koffeinhaltige oder alkoholische Getränke.

Mit kühlem Kopf durch den Tag


  • Auch an Haustiere denken - wie Menschen leiden auch Haustiere unter der Hitze - daher auch für sie ausreichend Wasser bereitstellen.

  • Aufenthalt im Freien vermeiden! Nach Möglichkeit Aufenthalte im Freien - vor allem direkte Sonneneinstrahlung - in der heißesten Zeit des Tages vermeiden (zwischen 11 und 16 Uhr).

  • Körperliche Aktivitäten im Freien bzw. Sport in den Morgen- oder Abendstunden planen. Den Tagesrand zum Einkaufen nutzen, Mittagspausen nach Möglichkeit verlängern oder "Siesta halten".

  • Bei Aufenthalten im Freien möglichst im Schatten bewegen, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor benutzen, Sonnenbrille aufsetzen und leichte Kopfbedeckung tragen.

  • Den Körper erfrischen! Eine kühle (keine "kalte") Dusche, ein Bad oder Stirn, Nacken, Puls mit Wasser kühlen, erfrischt den Körper. Kalte Umschläge, kühle Unterarmbäder und Fußbäder wirken ebenfalls erfrischend. Kühlende Maßnahmen sollen mehrmals täglich durchgeführt werden.

  • Betagte Menschen schwitzen weniger als Kinder und jüngere Erwachsene, ihre Körpertemperatur wird daher nicht ausreichend reguliert. Eine gute Möglichkeitist das Besprühen mit Wasser mit einem Pumpzerstäuber. Gesicht, Hals, Arme, Unterschenkel und Füße werden besprüht und nicht abgetrocknet - das verdunstende Wasser kühlt den Körper auf sehr angenehme Weise.

  • Die eigenen vier Wände kühl halten! Am frühen Morgen oder späten Abend die Wohnung / das Haus gut durchlüften, Fenster nach Möglichkeit nachts offenhalten! Tagsüber Fensterläden, Jalousien oder Vorhänge nutzen, um direkte Sonneneinstrahlung und damit ein Aufheizen der Räume zu vermeiden. Sind keine Vorhänge o.ä. vorhanden, kann man Fenster mit hellen Tüchern oder Decken verhängen. Ein feuchtes Leintuch (nach dem Waschen aufgehängt) bringt nicht nur Kühlung, sondern auch frischen Duft.

  • Achten Sie auf ihre Nachbarn, Freunde und Familienangehörige, besonders wenn sie zu einer der Risikogruppen zählen. Wenn eine Person Symptome von Hitze-Erkrankungen zeigt, alarmieren Sie die Rettung!

  • Weite, helle und atmungsaktive Kleidung tragen, am besten aus Baumwolle oder anderen Naturfasern und nicht auf eine Kopfbedeckung verzichten. Auch ein Ventilator oder ein Fächer lindern die Hitze.

  • Kühle Orte aufsuchen! Einige Stunden in einem kühlen Bereich haben bereits einen massiven Entlastungseffekt für den Körper. Kühle oder klimatisierte Orte wie Kirchen, Büchereien, Schwimmbäder, Supermärkte, Einkaufszentren, Kinos, Plätze im Uferbereich von Gewässern oder auch einfach schattige Grünflächen oder Parks bieten sich für Abkühlung an.

  • In den eigenen vier Wänden sind Klimageräte in Ausnahmefällen eine Option - ein kühler Raum (22-26°C) genügt!

  • Leichte Kost Leichtes, gut verdauliches Essen mit viel Gemüse und Früchten ist das Richtige für den Hitzetag. Vermeiden Sie die Nutzung des Backrohrs nach Möglichkeit!

  • Keine Menschen und Tiere in geparkten Autos zurücklassen! Die Temperatur in einem geparkten Fahrzeug in der Sonne kann rasch auf über 50°C ansteigen - für Mensch und Tier gefährlich! Lassen Sie daher nie Kinder, geschwächte Personen und Tiere in Fahrzeugen zurück!


Erste Hilfe leisten!


Symptome von Hitze-Erkrankungen können sein: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, hochroter Kopf, Fieber, Schwindel, Schüttelfrost, extremes Durstgefühl, verringerte Harnmenge (dunkelgelber Harn); Wenn diese Symptome auftreten, unbedingt in den Schatten oder frische Luft zuführen, Wasser trinken und ruhen. Falls sich der Zustand nicht bessert, Hilfe holen. Falls die betroffene Person enge Kleidung trägt, diese lockern und kalte Umschläge auf die Stirn legen.Den Oberkörper erhöht lagern nicht vergessen!

Kinder ertrinken leise

Jedes Jahr gibt es leider auch Ertrinkungsopfer zu beklagen. Vor allem auf Kleinkinder sollte man ein Auge haben, wenn Wasser in der Nähe ist. "Im Gegensatz zu Erwachsenen strampeln und schreien sie nicht, wenn sie sich nicht über Wasser halten können. Kinder ertrinken leise", sagt Rotkreuz-Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber. Auch Ältere oder Menschen mit Herz- oder Kreislauferkrankungen sind gefährdet: "Gerade ihnen droht eine Kreislaufschwäche, wenn sie sich zu sehr anstrengen". Das kann im Ernstfall tödlich enden.

Wenn Sie sich die Hitze-Tipps im Hinterkopf behalten und gut auf sich aufpassen, steht einer entspannten Sommersaison nichts im Wege.

socialshareprivacy info icon