29.09.2017 12:09

Jemen im Kampf gegen Cholera

Rotkreuz-Experten gehen bis 2018 von einer Million Cholera-Fällen aus und appellieren an alle Parteien Hilfsgüter ins Land zu lassen.

Jemen im Kampf gegen Cholera
Seit 2015 leben die Menschen im Jemen im Krieg.©NC-ND / ICRC / Khalid Al-Saeed

In nur fünf Monaten ist die Anzahl der an Cholera erkrankten Menschen im Jemen auf 700.000 angestiegen, bis Jahresende werden es voraussichtlich mehr als eine Million sein. Der Großteil der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser, was die Situation immer mehr verschärft. Alexandre Faite, Leiter der Delegation des internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) im Jemen, berichtet von einem totalen Zusammenbruch des Gesundheitswesens in dem Land. Alle 20 Minuten stirbt im Jemend ein Mensch, weil er nicht versorgt werden kann.

Er appelliert an alle Kriegsparteien, den Flughafen der Hauptstadt Sanaa für den Transport von Hilfsgütern für die Bevölkerung zu öffnen. Auch IKRK-Präsident Peter Maurer ruft zu Humanität auf: "An alle, die direkt oder indirekt die Möglichkeit dazu haben: Übt auf alle Kriegsparteien so viel Druck auf, damit das humanitäre Völkerrecht wirken kann". Hilfs- und Gebrauchsgüter müssten nach und durch das Land transportiert werden können, damit das Rote Kreuz den Erkrankten und in Not lebenden Menschen helfen kann. Momentan erreichen gerade 30 Prozent der lebensrettenden Hilfsgüter die Opfer des Krieges.

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