26.01.2018 11:45

GROSSEINSATZ IN BANGLADESCH

GROSSEINSATZ IN BANGLADESCH

Die Lage der Flüchtlinge in Bangladesch ist nach wie vor kritisch. Seit 25. August 2017 haben mehr als 655.000 Menschen (ISCG, 18/12/2017) die Grenze zwischen Myanmar und Bangladesch überquert und in der Region Cox’s Bazar Zuflucht gesucht. Die Regierung von Bangladesh in Zusammenarbeit mit UNHCR sind nach wie vor dabei, den Influx administrativ zu erfassen und führen in den Lagern und Siedlungen Familienzählungen durch. Mehr als 500.000 Menschen wurden dabei bisher erfasst. Die Daten zeigen, dass zumindest 30% aller Familien in den Lagern und Notunterkünften besonders bedürftig sind. 15% aller Flüchtlinge sind alleinerziehende Mütter, die versuchen, ihre Familien unter den schwierigsten Bedingungen in den Camps beisammen zu halten. Weitere besonders bedürftige Gruppen sind ältere Menschen und ein hoher Anteil von unbegleiteten Minderjährigen bzw. Kindern, die auf der Flucht sind bzw. in den Lagern ihre Familie verloren haben. Oft müssen diese Kinder dann auch für jüngere Geschwister sorgen, die mit ihnen auf der Flucht sind.

Zwischen 8. November und 17. Dezember 2017 wurden insgesamt 1.607 Diphteriefälle gemeldet. Eine Diphterie Task Force unter der Leitung des Gesundheitsministeriums und WHO wurde gebildet, an der auch das Rote Kreuz mitarbeitet.

Rotkreuzaktivitäten: Der Rote Halbmond von Bangladesch ist mit Unterstützung der IFRC und vielen weiteren Rot Kreuz Partnern weiterhin in der Emergency Response in unterschiedlichen Sektoren tätig. Über 240 Freiwillige und 127 Mitarbeiter des Bangladeshi Roten Halbmonds sind in der Operation im Einsatz, unterstützt durch die internationalen Einheiten (darunter 6 ERUs, 14 RDRTs, 29 FACTS).

Das ÖRK unterstützt weiterhin durch die Entsendung von Personal in die Emergency Response Units (ERU) M40 zur Trinkwasseraufbereitung bzw. Versorgung mit sicherem Trinkwasser. Seit September sind insgesamt 13 ExpertInnen (10 ERU und 3 FACT) in den Einsatz nach Bangladesch entsendet worden. Ziele des Einsatzes sind weiterhin die Versorgung auf Haushaltsebene mit Aquatabs und damit einhergehend Hygiene Promotion. Der erste Brunnen wurde erfolgreich gegraben (eine Tiefe von ca. 200m!), und das Versorgungsnetzwerk für die Umgebung wird gebaut. Weitere Brunnen (bis zu 20) sollen in den nächsten Wochen und Monaten geschlagen werden, um eine möglichst sichere Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.

Robert Schmid (LV OÖ) war als FACT ITT 6 Wochen für die IFRC im Einsatz. Seine Tätigkeiten umfassten von der User-Betreuung, IT Briefings, Aufsetzen und Instandhaltung der Netzwerkinfrastruktur auch den Support im Feld (z. B. des Feldspitales) und wurden von den Kollegen und vom Management sehr geschätzt. ÖRK Delegierte für das 5. WASH Team sind Julia Zeilinger (LV Wien) und Anja Pfeifer-Maier (LV Stmk) einmelden. Der Einsatz wird wieder rund 4 Wochen dauern.

Die Föderation hat eine weitere ERU MSM alarmiert, die sich besonders um die Entsorgung der Latrinen bzw. um die Errichtung einer Kläranalage kümmern soll. Das ÖRK hat hier nicht offiziell an Genf eingemeldet, allerdings hat diese MSM FSM eine Vorgeschichte, in der auch 2 österreichische Freiwillige involviert waren. Johannes Bousek (LV NÖ) und Christopher Friedrich (LV Wien) haben in einem humanitären Forschungsprojekt in Malawi an einem Labor gearbeitet, das so oder in ähnlicher Form nun auch in Bangladesh zum Einsatz kommen sollte. Der Bau und Betrieb der Kläranlage hat ganz spezielle und spezifische Anforderungen und verlangt besondere Lebensläufe und Profile. Das Britische Rote Kreuz mit finanzieller Unterstützung durch das Schwedische Rote Kreuz hat den Lead für diese ERU übernommen und ist für die Teamzusammenstellung verantwortlich. Das ÖRK – durch die Erfahrung und Mitarbeit von Johannes und Christopher – hat sich bereit erklärt, die Beschaffung, die Logistik, den Aufbau und die Inbetriebnahme dieses Labors zu übernehmen. Sobald in Bangladesh die Kläranalge physisch gebaut und und in Betrieb genommen werden kann, wird Johannes für das Britische Team nach Bangladesh reisen und dort das Labor aufbauen und in Betrieb nehmen.

 

Text: Andreas Waser

socialshareprivacy info icon