Geschichtliches

Chronik
Die Geschichte und Entwicklung der Bezirksstelle Gmünd
Bis zum Jahre 1938 ist die Geschichte des Gmünder Roten Kreuzes mit der Geschichte der Gmünder Feuerwehren eng verbunden. Der Rettungsdienst wurde auf freiwilliger Basis der FF Gmünd I durchgeführt. So wurde schon im Jahre 1899 eine Sanitätsgruppe in der Stärke von 9 Mann aufgestellt. 1928 wurde, den damaligen Anforderungen entsprechend, ein modernes Rettungsauto der Marke „Steyr“ erworben und in den Dienst gestellt. Diese Fahrzeug führte bis 1938 765 Krankentransporte durch und legte ca. 22.000 km zurück. Auch in der FF Gmünd II gab es eine Sanitätsgruppe, die aber über kein eigenes Fahrzeug verfügte.
Im Jahre 1938 wurde der Rettungsdienst vom Deuteschen Roten Kreuz übernommen und die Sanitätsgruppen der Feuerwehr aufgelöst. Das Rettungsauto der Feuerwehr wurde übernommen und die Dienststelle in die ehemalige Eisenberger Fabrik in der Litschauer Straße verlegt (heute Fa. Baumann). In der Folge wurde das alte Rettungsfahrzeug verkauft und ein modernes der Marke „Horch“ sowie ein Ambulanzfahrzeug „Steyr 50“ angekauft. 1944 kam noch ein Rettungsfahrzeug der Marke „Praga“ dazu. Von der Gemeinde wurde das alte Feuerwehrdepot der FF Gmünd - Böhmzeil angekauft, renoviert und erweitert. Ebenfalls im Jahre 1944 konnte diese Gebäude bezogen werden. Lange konnte sich das Rote Kreuz dieses Gebäude nicht erfreuen. Nach dem Zusammenbruch des Großdeutschen Reiches im Mai 1945 wurde das Gebäude als deutsches Eigentum von der russischen Besatzungsmacht mit samt den Fahrzeugen beschlagnahmt. Das Rote Kreuz sowie die Feuerwehren wurden aufgelöst und eine Berufsfeuerwehr unter Aufsicht der Besatzungsmacht aufgestellt. Diese Feuerwehr unterstand der Gemeinde Gmünd, die die Leute auch bezahlen musste. Diese Feuerwehr musste auch den Rettungsdienst übernehmen. Als Rettungsfahrzeug stand ein Pferdebespannter Rettungswagen zur Verfügung. Die Pferde stellte der ehemalige Fleischhauer Gruber vom Stadtplatz in Gmünd I zur Verfügung. Mit diesem Fahrzeug wurden bis Ende 1945 die Kranken und Verletzten aus Gmünd und der näheren Umgebung in das Krankenhaus Gmünd gebracht.
Ende 1945 übernahm die Stadtgemeinde Gmünd den Rettungsdienst. Der Rettungsdienst war im KH Gmünd stationiert. Es wurden 2 hauptberufliche Kraftfahrer aufgenommen, die abwechselnd den Rettungsdienst rund um die Uhr durchführten. Als Beifahrer wurde das Personal des KH Gmünd eingesetzt. Als Sanitätsfahrzeuge dienten 1 „Horch“ aus deutschen Wehrmachtsbeständen und ein von der amerikanischen Armee stammender „Humber“
Im Jahre 1950 wurden Bestrebungen zur Wiedererrichtung der RK Bezirksstelle Gmünd unternommen. Im Jahre 1952 war diese Bezirksstelle wieder funktionsfähig und der Rettungsdienst wurde wieder vom Roten Kreuz durchgeführt. Die beiden Kraftfahrer wurden von der Stadtgemeinde übernommen und beim Roten Kreuz hauptberuflich angestellt. Ebenfalls wurden die beiden Sanitätswagen übernommen, die dann allmählich der Verschrottung zugeführt wurden. Das erste neue Sanitätsfahrzeug nach dem Krieg wurde 1952 von der Stadtgemeinde Gmünd angekauft und dem Roten Kreuz als Spende übergeben. Es war ein „Skoda 1100“.
Das Bezirksstellengebäude in der Litschauer Straße wurde 1957 von der Besatzungsmacht dem Roten Kreuz wieder zurückgegeben. Nach Renovierungsarbeiten konnte im selben Jahr das Gebäude wieder bezogen werden. Als dieses Haus dem gesteigerten Anforderungen nicht mehr gerecht wurde , wurde im Jahre 1965 mit der Planung zum Bau eines neunen Bezirksstellengebäudes begonnen. In der Folge wurde in der Weitraer Straße von der Pfarre Gmünd I ein Grundstück im Gesamtausmaß von 1.828 m² zum Preis von ATS 106.024 (etwa 7.700 €) angekauft.
1974 wurde mit dem Bau begonnen und am 2. Mai 1979 konnten wir von der Litschauer Straße in die Weitraer Straße übersiedeln. Im gleich Jahr wurde auch die Funkanlage eingbaut und alle Fahrzeuge der Bezirksstelle mit Funk ausgerüstet. Am 2. Mai 1979 bei der Übersiedlung zeigte der Winter seine letzten Krallen und es wurde bei starkem Schneefall übersiedelt. Am 17. Mai 1981 wurde das neue Bezirksstellengebäude offiziell eröffnete. Die Gesamtkosten betrugen 7,6 Millionen Schilling (550.00 Euro). Verbaute Fläche 624,88 m². Umbauter Raum 3.605 m³, Gesamt Nutzfläche 794,85 m².
Da das Haus ein Flachdach aufwies wurde im Jahre 1987 auf das Hauptgebäude ein Satteldach aufgebaut. 1989 wurde dann auf dem Garagentrakt ebenfalls ein Satteldach aufgebaut. Diese beiden Dächer kosteten rund 1 Mio. Schilling (72.000 Euro). 1987 wurden in NÖ der Funkbetrieb von AM auf FM umgestellt. Es wurde der Journaldienstraum umgebaut, ein Pult für die Telefonanlage der FA Siemens angekauft und eingebaut. Kosten über 1 Mio Schilling (72.000 Euro). Auch neue funkgesteuerte Garagentore wurden im Garagentrakt eingebaut.
1990 brach bei uns das NAW - Zeitalter an. Für 1.300.000 ATS (95.000 Euro) wurde ein Notarztfahrzeug der Type „Mercedes 310 D“ angekauft und mit dem Notarztdienst am 1. April 1990 begonnen. Am 29. April 1990 wurde das Fahrzeug durch Stadtpfarrer Mag. Wagner gesegnet und offiziell in den Betrieb genommen.
Im Jahr 1996 wurde mit dem Aus- und Umbau des Bezirksstellengebäudes begonnen. Im September 1997 wurden das umgebaute RK-Haus und der neue Notarztwagen feierlich gesegnet.
Seit 23. April 2004, 16.30 Uhr ist es so weit. Die Leitstelle Gmünd wurde an die Rettungsleitstelle Waldviertel in Zwettl angeschlossen und ist somit Geschichte! Sämtliche Anrufe die bis dahin beim RK Gmünd eingegangen sind, werden nun nach Zwettl weitergeleitet und disponiert.
Im Dezember 2004 bekommt das RK Gmünd mit einem Opel Movano einen neuen Notarztwagen. Im Frühjahr 2005 kommt es jedoch bei Adaptierungsarbeiten (Fa. Dlouhy) zu einem Brandausbruch, der den Patientenraum zerstört.
Das Jahr 2005 war das Jahr der Fahrzeugrochaden. Neben der Anschaffung eines neuen Notarztwagens (VW LT), wurden auch je ein BKTW in Gmünd und Heidenreichstein getauscht, je ein KTW in Gmünd und Schrems durch neue Fahrzeuge ersetzt und auch ein neuer RTW als zusätzliches Einsatzmittel angekauft.

