17.06.2017 23:10

Bezirksübung in Großweikersdorf

Es zählt zu den absoluten Albtraumszenarien. Aber gerade deswegen müssen wir darauf vorbereitet sein: ein vollbesetzter Autobus kommt auf der B4 zwischen Niederrußbach und Großweikersdorf von der Straße ab und stürzt mehrere Meter die Böschung hinab. Unten kollidiert er mit einem vorbeifahrenden Traktor. Über 40 Verletzte sind zu versorgen, viele von ihnen kämpfen ums Überleben. Das war die Übungsannahme bei der Bezirksübung des Roten Kreuzes in Großweikersdorf am 17.6.2017.

Bezirksübung in Großweikersdorf

Menschen schreien, durch die blutverschmierten Fensterscheiben ist im Bus eine starke Rauchentwicklung zu beobachten. Außerhalb des Buses taumeln verletzte und schockierte Passagiere umher. Es ist kein Bild für schwache Nerven, das sich dem ersteintreffenden Einsatzfahrzeug vom Roten Kreuz Großweikersdorf offenbart.

 

In solchen Momenten heißt es für die Einsatzkräfte unbedingt Ruhe bewahren. Denn bei einem solchen Großschadensereignis gelten andere Regeln als bei einem „normalen“ Einsatz. Anstatt sich sofort auf den erstbesten Patienten zu stürzen muss die ersteintreffende Mannschaft vor allem die Lage beurteilen und Verstärkung anfordern. Der Aufbau einer entsprechenden Logistik steht zuerst im Vordergrund, die tatsächliche Patientenversorgung wird erst von den nachrückenden Kräften durchgeführt.

 

Und davon kamen jede Menge: insgesamt 30 Sanitäterinnen und Sanitäter von den 4 Bezirksstellen des politischen Bezirks Tulln (Atzenbrugg, Großweikersdorf, Klosterneuburg und Tulln) eilten herbei, um das Großschadensereignis professionell abzuwickeln. Unterstützt wurden sie von zwei Notärztinnen aus Korneuburg und einem Notarzt aus Tulln. Gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren aus Großweikersdorf, Großwetzdorf und Niederrußbach sowie der Polizei Großweikersdorf konnte das Übungsszenario bewältigt werden.

 

Dabei mussten allerhand Verletzungen behandelt werden: von „einfachen“ Schürfwunden, Prellungen und Brüchen über amputierte Gliedmaßen und Pfählungen bis hin zum Polytrauma zeigten die Patientinnen und Patienten verschiedenste Verletzungsmuster. Damit die Übung möglichst realistisch ablaufen konnte, wurden insgesamt 7 Schminkerinnen und Schminker vom Roten Kreuz Hollabrunn, Mistelbach und Retz eingesetzt. Mit ihrer Hilfe konnten den Verletzten äußerst realistische Wunden aufgeschminkt werden, deren Versorgung neben dem Beüben des gesamten Großschadensablaufes im Mittelpunkt der Bezirksübung stand.

 

Sogar die Suchhundestaffel Tulln kam zum Einsatz, da einige der Unfallopfer aufgrund des schockierenden Erlebnisses panisch davongelaufen waren und gesucht werden mussten.

 

Letztlich konnte das Übungsszenario gut bewältigt werden. Binnen zwei Stunden konnten alle Patientinnen und Patienten gerettet und versorgt werden. Dabei haben alle Beteiligten – sowohl die Sanitäterinnen und Sanitäter vom Roten Kreuz als auch die beteiligten Freiwilligen Feuerwehren – viel an Erfahrung sammeln können. Bleibt allerdings zu hoffen, dass uns ein solches Szenario in der Realität erspart bleibt.

 

Anwesende Kräfte:
Rotes Kreuz Atzenbrugg, Großweikersdorf, Klosterneuburg, Tulln,
Freiwillige Feuerwehren Großweikersdorf, Großwetzdorf , Niederrußbach
Polizei Großweikersdorf

 

 

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