Krisenintervention

Betroffene berichten 

 

Michael K.: "Durch meine Tätigkeit am Notarztwagen, fiel mir immer wieder negativ auf, dass die Angehörigen nach der Tätigkeit des Notarztes mit wenigen Informationen unbetreut , teilweise alleine, zurückgelassen werden um den primär Betroffenen in die Klinik, für weitere medizinische Behandlung zu bringen. Nach der Schaffung eines Krisen-Interventions-Teams auf meiner Dienststelle war es für mich klar diesem Team beizutreten. Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut. Auf die Frage von Kollegen welcher Dienst für mich höhere Priorität hat kann ich bis dato keine Antwort geben. Es haben beide Dienstarten für mich gleich hohe Wertigkeit die mit unterschiedlichen Werkzeugen bewältigt werden (müssen)."

Die Krisenintervention im österreichischen Roten Kreuz übernimmt die Betreuung von Menschen nach traumatischen Ereignissen. Mögliche Einsatzgebiete sind u.a.:

  • Betreuung von Angehörigen nach Tod durch Erkrankung, Verletzung oder Suizid
  • Betreuung von Angehörigen nach Abtransport lebensgefährlich Erkrankter/Verletzter
  • Betreuung von Betroffenen und Angehörigen nach Katastrophenereignissen und Großunfällen wie zum Beispiel der Hochwasserkatastrophen im Sommer 2002 und 2006, dem Lawinenabgang von Galtür, dem Brand im Tauerntunnel, dem Seilbahnunglück von Kaprun.

 
Ziel der Betreuung
Das Ziel der Betreuung liegt in der Wiedergewinnung der Handlungsfähigkeit und der Unterstützung des Trauerprozesses. Der Betreute soll bei der unmittelbaren Bewältigung der traumatischen Situation begleitet und unterstützt werden. Weiters ist es ein Anliegen, zur Verfügung stehende soziale Ressourcen gemeinsam mit betroffenen Personen nutzbar zu machen. In den Situationen, bei denen der Bedarf einer professionellen therapeutischen und psychiatrischen Intervention absehbar wird, muss der Kriseninterventions-Mitarbeiter an jene professionellen Partner, mit denen das Rote Kreuz zusammen arbeitet,  weitervermitteln.

 

Verschwiegenheit

Der Kriseninterventions-Einsatz besteht nicht aus dem klassischen Betreuungsgespräch.

Meist müssen Kriseninterventions-Mitarbeiter erst einmal Struktur schaffen.

Durch praktische Hilfeleistungen und genaues Explorieren des

Ereignisses werden die nächsten Schritte nach einer traumatisierenden

Situation den Betroffenen kar. Dabei kommt es besonders darauf an, die

Bewältigungsmöglichkeiten der Betroffenen wieder herzustellen.

Für die Helfer gilt absolute Verschwiegenheit.

 

Ausbildung zum Kriseninterventions-Mitarbeiter

Für die Ausbildung ist, neben einem Erste-Hilfe Grundkurs über 16 Stunden, ein 6-tägiger Grundkurs zu absolvieren, wobei neben einer Einführung in die Psychotraumatologie die verschiedenen Möglichkeiten der Betreuungssysteme, Grundsätze der Kriseninterventions-Arbeit, Umgang mit den Betroffenen gelehrt, sowie die theoretisch erworbenen Kenntnisse in Rollenspielen geübt werden.

Kriseninterventions-Mitarbeiter kann jeder werden, es ist keine Sanitäter-Ausbildung erforderlich!

 

Anforderung - wie wird gearbeitet?
Kriseninterventionsteams können nur von vor Ort tätigen Mitarbeitern des Roten Kreuzes angefordert werden. Dies geschieht aber ausschließlich nach der Einwilligung der Betroffenen. Sollte die Hilfe der Kriseninterventions-Mitarbeiter nicht genug sein, so können Rund um die Uhr psychosoziale Fachkräfte hinzugezogen werden.

 

Interesse?

Sollten sie Interesse haben, beim Horner Kriseninterventionsteam mitzuarbeiten, schicken sie uns bitte eine kurze e-mail mit ihrem Namen, ihrer Adresse und ihrer Telefonnummer.   Mail senden

Wir werden uns bei ihnen melden!


 

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