13.01.2018 07:54

Neues Katastrophenhilfezentrum eröffnet

Das Rote Kreuz Niederösterreich setzt zu Jahresbeginn einen wichtigen Schritt im Bereich der Katastrophenhilfe: mit der Eröffnung des Logistikzentrums für Großunfälle und Katastrophenhilfe Niederösterreich Mitte in Tulln steht das erste von zwei neuen Katastrophenhilfezentren zur Verfügung. Noch im Jänner erfolgt auch der Spatenstich für das zweite Zentrum in Münchendorf.

Neues Katastrophenhilfezentrum eröffnet

 

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Fotocredit: Markus Hechenberger / Claus Schindler

 

 

„Die Investitionen in das neue Logistikzentrum sind eine Investition in die Arbeit des Roten Kreuzes, in die Sicherheit unserer Landsleute und in das Miteinander bei uns in Niederösterreich. Wir unterstützen das gerne, weil gerade beim Roten Kreuz freiwillige Menschen im Einsatz stehen, die mehr tun als ihre Pflicht. Die nicht fragen, was krieg ich. Sondern die fragen, was kann ich geben. Dieser Einsatz und dieses Engagement verdient unsere größte Wertschätzung“, erklärt Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner.

 

 

Jahrhunderthochwasser, Albtraum Zugsunglück, Busunfall auf der Autobahn mit dutzenden Verletzten – solche Katastrophen und Großunfälle sind auch in Österreich nicht unbekannt. Zuletzt waren die Rotkreuz-Kräfte erst in den vergangenen Wochen durch Einsätze wie das Zugsunglück in Kritzendorf oder die Gasexplosion in Baumgarten gefordert. „Die Sanitäter/innen und Katastrophenhelfer/innen des Roten Kreuzes wissen, wie eine große Anzahl von Verletzten und Betroffenen zu betreuen ist. Sie sind speziell für die Rettung, die Erstversorgung und den Abtransport von Verletzten in die Spitäler ausgebildet und wissen, was im Großeinsatz zu tun ist. Aber auch die Betreuung, Unterbringung und Versorgung von nicht verletzten Personen zählt zu unserem Einsatzbereich“, erklärt Josef Schmoll, Präsident Rotes Kreuz Niederösterreich. „Mit der Eröffnung des Zentrums in Tulln schaffen wir neue, moderne Strukturen, um in Großeinsätzen und bei Katastrophen schnell und gezielt Sondereinheiten und Material zum Einsatzort bringen zu können.“

 

 

Bisher gab es ein Katastrophenhilfezentrum in Mödling, das mit den beiden neuen Zentren in Tulln und Münchendorf abgelöst wird. Mit der Aufteilung auf zwei unterschiedlichen Regionen soll die Logistik und Verfügbarkeit weiter verbessert werden. Die Errichtung des Logistikzentrums für Großunfälle und Katastrophenhilfe Niederösterreich Mitte in Tulln kostet rund 2,6 Millionen Euro, das Zentrum befindet sich auf 6.000 m2 im ehemaligen Gebäude des Autohaus Birngruber, das im August 2017 durch das Rote Kreuz gekauft und dann entsprechend adaptiert wurde. Im Gebäude befindet sich zusätzlich zum Logistikzentrum auch der Rotkreuzshop, in dem unter anderem auch Erste-Hilfe-Materialien und ähnliches eingekauft werden können.

 

 

„Derzeit sind wir noch am Übersiedeln der Sondereinheiten, fertiggestellt wird das Zentrum im März 2017“, erläutert Landesrettungskommandant Werner Kraut, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Wir werden neben allgemeinen Waren für den Sondereinsatz wie Feldbetten oder Decken auch die Materialien für unsere Sondereinheiten der Trinkwasseraufbereitung, Unterkunft sowie der Sonderinfektions- und Unterstützungseinheit untergebracht. Außerdem wird Tulln damit auch die Heimat für unsere Rotkreuz-Suchhundestaffeln und die Psychosoziale Betreuung.“

 

 

Neben den Lagerflächen stehen den Mitarbeiter/innen des Roten Kreuzes künftig auch Schulungs-, Besprechungs- und ein eigener Stabsraum sowie entsprechende Schlaf- und Duschgelegenheiten zur Verfügung. Neben Mannschaftsfahrzeugen werden auch LKWs hier stationiert.

 

 

Zusätzlich ist direkt am Standort auch der Rotkreuzshop sowie die Abteilung Beschaffung für den gesamten Landesverband Niederösterreich stationiert. Von hier aus läuft der interne Verkauf von Uniformen, Abholung aller Materialien sowie die Auslieferung der Neufahrzeuge und die Betreuung der Notarzteinsatzfahrzeuge aber auch der Verkauf von Erste-Hilfe-Materialien nach extern.

 

 

Großunfälle und Katastrophen

 

Wo viele Helfer/innen gleichzeitig im Einsatz sind, ist perfekte Organisation gefragt. Gerade bei Katastrophenhilfeeinsätzen ist das Zusammenspiel der verschiedenen Hilfsorganisationen sowie der Fachkräfte aus den verschiedenen Landesorganisationen für den Erfolg entscheidend.

 

 

In operativer Hinsicht arbeiten die freiwilligen Einsatzorganisationen – teils im behördlichen Auftrag und teils aus eigenem Ermessen – an der Bewältigung der Katastrophenhilfe mit. Das Rote Kreuz ist dabei primär für die Rettung, Versorgung und Betreuung betroffener Menschen zuständig. Hierbei ist es gerade die Aufwuchsfähigkeit der Freiwilligenorganisation, die sicherstellt, dass in kürzester Zeit zahlreiche gut ausgebildete Helfer/innen – Sanitäter/innen, Krisenintervention, Katastrophen-Helfer/innen, etc. – zur Verfügung stehen.

 

 

Um auch Freiwillige aus der Zivilbevölkerung einbinden zu können, wurde 2007 das Team Österreich auf Initiative des Roten Kreuzes und Ö3 gegründet, dessen Mitglieder u.a. beim Hochwassereinsatz 2013 oder beim Einsatz für Menschen auf der Flucht 2015 eine wesentliche Unterstützung bildeten.

 

 

Dazu kommt noch der wichtige Teil der Sachspendenlogistik, die durch Mitarbeiter/innen des Roten Kreuzes in Niederösterreich als wichtige Aufgabe organisiert und durchgeführt wird.

 

 

Rotkreuz-Sondereinheiten

 

Parallel dazu verfügt das Rote Kreuz über Sondereinheiten, die im Ernstfall ebenfalls eingesetzt werden. Das Ziel der Katastrophenhilfe ist es, das Leben der Opfer zu retten und ihnen das Überleben zu sichern – ob durch Rotkreuz-Suchhundeeinsätze, schnelle Lieferung von dringend benötigten Hilfsmaterialien (Zelte, Feldbetten, Decken, Medikamente ...), Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln, Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen in Quartieren, den Austausch von Familiennachrichten oder die Hilfe beim Wiederaufbau. Das umfangreiche Know-how der tausenden freiwilligen Helfer/innen ist bei Großunfällen gleichermaßen gefragt wie bei Katastrophen im In- oder Ausland – in Form von Trinkwasseraufbereitung, Technik und Stromversorgung, Telekommunikation oder Patient/innen-Versorgung. Außerdem kümmern sich die Rotkreuz-Profis um Hilfstransporte, stellen mobile Verpflegungseinheiten zur Verfügung oder leisten psychosoziale Erste Hilfe für Betroffene und Einsatzkräfte.

 

 

Die Rotkreuz-Sondereinheiten in Niederösterreich sind:

• Suchhunde

• Feldküche

• Verletztendekontamination

• Water & Sanitation (Trinkwasseraufbereitung)

• Mobile Beleuchtung

• Technik & Stromversorgung

• Unterkunft & Camp

• Logistik & Transport

• Kommunikation

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