Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen - Ein Service für unsere MitarbeiterInnen

RK Mitarbeiter bei einem belastenden Einsatz
Warum Stressverarbeitung?

Der Alltag unserer MitarbeiterInnen im Rettungsdienst verspricht nicht immer angenehm zu werden.

Von Mitgliedern einer Einsatzorganisation wird große fachliche und menschliche Kompetenz erwartet. Besonders in Notfallsituationen ist die psychische Belastung der MitarbeiterInnen sehr hoch. Auch erfahrene HelferInnen erleben immer noch, dass bestimmte Einsätze oder Eindrücke sie über längere Zeit begleiten oder auch belasten. Tote, schwerstverletzte Kinder , Notfälle bei  Freunden oder .Angehörigen, Eigengefährdung, Unfälle von Kollegen und Großschadensfälle haben ein hohes Gefährdungspotential für Belastungen.

Nach dem Einsatz:

Man versucht vielleicht zunächst, den Einsatz sachlich nachzubesprechen, dabei  zeigen sich bei jedem einzelnen aber auch Emotionen:  Trauer, Wut, Ohnmacht, Verzweiflung, das Gefühl, nicht optimal gehandelt oder geholfen zu haben. Jeder reagiert in seiner persönlichen Art und Weise, jeder drückt seine persönliche Betroffenheit in seiner spezifischen Art aus. 

 Diese Betroffenheit ist eine natürliche menschliche Reaktion. Sie kann von kurzer Dauer sein, in den meisten Fällen funktionieren die eigenen Be- und Verarbeitungsmuster. In manchen Fällen schlägt die Betroffenheit in spürbare Belastungen um. Im Extremfall ergeben sich nachhaltige Beeinträchtigungen der Gesundheit Derartigen Beeinträchtigungen muss bestmöglich vorgebeugt werden.

Wie zeigt sich eine Belastung?

Mögliche Belastungen zeigen sich unmittelbar nach dem Einsatz oder in den folgenden Stunden und Tagen durch 

  • ein Taubheitsgefühl in Bezug auf das Erlebte ( dauert einige Stunden an ).
  • Unfähigkeit den Einsatz als Ganzes wiederzugeben.;
  • sich „aufdrängende“ Wiedererinnerung an den Einsatz oder Teile davon (Bilder, Gerüche,Geräusche )
  • Schlafstörungen ( Ein- oder Durchschlafstörungen );
  • Vermeiden von Erinnerungen an den Einsatz, zB. Einsatzstelle meiden.
  • Emotionale Veränderungen ( sozialer Rückzug, Gereiztheit, .. )
  • Vermehrter Tabak- oder Alkoholkonsum, Heißhunger, Appetitlosigkeit; 

Wenn bewährte persönliche Bewältigungsmuster nicht mehr ausreichen, helfen Peers des Roten Kreuzes weiter.

Peers ( aus dem Englischen für Gleichgesinnte ) sind aktive Rettungs- und/oder Notfallsanitäter  mit einer Zusatzausbildung für die Bearbeitung von belastenden Einsätzen.

Die Peers des  Roten Kreuzes sind in folgender Form für die Mitarbeiter da: 

Anonyme Einzelgespräche nach belastenden Einsätzen und zu Fragen möglicher Belastungsreaktionen.

  • Gruppengespräche nach belastenden Einsätzen durchgeführt durch PEERs (ausgebildeter Kollegen) und psychosoziale Fachkräfte
  • Bei Bedarf Überleitung in die Betreuung von psychosozialen Fachkräften. 
  • Schulungen und Informationsveranstaltungen für Einsatzkräfte , Beratung  für Familienmitglieder

Natürlich sind die Experten der psychosozialen Dienste auch in der Einsatzplanung bzw. im Einsatz- und Katastrophenmanagement wichtige Berater in der multiprofessionellen Einsatzleitung.

Fachliche Grundlagen der Arbeit von Peers im Rahmen der Stressverarbeitung?

Aus einer Reihe von Beobachtungen und systematischen wissenschaftlichen Arbeiten entwickelte Jeffrey T. MITCHELL gemeinsam mit George S. EVERLY ein praxisorientiertes, sehr erfolgreiches und empirisch abgesichertes Modell: Critical Incident Stress Management (CISM), im Österreichischen Roten Kreuz kurz SvE (Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen) genannt. Das Rote Kreuz bildet seine Peers in spezifischen Kursen nach diesen Richtlinien aus.  Jährliche Schulungen  sind verpflichtend.

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