Erlebnisse Notquartier Messegelände

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Ich habe 5 Tage auf dem Messegelände verbracht.
Die ersten Tage habe ich mich mit Sachspenden herumgeschlagen. Man ist angekommen und wusste einfach was gemacht werden muss. Keiner wurde eingeteilt, alle haben da geholfen wo es nötig war und es hat wunderbar geklappt.

Die letzten Tage habe ich beschlossen die Warnweste abzulegen und habe mich unter die Leute gemischt, um mir ihre Geschichten anzuhören, ihre Handyaufnahmen anzusehen und einfach nur mit ihnen zu lachen.

Es sind Menschen wie du und ich. Anfangs bin ich mit gemischten Gefühlen angekommen - wusste nicht was mich erwartet. Ich ging vom schlimmsten aus, doch ich wurde schnell vom Gegenteil überzeugt. So gut habe ich mich schon lange nicht mehr unterhalten. So viel habe ich schon ewig nicht mehr gelacht. So interessante Menschen habe ich seit langer Zeit nicht mehr kennengelernt.

Einer Flüchtlinge hat mir Blumen gekauft. Voller Stolz stehe ich da mit den Rosen in der Habd und jeder der vorbei ging meinte: "He du musst wohl die Denise sein." Er hat mich den ganzen Tag am Gelände gesucht um mir dieses Geschenk zu überreichen. Das war eines der schönsten Momente.

Nun am letzten Tag war es so weit. Das Rote Kreuz kündigte die Weiterreise an und die Menschen warteten geduldig auf die Busse. Es gab keine Randale, kein Gedränge. Die Kinder standen brav in der Reihe. Doch der Bus kam und kam nicht an.
Die Helfer und das Rote Kreuz begannen alles wegzuräumen. Ich stürzte mich sofort auf die Heurigenbänke. Es dauerte keine Sekunde und die Flüchtlinge kamen in Gruppen um uns zu helfen. Sie ließen mich keine Bank schleppen, sie nahmen mir den Besen aus der Hand und kehrten zusammen. Einen so großen Zusammenhalt habe ich selten wo gesehen.

Endlich kamen die ersten Busse und der Abschied viel schwer. Ein junger Syrer mit seinem Bruder und seinen Freunden standen bei mir - wir unterhielten uns köstlichst. Jedes mal wenn ein Bus kam fragte ich ob er nicht einsteigen möchte. Er sagte: "Ich warte auf den nächsten." Sie blieben bis zum Schluss.

Ich für meinen Teil bin froh diese Erfahrung gemacht zu haben und kann es nur jedem empfehlen.

In diesem Sinne möchte ich mich bei allen bedanken, die dieses Zusammentreffen ermöglicht haben. Ich wünsche den Flüchtlingen alles Gute für ihre Zukunft.

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