Erfahrungsbericht Flüchtlingshilfe am Messegelände in Tulln am Sonntag, den 13.09.2015

2015-09-13 16.39.10

„Sonntag, den 13.09.2015, um 04:00 Uhr ist Tagwache, denn in Tulln wird unsere Unterstützung gebraucht. Zusammentreffen mit die Kollegen aus den Bezirk Amstetten ist um 05:15 Uhr auf einem Rastplatz an der A1 in Raum Amstetten.

Nach und nach kommen die Kollegen aus Amstetten, Waidhofen an der Ybbs, Haag, Sankt Valentin und Sankt Peter in der Au am Treffpunkt an, zur gemeinsamen Weiterfahrt nach Tulln. Bei unserer Ankunft in Tulln große Verwunderung, es ist kein einzige Flüchtling da.

Nachdem unserer Einsatzleiter mehr Informationen geholt hat, gibt es folgendes Problem: es gibt in Nickelsdorf zwischen 10.000 und 15.000 Flüchtlinge, Busse sollten auch da sein, aber anscheinend keine Fahrer!

Weiteres wird mitgeteilt, dass jederzeit mit Flüchtlinge zu rechnen ist, erst um 12 Uhr, dann um 13 Uhr und so weiter.

Tatsächlich kommen die Flüchtlinge erst um 19 Uhr. Es sind 18 Busse mit rund 1000 Menschen die außer Hunger, Durst und medizinische Probleme nichts haben.

Eigentlich sollte wir um 19:00 Uhr abgelöst werden, aber wir entscheiden uns jedoch noch etwas zu bleiben um unsere Tullner Kollegen zu unterstützen.

Ich werde eingeteilt um die Menschen noch in den Bussen zu zählen und bekomme Unterstützung von der Tullner Kollegin Luana Köttler.

Unterstützung bekommen wir von mehrere Dolmetscher, was uns das Arbeiten sehr erleichtert.

Die Flüchtlinge haben nach den Strapazen in Ungarn einfach Angst um aus zu steigen. Nachdem wir ihnen gut zugeredet haben steigen die Ersten aus. Frauen mit Säuglingen, völlig übermüdete Kinder, ja auch Erwachsenen fallen mehr aus den Bus als dass sie aussteigen. Nachdem diese Menschen mit einem Band versehen sind, können sie essen, trinken, duschen und die Kinder können spielen. Nachdem alle Bussen leer sind, habe ich ein bisschen Zeit um mit ein paar von diese Flüchtlinge, soweit sie die englische Sprache beherrschen, zu reden. Die Geschichten und Schicksale sind einfach unglaublich. Müde, aber sehr zufrieden was Gutes getan zu haben, fahre ich um 23:30 Uhr heim.

Was mich positiv überrascht hat, war der große Andrang aus der Bevölkerung. Dauernd sind Leute gekommen mit Kleidung, Obst und andere wertvolle Sachen. Ganz viele haben gefragt wo man sich als freiwillige Helfer anmelden kann, sehr Lobenswert war auch die Organisation durch das RK Tulln. Seitens die Flüchtlinge ist so viel Dankbarkeit gekommen, das macht es Wert um die nächste Mal wieder in Hilfseinsatz zu gehen!“

Mit freundlichen Grüßen,

Giovanni Peduzzi

Fahrermanagement

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