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In einigen Landeskrankenhäusern Niederösterreichs befindet sich zwar eine Geburtenabteilung, aber keine Kinderstation oder gar eine Neonatologie, d.h. es gibt kein flächendeckendes Kinderfacharztsystem in Niederösterreich. Die Geburtenhelfer stehen daher oftmals vor besonderen Herausforderungen, wenn es um eine Frühgeburt geht, es bei der Geburt zu Komplikationen mit dem Kind kommt oder nach der Geburt ein angeborenes Leiden oder eine lebensbedrohliche Krankheit beim Baby festgestellt werden. Ein kompetenter Facharzt samt geschultem Einsatzteam wird daher möglichst rasch vor Ort benötigt. Mit dem „Baby-FEF“ (Baby Facharzt Einsatz Fahrzeug) des Roten Kreuzes Tulln wird von einem speziell ausgebildeten Sanitäter ein Kinderfacharzt umgehend 24 Stunden rund um die Uhr einsatzmäßig (d.h. mit Blaulicht und Folgetonhorn) zur Einsatzstelle im alarmierenden Krankenhaus zum Zwecke der Erstversorgung des neugeborenen Babys gebracht. Unabhängig davon, kann vom Roten Kreuz bei Bedarf ein Transport mit dem Inkubator vorbereitet werden.

 

Das Rote Kreuz Tulln und die Kinderstation/Neonatologie des Universitätsklinikums Donauregion Tulln betreuen auf diese Weise gemeinsam die Geburtenstationen der Landeskliniken in Korneuburg, Klosterneuburg und Hollabrunn, welche allesamt über keine eigenen Kinderabteilungen und entsprechende Fachärzte verfügen. Eine hochwertiges „Neo-Facharzt-Team“, welches aus dem Kinderfacharzt des Universitätsklinikums Tulln und einem speziell geschulten Sanitäter der Bezirksstelle des Roten Kreuzes Tulln besteht, garantiert den schnellsten und fach-kompetenten Einsatz auch für unsere Kleinsten.

 

Ablaufskizze: Die Alarmierung erfolgt durch das entsprechende Krankenhaus über Notruf 144 NÖ auf das Handy bzw. den Pager des Einsatzfahrers. Der Sanitäter findet sich innerhalb von maximal 10 Minuten mit dem „Baby-FEF“ im Universitätsklinikum Tulln ein, wo der jeweils diensthabende Facharzt zusteigt. Die Eintreffzeiten inklusive Vorbereitungszeit betragen ca. 30 bis 35 Minuten nach Alarmierung. Im Bedarfsfall kann ein etwaiger Transport des Säuglings während dessen geplant werden – Die Anforderung eines Inkubatortransportes erfolgt in erster Linie durch den Sanitäter bzw. durch den Arzt.

Der Arzt und sein Sanitäter bestreiten nach dem Eintreffen den Einsatz gemeinsam – im OP oder im Kreißsaal. Falls nötig wird das Inkubatorteam des Roten Kreuzes und das Baby mit Facharztbegleitung nach Tulln auf die Neonatologische Abteilung transferiert. Im Idealfall kann allerdings in 90 % der Fälle das Baby nach erfolgreicher Primärer Versorgung bei der Mutter bleiben.

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