Sujet Peer System

Betroffenheit ist eine menschliche Reaktion, die auch an erfahrenen Einsatzkräften nicht vorüber geht. Besonders in Notfallsituationen entstehen hohe psychische Belastungen, die auch länger andauern können. Wenn bewährte Bewältigungsmuster nicht mehr ausreichen, helfen Ihnen die SvE-Spezialisten des Roten Kreuzes weiter.

 

Das Rote Kreuz ist für seine Mitarbeiter da

  • Einzel- und Gruppengespräche nach belastenden Einsätzen durchgeführt durch PEERs (ausgebildeter Kollegen) und psychosoziale Fachkräfte
  • Schulungen und Informationsveranstaltungen für Einsatzkräfte
  • Beratung und Unterstützung für Familienmitglieder

 

Natürlich sind die Experten der psychosozialen Dienste auch in der Einsatzplanung bzw. im Einsatz- und Katastrophenmanagement wichtige Berater in der multiprofessionellen Einsatzleitung.

 

Warum Stressverarbeitung?

Der Alltag unserer MitarbeiterInnen im Rettungsdienst verspricht nicht immer angenehm zu werden:

Verkehrsunfall – beschädigte und zerstörte Sachgüter, verletzte Kinder und Erwachsene, Tote, verstörte unverletzte Menschen, Angehörige, hilflose Zuschauer, usw. Alle beteiligten Einsatzkräfte, wie Rotes Kreuz, Feuerwehr, Exekutive, etc. haben während des Einsatzes ihr Bestes gegeben!

 

Nach dem Einsatz:

Man versucht vielleicht zunächst, den Einsatzverlauf sachlich nachzubesprechen, daneben zeigen sich bei jedem einzelnen auch Emotionen: Trauer, Wut, Ohnmacht, Verzweiflung, das Gefühl, nicht optimal gehandelt zu haben. Jeder reagiert in seiner persönlichen Art und Weise, jeder drückt seine persönliche Betroffenheit in seiner spezifischen Art aus. Belastende Situationen und Betroffenheit können aber auch bei der Betreuungsarbeit von hilfs- und pflegebedürftigen Personen im stationären oder häuslichen Bereich auftreten.

 

Diese Betroffenheit ist eine menschliche Reaktion. Sie kann von kurzer Dauer sein, aber auch länger andauern und beim Betroffenen nachhaltige negative Auswirkungen zeigen, im Extremfall sogar eine Beeinträchtigung der Gesundheit bewirken. Derartigen Beeinträchtigungen muss bestmöglich vorgebeugt werden.

 

Was ist Stressverarbeitung?

In der amerikanischen Armee beobachtete man erstmals im 2. Weltkrieg systematisch, dass Soldaten, welche die Möglichkeit hatten, über ihre Erlebnisse unmittelbar zu sprechen, am nächsten Tag besser einsatzfähig waren. Aus einer weiteren Reihe von Beobachtungen und systematischen wissenschaftlichen Arbeiten entwickelte Jeffrey T. MITCHELL gemeinsam mit George S. EVERLY ein praxisorientiertes, sehr erfolgreiches und empirisch abgesichertes Modell: Critical Incident Stress Management (CISM), im Österreichischen Roten Kreuz kurz SvE (Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen) genannt.

 

Was ist ein belastendes Ereignis?

Ein belastendes Ereignis liegt außerhalb der alltäglichen menschlichen Erfahrung. Da es plötzlich und unerwartet auftritt, kann es starke emotionale Auswirkungen auch auf gut vorbereitete, erfahrene Menschen haben. Ist das belastende Ereignis extrem, kann es auch pathologische Folgewirkungen zeigen.

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