Katastrophenhilfe
Erdbeben, Tsunamis, Hurrikans, Hochwasser und Überschwemmungen: Wir leben in einem Jahrzehnt der Naturkatastrophen. Seit dem Jahr 2000 haben die Desaster weltweit etwa 2,8 Milliarden Menschen betroffen. Die Rotkreuz-Bewegung agiert als weltweites Hilfsnetzwerk mit der zentralen Aufgabe menschliches Leid zu lindern. Ziel der Rotkreuz-Katastrophenhilfe ist es, Menschen in Notsituationen rasch und unbürokratisch zu helfen. Diese Hilfe erfolgt finanziell, materiell und personell.
Für die Bewältigung von Großkatastrophen wie das Erdbeben in Haiti, das Millionen Menschen obdachlos machte, arbeiten Rotkreuz-Experten aus aller Welt Hand in Hand. Spezialeinheiten mit Schwerpunkten wie Gesundheit/medizinische Vorsorgung, Trinkwasser, Unterkunft, Telekommunikation, usw. funktionieren dann im Katastrophengebiet wie ein Räderwerk.
Das Österreichische Rote Kreuz verfügt über einen Katastrophenhilfsdienst, der für Einsätze im In- und Ausland jederzeit abrufbereit ist.
International hoch angesehen sind zum Beispiel die ÖRK-Spezialisten im Bereich Trinkwasser und Sanitär, Telekommunikation sowie Such- und Rettungsteams, die besonders nach Erdbeben zum Einsatz kommen. Einsätze und Hilfsmaßnahmen werden stets mit der Rotkreuz- bzw. Rothalbmondgesellschaft des betroffenen Landes und der internationalen RK-Bewegung abgestimmt.
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Die Ausrüstung für Großunfälle & Katastrophen in Wiener Neustadt ist ständig einsatzbereit. Ca. 300 Personen stehen im Ernstfall zur Verfügung, um bei Großeinsätzen zu helfen. Koordiniert werden diese Einsätze durch das Rotkreuz-Bezirkskommando Wiener Neustadt.
Seit dem Jahr 2006 sind die Katastrophenhilfs-Einheiten des Österreichischen Roten Kreuzes normiert. Somit stehen in jedem Bezirk Österreichweit standardisierte Hilfseinheiten für alle notwendigen Großschäden und Großambulanzen zur Verfügung.
Im politischen Bezirk Wiener Neustadt gib es für diese Fälle auch eine eigens geschulte Mannschaft, die sich intensiv mit der Abwicklung und Organisation befasst.
Die „SEG Wiener Neustadt“ ist eine Sondereinsatzgruppe des Bezirkskommandos Wiener Neustadt. Dieses setzt sich aus allen Bezirksstellen des politischen Bezirkes Wiener Neustadt zusammen. Die Bezirksstellen teilen sich die Aufgaben in der Katastrophenhilfe.
Um nur ein Beispiel zu nennen, steht etwa in der Bezirksstelle Sollenau die Mobile Leitstelle (MLS) für den Bezirk Wiener Neustadt. Weiters sind in allen Bezirksstellen Anhänger mit Zelten und Sanitätsmaterial einsatzbereit.
Die Ärzte für diese Einsätze kommen einerseits vom Krankenhaus Wiener Neustadt, dass für Großeinsätze mehrere Notärzte abstellt und andererseits aus den umliegenden Gemeinden, in denen viele praktische Ärzte mit den Rettungsorganisationen eng zusammenarbeiten.
Neben den personellen Ressourcen benötigt man natürlich auch spezielle Gerätschaften.
Der NGW (Notfallgerätewagen) ist eine Sonderanfertigung für das Rote Kreuz Wiener Neustadt. In dem speziellen Fahrzeugaufbau sind alle benötigten Geräte zur Versorgung einer großen Anzahl an Schwerverletzten gelagert. Die Ausrüstung entspricht 2 medizinischen Großunfallsets (MEGUS). Das sind normierte Sets, mit denen jeweils 15 Verletzte versorgt werden können. Somit ist also die Versorgung von insgesamt ca. 30 Verletzen möglich. Über dies hinaus werden verschiedenste Bergegeräte, Zelte, ein Notstromaggregat und Scheinwerfer im Fahrzeug mitgeführt.
Zusätzlich gibt es in Wiener Neustadt 2 Anhänger, die mit jeweils einem Zelt mit Zubehör (Feldbetten, Decken, Beleuchtung, Heizung, etc.) ausgerüstet sind. Eines der Zelte hat an Stelle der, wie normal üblichen, Stangen Luftkammern und kann dadurch mit Hilfe eines Kompressors von 2 Menschen binnen weniger Minuten aufgestellt werden. Das gesamte Material wird durch die Sondereinsatzgruppe ständig gewartet und in Stand gehalten.
Selbstverständlich werden Rettungsfahrzeuge, Notarztwägen und Hubschrauber ebenfalls in die Versorgung bei Großeinsätzen eingebunden, wobei aber immer dafür gesorgt werden muss, dass für die Abwicklung zusätzlicher Notfälle im restlichen Einsatzgebiet genügend Kräfte zur Verfügung stehen.
Als besondere Einrichtung verfügt der Landesverband für Niederösterreich über vier Suchhundestaffeln, wovon eine Staffel in der Bezirksstelle Wiener Neustadt stationiert ist. Die Hunde sind speziell für die Trümmer- und Flächensuche ausgebildet und durften ihr Können schon oft unter Beweis stellen.
Der letzte große Einsatz der Staffel waren die Sucharbeiten nach den schweren Erdbeben in der Türkei. Unzählige Preise und Titel zeigen auch die höchst professionelle Arbeit der Staffel die aus unserem Bereich nicht mehr wegzudenken ist. Über das Generalsekretariat des Österreichischen Roten Kreuzes ist die Staffel auch in das Internationale System der Emergency Responce Units.
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