Mehr als nur Blut

Mit dem Bau der Blutzentrale im Jahre 2006 schaffte das Rote Kreuz Raum für mehrere wichtige Aufgaben. Es vereint sowohl den klassischen Blutspendebereich, in dem jährlich 50.000 Blutkonserven hochwertig verarbeitet werden als auch die umfangreichen Labor-, Forschungs- und Behandlungseinrichtungen unter einem Dach.
Das Gebäude, direkt neben dem Eingang zum Allgemeinen Krankenhaus, sticht gleich ins Auge – nicht zuletzt wegen des großen Roten Kreuzes auf der Fassade. Der Neubau der Blutzentrale Linz wurde deshalb notwendig, da die alten Räumlichkeiten zu klein und den Anforderungen nicht mehr gerecht waren. Nunmehr hat stehen rd. 10.000 m2 Nutzfläche zur Verfügung.

 

 

Funktionalität bei Planung berücksichtigt

Die Struktur des Gebäudes hat sich aus den wesentlichen Aufgabenbereichen und Funktionen ergeben. So sind die eigentlichen Blutspendebereiche, also dort wo allgemeiner Publikumsverkehr besteht, baulich und funktionell von den Labor- und Herstellungsbereichen getrennt. Zutrittsbarrieren schirmen diese sensiblen Bereiche ab und lassen nur authorisierte Personen ein.
Jene Bereiche, die öffentlich zugänglich sind, befinden sich im Erdgeschoss. Dort erfolgen die Blutspenden, sowie auch die aufwändigere Thrombozytenentnahme. Im ebenfalls dort angesiedelten Ambulatoriumsbetrieb  erfolgen unter anderem der Austausch von Blutkomponenten und die Behandlung  von Patienten mit Gerinnungsstörungen. Ein Ärzteteam steht den Patienten für die notwendigen Aufnahmeuntersuchungen, Beratung und Betreuung zur Verfügung.

 

 

Kompletter Blutbefund für Spender

Nur ein Bruchteil der jährlich ca. 50.000 Blutspenden erfolgt direkt in der Blutzentrale Linz. Darüber hinaus sorgen vier Teams, die in ganz Oberösterreich unterwegs sind, dafür, dass das innerhalb des Bundeslandes gespendete Blut auf schnellstem Weg in die Zentrale nach Linz gelangt. Bevor das Blut zu den Endverbrauchern, also den Krankenhäusern ausgeliert wird, muss eine Reihe von Labortests erfolgen. In den Labors, welche im ersten und zweiten Sock des Hauptgebäudes  untergebracht sind, wird das eingelieferte Blut unter anderem auf Viren und Antikörper untersucht. Für den Spender selbst wird ein kompletter Blutbefund erstellt, der ihm neben den wichtigsten infektionsserologischen Parametern auch alle wesentlichen Daten seines Blutbildes liefert. Das soll auch durchaus ein Anreiz zum Blutspenden sein, da man neben der „Guten Tat“ des Spendens auch Aufschlüsse über die eigene Gesundheit mitgeliefert bekommt.
Folgende Labortests werden durchgeführt: 

• Immunhämatologie
• Screening
• Genetik
• PCR
• Pharmakogenetik
• Immungenetik
• Hämatologie
• Gerinnung
• Mikrobiologie

Die eigentliche „Blutbank“, also die Einlieferung, Lagerung und Auslieferung des gespendeten Bluts  und der ausgabefähigen Produkte befindet sich im hinteren Teil des Erdgeschosses. Auf der Grundlage der vertraglichen Bestimmungen besteht im Bundesland OÖ (übrigens als einzigem Bundesland neben Kärnten) für die Blutbank des Roten Kreuzes ein Versorgungsauftrag. Das heißt, dass die Krankenhäuser täglich aktiv versorgt werden müssen. Dieser Auftrag gilt  auch für seltene Blutgruppen, die – soferne sie gerade nicht vorrätig sind – über andere Bundesländer oder sogar staatenübergreifend organisiert werden müssen.

 

 

Anerkannt in der Forschung

Die hochspezialisierten Labors und Einrichtungen der Blutzentrale Linz befassen sich aber noch mit zahlreichen anderen Untersuchungen und Herstellungen. Ein wesentlicher Bereich dabei sind Gewebeprodukte, die menschlichen Ursprungs sind.  Die klassisch ersetzende Medizin verlangt nach Produkten wie Muskeln, Sehnen, Herzklappen oder Hornhäuten, um nur einige wichtige Produkte zu nennen. Da es für die Patienten sehr wichtig ist, dass Infektionen oder Kontamination von Haus aus ausgeschlossen werden können, ist auf die sorgfältige Aufbereitung und Lagerung  bei optimalen Bedingungen größtes Augenmerk zu legen. Dies gilt gleichermaßen für Stammzellenentnahmen aus Knochenmark oder Nabelschnurblut.
Ein eigener Bereich im 3. Obergeschoss ist der Gewebetypisierung von Patienten gewidmet, die sich einer Organspende unterziehen. Dort laufen alle Fäden zusammen, dass das richtige Spenderorgan gefunden wird, um spätere Reaktionen oder gar Abstoßung  weitgehend ausschließen zu können. Auch neueste Methoden der Gensequenzierung werden dabei eingesetzt.

 

 

Status einer Krankenanstalt

Die Blutzentrale Linz hat den Status einer 100 prozentigen Krankenanstalt und wird als solche vom OÖ Roten Kreuz betrieben. Damit unterliegt sie auch allen einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, also  dem Krankenanstaltengesetz und  Blutsicherheitsgesetz. Da jene Teile des Blutes , die gelagert und weitergegeben werden, wie Medikamente betrachtet  werden müssen, hat die Blutzentrale darüber hinaus des Rang eines Pharmaherstellers und unterliegt somit auch dem Arzneimittelgesetz.
Die Geschäftsführung der Blutzentrale Linz obliegen OA Dr. Gerhard Jüngling, Koordination Ärztlicher Dienst, Susanne Süssner, MSc, Koordination Medizinisch-Technischer Dienst sowie dem Kaufmännischen Direktor Ing. Mag. Werner Watzinger. Rund 150 Mitarbeiter beschäftigt das Haus, darunter 3 Fachärzte, 3 Assistenzärzte, Biologen, Pharmazeuten, ca. 40 MTA’s, zahlreiche Diplomkrankenpfleger, Sanitätsgehilfen und Verwaltungspersonal. Freiwillige finden sich vorwiegend in Logistik und Callcenter.
 „Fest steht, die Blutzentrale Linz ist ein Garant für die Versorgung der oberösterreichischen Spitäler mit lebenswichtigen Blutprodukten und ist ein wesentlicher Teil der oberösterreichischen Spitzenmedizin“, fasst Mag. Ing. Werner Watzinger, Verwaltungsdirektor der Blutzentrale Linz, die hohe Kompetenz seines Hauses zusammen.

 

 

 

Wußten Sie, dass die Blutzentrale Linz...

-> jährlich ca. 50.000 Blutspenden und
     rd. 2.500 Thrombozytenspenden entnimmt


die einzige Blutzentrale Österreichs ist, die
-> sämtliche Tests selbst durchführt
-> modernste Methoden der Sequenzierung  und molekularen Diagnostik anwendet
-> eine Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut betreibt
-> regelmäßig Projektpartner bei EU-Projekten ist

 

 

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