Was ist ein Defibrillator

Fibrillieren ist der Fachbegriff für (Kammer-) Flimmern. Kammerflimmern ist eine akut lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der die Frequenz in der Herzkammer stark erhöht ist (> 320 Schläge pro Minute). Bei so einer hohen Herzfrequenz kommt die Pumpfunktion des Herzens zum Erliegen. Ausgelöst kann Kammerflimmern zB durch einen vorausgegangenen Herzinfarkt werden.

 

Ein kurzer elektrischer Impuls kann dieser Störung entgegen wirken - und genau dieser Strom-Impuls wird durch einen Defibrillator abgegeben, mit dem Ziel, das flimmernde Herz wieder in den richtigen Rhythmus zu bringen. Defibrillieren bedeutet demnach ENTFLIMMERN.

 

Das Komplizierteste an der Defibrillation ist das Wort selbst, denn

  • Laien-Defis sind Geräte, die nachdem sie am Patienten mittels Klebeelektroden angeschlossen wurden, automatisch und selbstständig ermitteln, ob ein Stromimpuls notwendig ist oder nicht.
  • Wenn ja, kann jeder Laie durch Knopfdruck den Impuls abgeben und damit Leben retten.
  • Es ist unmöglich, einem Patienten Schaden zuzufügen.
  • Sollte eine Impulsabgabe nicht nötig sein, führt sie das Gerät trotzdem durch die weitere Erste Hilfe.

WARUM LÖST EIN DEFI NICHT JEDES MAL EINEN STROMIMPULS AUS?

Wie oben erwähnt, ermittelt ein Defibrillator selbstständig, ob ein Stromimpuls notwendig ist oder nicht. Dazu wertet er automatisch den Herzschlag des Patienten mittels EKG (=Elektrokardiogramm) aus. Da defibrillieren übersetzt entflimmern heißt, muss auch ein Flimmern vorhanden sein, damit ein Stromimpuls nötig ist. Sollte beim Patienten kein Herzschlag mehr vorhanden sein (sogenannte Nulllinie im EKG = Asystolie), kann auch der Strom nicht helfen. In jedem Fall ist eine sofortige Herz-Lungen-Wiederbelebung (=Reanimation) mit abwechselnd 30 Herzdruckmassagen und 2 Beatmungen unerlässlich.

 

Wiederbelebungsmaßnahmen inkl. Defibrillator können theoretisch und praktisch in Erste-Hilfe-Kursen des Roten Kreuzes erlernt werden.

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