Regelung des Hausärztlichen Notdienstes (HÄND) im Bezirk Freistadt

Das System des HÄND gibt es im Bezirk Freistadt seit 1. Oktober 2014 und greift in der Nacht bzw. an Wochenenden und Feiertagen auch tagsüber. Die meisten Bezirke in OÖ sind auf dieses System umgestiegen - die Ärzte-Sprengel wurden dabei vergrößert und zusammengelegt.

 

"Wer als Mediziner nach einem regulären, langen Arbeitstag Bereitschaftsdienst in der Nacht hat, kommt 24 Stunden fast nicht zum Schlafen und startet so in den nächsten Ordinationstag. Für die Patienten ist es aber besser, wenn ihr Arzt fit und ausgeruht ist.", so Dr. Josef Schützenberger, Bezirksärztevertreter und Allgemeinmediziner in Königswiesen. Die Neuorganisation der Dienste war aber auch wichtig, um die landärztliche Versorgung in Zukunft zu sichern. "In den kommenden Jahren gehen immer mehr Landärzte in Pension. Schon jetzt ist es schwierig, Nachfolger zu finden. Gegensteuern kann man mit Maßnahmen, die den Beruf attraktiver machen. Weniger Notdienste tragen dazu sicher bei. Außerdem ist die Sprengelordnung veraltet, die Menschen sind ja heute viel mobiler als früher.", meint Mag. Martin Keplinger, der bei der Ärztekammer für den HÄND zuständig ist.

 

Das HÄND-System ist in 2 Bereiche aufgeteilt: offene Ordinationen bei niedergelassenen Ärzten bzw. ein mobiler Visitendienst, der zu den Patienten nach Hause fährt, wenn es notwendig ist. Dabei ist der Visitendienst rein nur für die Hausbesuche zuständig, was ihn flexibler macht.

Die Dienstzeiten des HÄND-Systems finden Sie hier.

 

Die diensthabenden Ärzte sind auch im HÄND-Dienst selbstständig und eigenverantwortlich in ihrer Tätigkeit und unterliegen nicht dem Roten Kreuz (also auch kein Vertrag mit dem Roten Kreuz). Für die ärztlichen Handlungen und Tätigkeiten und somit auch für die Entscheidung, ob ein Hausbesuch notwendig ist, ist rein der Arzt verantwortlich. Das Rote Kreuz stellt nur das Fahrzeug und den Lenker und nimmt die Anrufe entgegen.

 

HÄND = Notdienst, also nicht für kleinere Beschwerden gedacht

Unaufschiebbare Visiten, d.h. akute Erkrankungen (zB hohes Fieber bei Kindern), akute Schmerzen und dergleichen, bei denen es sich aber nicht um einen Notfall handelt (dafür wäre der Rettungs- und Notarztdienst des Roten Kreuzes zuständig) sind die Aufgabe des HÄND. Behandlungen, die nicht dringend sind, sollten in den normalen Ordinationszeiten Ihres Hausarztes außerhalb des Notdienstes in Anspruch genommen werden.

 

Die Mitarbeiter der Leitstelle Linz/Mühlviertel in Linz sind sehr erfahren und bemüht, anhand von telefonischen Angaben im Vorhinein zu selektieren, ob es sich bei Ihren Angaben um einen Notfall handelt, um ggf. deshalb von Haus gleich einen Rettungswagen bzw. den Notarzt zu Ihnen zu schicken. Sollten Sie definitiv nur einen Hausarzt wünschen (zB bei Anfragen von Altenheimen), bitten wir Sie dies extra beim Anruf dazu zu sagen, um den Mitarbeitern die Wahl des richtigen Rettungsmittels zu erleichtern. Vielen Dank.

Auch der Visitenarzt hat jederzeit die Möglichkeit, statt einer Visite gleich den Einsatz von Rettung bzw. Notarzt für Sie zu veranlassen.

 

Genaueres zur Alarmierung und zum Ablauf finden Sie hier.

 

 

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