DUNANT 01

"So braucht man also freiwillige Helfer und Helferinnen, die im voraus ausgebildet, geschickt und mit ihrer Aufgabe vertraut sind"

 

 

In Österreich...

 

Österreich trat 1866 der Genfer Konvention bei. 1867 nahm die Wiener Organisation des „Österreichischen Patriotischen Hilfsvereines für Verwundete Krieger, Militärwitwen und –waisen“ das Zeichen des Roten Kreuzes an. In den folgenden Teilen des Landes private Hilfsorganisationen, die sich 1880 zusammenschlossen. Am 14. März dieses Jahres erfolgte die Gründung der „Österreichischen Gesellschaft vom Rothen Kreuze „.Erster Präsident wurde Karl Freiherr von Tinti, sein Stellvertreter Graf Falkenhayn. Das Protektorat übernahmen Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth..

 

 

In Gmunden....

 

Das Rote Kreuz in Gmunden zählt zu den ältesten  Rotkreuz - Organisationen  des gesamten Bundesgebietes. Es wurde 1882 gegründet, die Statuten erhielten am 31. März 1882 unter Z. 38617/ II die Genehmigung der hohen k.k. Statthalterei.

 

Die umfangreichen Vorbereitungen für die Gründung und die Gründung selbst wurden vom damaligen Bezirkshauptmann Robert Reichsritter v. Raab durchgeführt. Er war auch der 1. Präsident des Roten Kreuzes im Bezirk Gmunden. Welche Schwierigkeiten damit verbunden waren, kann aus den Erlass Nr. 806 vom 17.April 1880 entnommen werden. Zu dieser Zeit war Herr Franz Schleiß Bürgermeister in Gmunden.

 

 

Im Jahre 1887 wurde folgendes Präsidium gewählt:

 

Präsident:  

Aichelburg-Labia Franz, Freiherr von; Amtsleiter der k.k.    Bezirkshauptmannschaft

 

Vicepräsident: 

Kaltenbrunner Alois, Bürgermeister in Gmunden

Kassier:      

Mayr Georg, Geistlicher Rath und Stadtpfarrer

 

Schriftführer:

Dr: Staudinger, k.k. Landesgerichtsrat i.P.

 

Ausschüsse: Puchinger Hieronymus,

                     Bürgermeister in Ebensee

                     Dr. Dinghauser Josef, Advocat

                     Karlstätter Johann, Pfarrer in Altmünster

                     Koch Franz, Bürgermeister in Bad Ischl

                     Laber Michael, k.k. Bezirksschulinspektor in Gmunden

                     Dr. Mitterbacher Gustav sen., Advocat in Gmunden

                     Dr. Mitter Richard, Arzt in St. Wolfgang

                     Dr. Wolfsgruber Hans, kais. Rath, Curarzt in Gmunden

 

Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts waren im Präsidium fast alle Gemeinden des Bezirkes vertreten. In der Generalversammlung, die am 25. Jänner 1900 im Gemeinderatsaal in Gmunden stattfand, wurde eine neuerliche Ausschusswahl vorgenommen. Zum Präsidenten wurde Graf Salburg - Falkenstein, zum Vizepräsidenten Franz Margelik, k.k. Tabakhauptverleger in Gmunden, zum Schriftführer Dr. Gustav Mitterbacher, Advokat in Gmunden und in den Ausschuss für Pfarrer Karlstätter, Lambert Schmidbauer, ebenfalls Pfarrer in Altmünster, gewählt. ALTBÜRGERMEISTER Kaltenbrunner hat eine Wiederwahl abgelehnt, da er aus allen Vereinen austreten wollte. Der Zweigverein Gmunden des Landeshilfsvereins vom Rothen Kreuze für Oberösterreich war für 17 Gemeinden des politischen Bezirkes zuständig.

 

1891 wurde der Zweigverein Gmunden des Frauenhilfsvereins vom Rothen Kreuze für Oberösterreich ins Leben gerufen. Seine Statuten wurden am 4. Mai 1891, Z.6421/II behördlich genehmigt. Am 16. Mai fand dann die konstituierende Sitzung im städtischen Rathaussaal  statt. Dass dieser Zweigverein bereits ein Jahr später 227 ordentliche Mitglieder zählte, war ein ausschließliches Verdienst seiner Begründerin Gräfin Prokesch von Osten. Als sie, und weitere elf Damen des Ausschusses, ihre Funktion bei der Generalversammlung am 16. Juni 1900 niederlegten, war die Mitgliederzahl auf 357 ordentliche Mitglieder angewachsen. Der Verein war in verhältnismäßig kurzer Zeit der weitaus bedeutende Zweig des Stammvereines in Oberösterreich geworden.

 

In den neuen Ausschuss wurden gewählt:

Präsidentin : Mathilde Beistorfer

Gräfin Caroline Belcredi, Marie Benoni (Ischl), Josefine Dobler, Valentine Gaberle (Ischl) Marie Kaltenbrunner, Henriette Koch (Ischl); Magda Margelik, Gräfin Helene Salburg-Schaffgotsch, Josefine Titz und Helene Wolfsgruber.

 

 

Das Rote Kreuz stand landauf, landab hoch im Kurs. So erging bereits am 05.11.1892 Z. 3451, ein Erlass des hohen k.k. Ministeriums des Inneren, der besagte, dass öffentliche Sammlungen zum Zwecke der Sanitätspflege ausschließlich nur den bestehenden Hilfsvereinen vom Rothen Kreuze, als den zur Ergänzung der pflichtgemäßen staatlichen Fürsorge für die verwundeten und im Felde erkrankten Krieger statutarisch berufenen und staatlich anerkannten Organen gewährt werden. Das k.k. Reichs-Kriegsministerium genehmigte die Kennzeichnung der Rot-Kreuz- Angehörigen mit Armbinde und schriftlichen Legitimation auch in Pflegestätten. Das k.k. Ministerium für Kultus und Unterricht gab dem Antrag statt, die Bevölkerung und vor allem die Jugend von der Kanzel und in der Schule über die Hauptgrundsätze der Genfer Convention und über die Aufgaben des  Rothen Kreuzes zu unterrichten. Darüber hinaus gab es noch eine Erweiterung der Portofreiheit für das Rote Kreuz: Die Vereine untereinander, mit k.k. Behörden, Truppen und Anstalten durften kostenlos miteinander korrespondieren. Und zu guter Letzt wurden auch noch Fahrt –und Transportbegünstigungen für Frachtsendungen bzw. Funktionäre, Krankenpflegerinnen und Bediensteten der Vereine auf der Eisenbahn und der Donaudampfschifffahrt gewährt.

 

 

 

 

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