Wie kann ich mir die Mitarbeit im Roten Kreuz vorstellen?

Nicht fragen, einfach probieren ist hier unsere Devise. Wir bieten für Unentschlossene sogenannte Schnupperdienste an. Das heißt, du kannst ein Sanitäter-Team einen Tag lang begleiten und ihnen über die Schulter schauen. Solche Schnupperdienste kannst du zu deinem Wunschtermin und vielleicht auch mit Bekannten oder Freunden, die schon beim Roten Kreuz tätig sind, absolvieren. Die Vereinbarung eines solchen Termins ist ganz unkompliziert. Melde dich einfach per Mail oder telefonisch.

Wie schaut so ein Rotkreuz-Dienst aus?

Freiwillige SanitäterInnen übernehmen zumeist 12h-Dienste, von 6 bis 18 bzw. 18 bis 6 Uhr. Im Dienst hat man Bereitschaft auf der Dienststelle. Per Pager wird man zu einer Fahrt bzw. einem Einsatz alarmiert. Alle Daten hierzu gelangen per Datenfunk direkt auf das im Fahrzeug integrierte Terminal. Auf dessen Bildschirm können alle relevanten Daten, wie Einsatzort, Patientenname, Grund der Fahrt usw. abgelesen werden. Die Zeit zwischen den Fahrten kann beliebig genutzt werden, solange die Einsatzbereitschaft bestehen bleibt.

Sind die Dienstzeiten flexibel?

Später kommen oder früher gehen … einfach mit der Mannschaft vor oder nach dir ausmachen. Auch am Wochenende wird die Ablöse in der Früh individuell vereinbart. Bei Tagdiensten wird auch gerne die Möglichkeit genutzt, einen „halben“ Dienst, also 6h, zu machen.

Wie läuft die Einteilung der Dienste?

Freiwillige SanitäterInnen teilen sich die Dienste nach ihren Wünschen ein. Sie entscheiden, wann sie mit wem und wie oft Dienst machen. Dafür gibt es einerseits auf der Dienststelle ein eigenes Touchscreen-Terminal auf dem man sich Dienste aussuchen kann. Andererseits gibt es auch die Möglichkeit sich via PC oder Smartphone im Online-Dienstplan – einer Website – einzuloggen und Dienste einzutragen.

Was mache ich im Dienst in der Zeit, wo keine Einsätze sind?

Unsere MitarbeiterInnen gestalten sich die „einsatzfreie“ Zeit nach ihren Bedürfnissen. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück. Auf der Dienststelle steht Kabelfernsehen, WLAN, ein PC-Arbeitsplatz, eine gemütliche Couch und einiges mehr zur Verfügung. Auch eine kleine Küche und ein Griller können genutzt werden. Oft ist es aber auch nur ein kleiner „Tratsch“ am Esstisch, der die Zeit wie im Nu vergehen lässt. In den Nachtdiensten kann grundsätzlich geschlafen werden. Hierfür stehen zwei getrennte Schlafräume und entsprechende Sanitärräume bereit.

Wie viele Dienste muss ich als ehrenamtlicher Sanitäter absolvieren?

So viel du willst. Aus Gründen der Qualitätssicherung wurde ein Mindest-Dienstkontingent von 144h sowie Schulungen im Ausmaß von 10h pro Mitarbeiter und Jahr festgelegt. Das entspricht 12 Diensten pro Jahr, die du dir frei einteilen kannst. Die meisten Mitarbeiter machen aber bedeutend mehr Stunden.

Wie sieht die Ausbildung zum Sanitäter aus?

Die Sanitäter-Ausbildung findet auf Bezirksebene, zumeist direkt in Perg statt. Der berufsbegleitende Sanitäter-Kurs startet jedes Jahr im Oktober und dauert ca. 7 Monate. Pro Monat muss man mit 2 Kurstagen an einem Wochenende rechnen. Einen genauen Stundenplan gibt es bereits zu Kursbeginn. Ein Teil der Ausbildung wird mittels E-Learning absolviert. Diese kann innerhalb eines festgesetzten Zeitraums frei eingeteilt werden.
Vor allem für Schüler und Studenten wird eine geblockte Form in den Sommerferien angeboten. In den ersten 2,5 Ferienwochen im Juli kann diese ebenfalls in Perg absolviert werden.
Anschließend an den Kurs wird ein Praktikum im Rettungsdienst absolviert. Speziell geschulte Praxisanleiter führen die Kursteilnehmer in mindestens 14 Diensten als Dritten im Team in den Alltag im Rettungsdienst ein. Parallel dazu werden gewissen Einsatzsequenzen aus dem Kurs weiter trainiert.
Abschluss der Ausbildung ist eine Prüfung. Nach erfolgreicher Absolvierung ist man Rettungssanitäter gemäß dem Sanitätergesetz.

Wo gilt diese Ausbildung?

Die Rettungssanitäter-Ausbildung ist eine staatlich anerkannte Berufsausbildung. Sie können somit österreichweit bei allen Organisationen als Sanitäter tätig werden. Nach einer zusätzlich und freiwillig zu absolvierenden 40-stündigen Zusatzausbildung, dem Berufsmodul, sind sich berechtigt, auch beruflich Sanitäter zu werden. Außerdem ist die Sanitäter-Ausbildung Voraussetzung für zahlreiche Weiterbildungen im Roten Kreuz.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Das Bildungsprogramm des Roten Kreuzes, Landesverband OÖ ist über einhundert Seiten dick. Nach ihren Wünschen, Fähigkeiten und zeitlichen Möglichkeiten kannst du zahlreiche Kurse und Seminare auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene besuchen. Gängige Ausbildungen sind:

 

  • Einsatzlenker (berechtigt zum Lenken eines Einsatzfahrzeugs)
  • Gruppen- und Zugskommandant (Führungsaufgaben)
  • Praxisanleiter (Anleiten von Praktikanten im Praktikum)
  • Lehrbeauftragter (Erste-Hilfe-Kurse bzw. Sanitätshilfe)
  • Berufsmodul (Berechtigung zur beruflichen Ausübung)

 

Weitere Kurse und Seminare werden in den Bereichen Katastrophenhilfe, Führung, Kommunikation, Lehrwesen, Jugendarbeit, u.v.m. angeboten.

Wie werde ich Zivildiener beim Roten Kreuz?

Zivildienstleistenden werden beim Roten Kreuz in Schwertberg wie berufliche oder freiwillige Mitarbeiter im Rettungsdienst als Sanitäter eingesetzt. Um sich einen Fixplatz als „Zivi“ im Roten Kreuz zu sichern, ist eine Voranmeldung über die Bezirksstelle notwendig. Rotkreuz-Mitarbeiter, die bereits vor ihrem Zivildienst ehrenamtlich tätig sind oder die Ausbildung noch vor ihrem Antritt absolvieren, können bei der Anforderung beim Innenministerium bevorzugt werden. Alle Informationen zum Zivildienst erhältst du direkt bei uns. Melde dich einfach bei uns!

socialshareprivacy info icon