Bundesheer oder Zivildienst?

Mit der Stellung steht diese wichtige Frage vor einem. Die Entscheidung muss jeder für sich alleine treffen. Wir wollen dir auf dieser Seite einen kurzen Überblick geben, wie dein Zivildienst in der größten humanitären Hilfsorganisation des Landes aussehen könnte.

Was mache ich als Zivildiener beim Roten Kreuz?

Zivildienstleistende im Roten Kreuz werden vorwiegend im Rettungsdienst eingesetzt. Das heißt, du führst Krankentransporte und Notfallrettungseinsätze durch, arbeitest mit Notarztteams zusammen, leistest Ambulanzdienste bei Großveranstaltungen, ... und hilfst somit in Not geratenen Mitmenschen. Bei uns übernimmst du Verantwortung, sammelst wertvolle Lebenserfahrung und erlebst einen spannenden und abwechslungsreichen Arbeitsalltag!

Brauche ich Vorkenntnisse oder muss ich eine spezielle Ausbildung vorweisen?

Wir bilden dich aus! Um gut auf diese Aufgaben vorbereitet zu sein, startet dein Zivildienst beim Roten Kreuz mit einer zweimonatigen Ausbildungsphase. Während im ersten Monat Fachwissen vermittelt und Notfallsituationen trainiert werden, absolvierst du im 2. Monat ein angeleitetes Praktikum auf einer Rotkreuz-Dienststelle. Die Ausbildung schließt mit der staatlich anerkannten, kommissionellen Prüfung ab. Diese berechtigt dich nicht nur zur Tätigkeitsausübung als Rettungssanitäter, sondern gilt in Verbindung mit einem weiteren, freiwillig zu absolvierenden Modul auch als Berufsausbildung. Ab diesem Zeitpunkt stehen dir alle Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Roten Kreuz offen. Als Führerscheinbesitzer kannst du zudem die Ausbildung zum Einsatzlenker inklusive Fahrsicherheitstraining mit dem Rettungsfahrzeug absolvieren.

Was verdiene ich als Zivildiener?

Einkünfte für Zivildiener legt grundsätzlich das Innenministerium fest. Zur gesetzlichen Grundvergütung von € 301,40 (Stand ab 01.01.2012) erhältst du Verpflegungsgeld in Höhe von € 12,00 pro Kalendertag. Insgesamt kannst du also mit rund € 660,00 pro Monat rechnen. Je nach Entfernung zur Dienststelle steht dir außerdem eine Fahrtkostenvergütung zu. Wenn du bereits eine eigene Familie oder Wohnung hast, kannst du zu dem noch Wohnbeihilfe und Familienunterhalt beantragen. Als Zivildienstleistender bist du Kranken- und Unfallversichert, erhältst Befreiungen von den e-card-Service-, Rezept- und GIS-Gebühren, fährst in ganz Österreich gratis mit den Zügen der ÖBB und erhältst zudem zahlreiche Ermäßigungen für Zivildienstleistende. Zusätzlich kannst du auch alle Vorteile für Rotkreuz-Mitarbeiter nutzen, wie einen stark ermäßigten Handy-Tarif, eine Tankkarte, diverse Rabatte im Handel, usw. Selbstverständlich wird dir auch deine Dienstkleidung (Uniform) vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellt und du erhältst eine Schutzimpfung gegen Hepatitis A/B.

Wie werde ich „Zivi“ beim Roten Kreuz?

Anträge? Einberufungen? Bescheide? Keine Sorge, wir unterstützen dich! Der Weg zum Zivildienst ist mittlerweile einfach und unbürokratisch. Du wurdest bzw. wirst automatisch zur Stellung aufgefordert. Dort wirst du für „tauglich“ oder „untauglich“ befunden. Bei einer Untauglichkeit bist du vom Wehrdienst befreit und musst bzw. kannst somit auch keinen Zivildienst ableisten. Bist du tauglich und du entscheidest dich für den Zivildienst, musst du innerhalb von 6 Monaten nach deiner Stellung die sogenannte Zivildiensterklärung (diese findest du zusammen mit weiteren Informationen unter www.zivildienst.gv.at) bei deiner zuständigen Stellungskommission (per Post) einreichen. Du erhältst dann einen „Feststellungsbescheid“. Sobald du diesen Bescheid hast, können  wir dich als Wunschkandidaten für das Rote Kreuz im Bezirk Perg anfordern. Für Fragen zu diesem Prozedere kannst du dich jederzeit an uns wenden. Bei Bedarf unterstützen wir dich auch gerne bei diesem Vorgang.

Kann ich mir aussuchen, wann ich meinen Zivildienst leiste?

Grundsätzlich nicht. Du wirst einberufen, sobald du Zivildienstpflichtig bist und deine aktuell laufende Ausbildung abgeschlossen hast, also normalerweise nach dem Lehr- bzw. Schulabschluss und vor einem etwaigen Studium. Wir können dich jedoch für einen speziellen Einberufungstermin anfordern. Einberufungen beim Roten Kreuz erfolgen mit dem jeweils 1. Kalendertag der Monate Februar, Mai, August, September und November. Wir informieren dich auch gerne über eine Vorverlegung des Stellungstermins, um dich gegebenenfalls sofort nach Matura oder Lehrabschluss einberufen zu können und so Leerlaufzeiten deinerseits zu vermeiden.

Wo werde ich eingesetzt?

Hast du dich für den Zivildienst entschieden und mit uns im Vorhinein Kontakt aufgenommen, wirst du in aller Regel dem Roten Kreuz OÖ zugeteilt und für den Bezirk Perg eingeteilt. Die Zuteilung auf die sechs einzelnen Dienststellen im Bezirk nimmt in Folge die Bezirksstelle Perg nach dem jeweiligen Bedarf vor. So ist sichergestellt, dass du den Zivildienst in deinem Bezirk ableisten kannst. Für Mitarbeiter, die die Ausbildung zum Rettungssanitäter bereits vor ihrem Zivildienst bei uns ehrenamtlich absolviert haben, können wir uns im Vorhinein bereits für eine Zuteilung zu Dienststelle Schwertberg stark machen.

Habe ich Vorteile wenn ich vor dem Zivildienst bereits freiwillig zum Roten Kreuz gehe?

Wie bereits erwähnt, kannst du die Ausbildung zum Rettungssanitäter vor deiner Einberufung freiwillig absolvieren. Wir bieten dazu im Bezirk einen berufsbegleitenden Kurs (insg. 7 Wochenenden verteilt über ca. ein halbes Jahr) beginnend im Herbst und eine geblockte Intensivausbildung in den Sommerferien speziell für Schüler und Studenten an. Du bist dann bereits voll mit dem System vertraut und kennst deine zukünftigen Kollegen. Zudem wirst du sofort als Rettungssanitäter im Turnusdienst (4 Dienste á 12h pro Woche) auf deiner Dienststelle eingesetzt, musst nicht mehr durch die Zivildiener-Ausbildung in einem externen Ausbildungszentrum in Oberösterreich und kannst somit deine Freizeit zu Hause verbringen.

Ich bin untauglich oder vom Wehrdienst befreit. Kann ich trotzdem Zivildienst machen oder mich sozial engagieren?

Sowohl der Rettungsdienst als auch die vielen anderen Sparten, in denen das Rote Kreuz tätig ist, wie Essen auf
Rädern oder der Katastrophenhilfsdienst, sind nur durch die Arbeit der unzähligen ehrenamtlichen Mitarbeiter in
dieser Form möglich. In deinem Zivildienst beim Roten Kreuz wirst du neben einem sinnvollen, sozialen Engagement, neue Freundschaften knüpfen und Teil der Rotkreuz-Gemeinschaft werden. Die meisten Zivildienstleistenden bleiben dadurch nach ihrem Dienst freiwillig beim Roten Kreuz. Für den Fall, dass du für den Wehrdienst untauglich bist und dich dennoch sozial engagieren willst, stehen dir bei uns als freiwilliger Mitarbeiter alle Türen offen.

Ich bin/war Sanitäter im Bundesheer. Kann ich trotzdem beim Roten Kreuz mitarbeiten?

Auch das Bundesheer bildet für den Eigenbedarf Rettungssanitäter aus. Diese absolvieren eine gleichwertige Ausbildung und leisten ihr Praktikum meist bei einer zivilen Rettungsorganisation, wie dem Roten Kreuz. Mit der Bundesheer-Ausbildung als Rettungssanitäter kannst du dich ebenso beim Roten Kreuz ehrenamtlich engagieren.

Wie weiß ich, ob ich das kann? Gibt es den Zivildienst auf Probe?

Blut, Nadeln, Blaulicht, ... ist das was für mich? Probiere es aus! Wir bieten dir im Rahmen von Schnupperdiensten die Möglichkeit, das Rote Kreuz und den Rettungsdienst kennen zu lernen. Du begleitest zu deinem Wunschtermin ein Sanitäter-Team und lernst den Alltag auf unserer Dienststelle kennen. Du hast die Möglichkeit, dich mit unseren Zivildienstleistenden auszutauschen und weitere Fragen zu klären. Ein solcher Schnupperdienst ist natürlich unverbindlich und verpflichtet dich selbstverständlich zu nichts! Nimm dieses Angebot wahr und sieh es als Lebenserfahrung und Entscheidungshilfe! Bitte um Terminvereinbarung mit der Dienstführung per Mail an schwertberg(at)o.roteskreuz.at oder per Telefon unter 07262/61144 (Mo-Fr, 6-18 Uhr).

Wo erhalte ich noch detaillierte Informationen?

Weitere Informationen über den Zivildienst allgemein findest du unter www.zivildienst.gv.at! Über das Rote Kreuz und die Ortsstelle Schwertberg kannst du dich hier auf unserer Website genauer informieren. Besuch uns auch auf unsere Facebook-Seite www.facebook.com/RKSchwertberg!

Kann ich als Frau den Zivildienst machen?

Der Zivildienst ist ein Wehrersatzdienst. Nachdem Frauen in Österreich nicht wehrpflichtig sind, können Frauen auch keinen Zivildienst verrichten. Das Rote Kreuz bietet allerdings ein sogenanntes Berufsfindungspraktikum für Menschen zwischen 18 und 25 Jahren an. Im Zuge dessen kannst du dich ebenfalls sozial engagieren.

Kann ich beim Roten Kreuz ein freiwilliges Sozialjahr machen?

Das Rote Kreuz bietet in OÖ ein sogenanntes Berufsfindungspraktikum für junge Menschen zwischen 18 und 25 an, die sich für soziale Berufe interessieren. Dieses 6- bis 12-monatige Praktikum im Rettungsdienst beinhaltet die Ausbildung zum Rettungssanitäter sowie Schnupperdienste in alle Leistungsbereiche des Roten Kreuzes.

Was bringt mir dieses Berufsfindungspraktikum?

Du kannst deine Eignung für einen sozialen Beruf testen und dich persönlich weiterentwickeln. Außerdem sammelst du gleich direkt praktische Erfahrungen in einem Sozialberuf und erhältst eine zusätzliche Berufsausbildung.

Ich war beim Bundesheer. Ich bin untauglich. Kann ich trotzdem ein solches Berufsfindungspraktikum machen?

Natürlich kannst du auch nach dem Wehrdienst ein Berufsfindungspraktikum im Rettungsdienst absolvieren. Auch eine Untauglichkeit alleine ist noch kein Grund für einen Ausschluss von diesem Angebot. Natürlich müssen für den Einsatz im Rettungsdienst aber alle geistigen und körperlichen Fähigkeiten für diese Aufgabe gegeben sein.

Kann ich nach diesem Praktikum beruflich im Roten Kreuz bleiben?

Ein Berufsfindungspraktikum ist ein befristetes Arbeitsverhältnis. Berufliche MitarbeiterInnen können nur dort eingestellt werden, wo eine Stelle frei ist. Du kannst dich natürlich auf alle Stellenausschreibungen des Roten Kreuzes bewerben. Das Berufsfindungspraktikum bietet dir die Möglichkeit, soziale Berufe für dich zu entdecken und deine eigenen Fähigkeiten in diesem Bereich zu testen. Ein solches Praktikum garantiert aber nicht, dass du damit einen fixen „Beruf findest“.

Was ist der Unterschied zwischen Zivildiener und BerufsfindungspraktikantIn?

Das Einsatzgebiet ist praktisch das gleiche. Als BerufsfindungspraktikantIn arbeitest du aber in einem normalen Dienstverhältnis beim Roten Kreuz und hast somit alle Rechte und Pflichten eines Angestellten. Die Arbeitszeit ist geringer und du dir steht es natürlich frei, das Dienstverhältnis auch frühzeitig zu beenden.

Bekomme ich für dieses Praktikum einen Gehalt?

Das Berufsfindungspraktikum stellt eine Art freiwilliges Sozialjahr dar. BerufsfindungspraktikantInnen erhalten ein Entgelt, allerdings an der Geringfügigkeitsgrenze.

Bin ich während des Praktikums versichert?

Du kannst entweder bei deinen Eltern mitversichert bleiben oder dich mit der Einzahlung eines geringen Beitrags selbst versichern. Das Rote Kreuz übernimmt die Unfallversicherung und Schutzimpfungen. Außerdem stellt dir das Rote Kreuz deine Dienstkleidung (Uniform) zur Verfügung und übernimmt deine Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Wie werde ich BerufsfindungspraktikantIn?

Eine schriftliche Bewerbung reicht aus. Am besten du setzt dich vorher direkt mit der Dienststelle Schwertberg in Verbindung. Das Kontingent an freien Plätzen im Bezirk ist beschränkt. Also melde dich besser früher als zu sät.

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