Nahezu täglich berichten die Medien von schicksalhaften Verkehrsunfällen bzw. unvorhergesehenen tragischen Todesfällen – auch weltweite Naturkatastrophen sorgen regelmäßig für erschütternde Schlagzeilen. Wie tragisch und psychisch belastend diese Ereignisse erst für die unmittelbar Beteiligten sein müssen, können wir dabei nur schwer erahnen. Um den Menschen in diesen schweren Stunden entsprechend zur Seite zu stehen, leisten die Kriseninterventionsteams des OÖ Roten Kreuzes innerhalb kürzester Zeit am Einsatzort psychische Erste Hilfe.

Grundsätzlich werden Kriseninterventionsteams als vorbeugende Maßnahme gegen eine möglicherweise auftretende Belastungsstörung bzw. in weiterer Folge einer posttraumatischen Belastungsstörung eingesetzt.

Zu den Einsatzgebieten der KI-Mitarbeiter zählen u. a. die Betreuung von Betroffenen nach Verlust der Lebensgrundlage (z.B. Wohnungsbrand), die Betreuung von Betroffenen und Angehörigen nach schweren Unfällen (Verkehrs-, Arbeits-, Sport- und Freizeitunfälle), bei Großschadensereignissen/Katastrophen oder die psychosoziale Versorgung von Angehörigen vermisster Personen u. v. m.

So hilft KI

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Eine spezielle Ausbildung ermöglicht es den Frauen und Männern des KI, Menschen, die sich in einer Krise befinden, „aufzufangen“. Manchmal genügt es, einfach da zu sein, das Gefühl zu vermitteln, dass niemand in schweren Stunden allein sein muss. Eine Berührung, die Halt gibt in Stunden, in denen man das Gefühl hat, der Boden wird einem unter den Füßen weggezogen. Und Worte, die das Unfassbare nach und nach fassbar werden lassen und helfen, langsam wieder in die Realität zurückzufinden. Dem Menschsein sind keine Grenzen gesetzt, das erfahren KI-Mitarbeiter bei jedem Einsatz.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, wie wichtig die psychische Erste Hilfe gerade in den ersten Stunden nach einem traumatischen Ereignis ist. Nach maximal drei Stunden sollte der KI-Einsatz abgeschlossen sein. Benötigen Menschen eine weiterführende psychische Unterstützung so stehen dafür professionelle Institutionen - in OÖ gibt es eine ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Pro Mente - zur Verfügung.

KI wird ausschließlich von Rotkreuz-Sanitätern angefordert. Sie beurteilen bei ihren Einsätzen, ob Betroffene oder Angehörige auch psychologische Hilfe benötigen und alarmieren KI im Bedarfsfall wiederum über ihre Rettungsleitstelle. Kriseninterventionsteams sind in jedem der 18 Bezirke Oberösterreichs im Einsatz. Für die Helfer gilt natürlich absolute Verschwiegenheit!

KI-Ausbildung

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Um die KI - Betreuungsaufgabe wirklich gezielt wahrhnehmen zu können, bedarf es einer fundierten Aus- und Weiterbildung. Die Ausbildung umfasst 9 Tage, wobei neben einer Einführung in die Psychotraumatologie die verschiedenen Möglichkeiten der Betreuungssysteme, Grundsätze der KI - Arbeit, und der Umgang mit den Betroffenen gelehrt, sowie die theoretisch erworbenen Kenntnisse in Rollenspielen geübt werden. Natürlich erlernen die Aktiven auch den professionellen Umgang mit ihren eigenen Empfindungen und Erlebnissen durch ihre zutiefst menschliche Tätigkeit.

 

Den KI-Informationsfolder gibt es hier.

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