Ertrinken
Tod im kühlen Nass
Dass der Spaß im kühlen Nass nicht ungefährlich ist, zeigt ein Blick auf die Statistik. Im Durchschnitt ertrinken in Österreich jedes Jahr 84 Menschen (2000-2006). "Leichtsinn und Überschätzung sind die häufigsten Ursachen für Badeunfälle", erklärt Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber vom Österreichischen Roten Kreuz. "Viele der Unfälle können vermieden werden, wenn die Baderegeln befolgt werden."
Schwimmen strengt an. "Besonders älteren Menschen droht eine Kreislaufschwäche. Wer zu weit hinaus schwimmt, sollte bedenken, dass es am Wasser keine Gelegenheit gibt, sich irgendwo auszuruhen und neue Kräfte zu sammeln", so Schreiber. Menschen mit Herz- oder Kreislauferkrankungen sollten generell vorsichtiger sein. Egal ob alt oder jung, jeder sollte sich abkühlen, bevor er ins Wasser geht - ganz besonders nach Sonnenbädern. Denn der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Körper belastet den Organismus. Vom Schwimmen mit vollem oder ganz leerem Magen sowie nach dem Genuss von Alkohol ist abzuraten. "Bleiben Sie nicht zu lange im Wasser. Wenn Sie frieren, drohen Krämpfe oder sogar Unterkühlungen. Nach dem Bad sollte das nasse Badezeug durch trockenes ersetzt werden", so Schreiber.
Sprünge in unbekannte Gewässer bergen Gefahren. Schreiber: "Unter der glatten Wasseroberfläche können sich Felsen, Baumstämme oder andere Dinge verbergen. Springen Sie nur ins Wasser, wenn Sie sicher sind, dass es frei und tief genug ist. In der Nähe von Schleusen, Wehren, Brücken oder an Schifffahrtsrouten ist Baden gefährlich. Es kann ein Sog oder eine starke Strömung entstehen. Die Schiffsschrauben von Booten können arge Verletzungen verursachen. Nichtschwimmer sollten innerhalb der gekennzeichneten Bereiche bleiben oder nur bis zur Brust ins Wasser gehen." Während Gewitter kann der Aufenthalt im Wasser lebensgefährlich werden. Beim Schwimmen im Meer droht ebenfalls Gefahr durch Strömungen.
Auf Kinder übt Wasser eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Eltern sollten ihre Kinder daher am Wasser nie unbeaufsichtigt lassen. Schreiber: "Als Schwimmhilfen sind nur dem Alter angepasste Schwimmflügel zu empfehlen, die auch getrennte Luftkammern haben sollten. Luftmatratzen, Reifenschläuche oder Gummitiere sind dafür nicht geeignet."
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