Strahlenunfall
Kaliumjodid schützt
Aktuelle Diskussionen machen Gefahren, die von Kernkraftwerken ausgehen, immer wieder bewusst. Unfälle können nie ausgeschlossen, sehr wohl aber die Folgen beeinflusst werden. Gerade dabei ist Österreich weltweit Vorbild. Für den Fall der Fälle gibt es ein umfassendes Bevorratungskonzept für die Kaliumjodid-Prophylaxe bei Kernkraftwerksunfällen.
Tabletten liegen für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren sowie Schwangere und Stillende kostenlos in Apotheken und bei den Hausärzten bereit. "Die Aktion richtet sich deshalb an diese Zielgruppe, weil nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in Weißrussland, der Ukraine und Russland überdurchschnittlich viele Kinder an Schilddrüsenkrebs erkrankten. Die Ursache dafür war radioaktives Jod. Werden Kaliumjodid-Tabletten aber rechtzeitig eingenommen, schützen sie wirksam gegen die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse und somit die Kinder gegen Schilddrüsenkrebs. Eine weitere wesentliche Maßnahme ist das rasche Aufsuchen von schützenden Gebäuden", sagt Mag. Andrea Lehner vom Österreichischen Roten Kreuz.
Im Katastrophenfall dürfen Kaliumjodid-Tabletten nach ausdrücklicher Aufforderung durch die Behörden verabreicht werden. Lehner: "Diese Aufforderung via Medien und Lautsprecherwagen ist nur dann zu erwarten, wenn es in Grenznähe zu einem schweren Kernkraftwerksunfall kommt, bei dem massiv radioaktives Jod freigesetzt wird und aufgrund der Wetterbedingungen damit zu rechnen ist, dass das Jod nach Österreich verfrachtet wird. Eltern und Lehrer sollten bedenken, dass diese Aufforderung zu der Zeit kommen kann, in der die Kinder in der Schule oder im Hort sitzen."
In Schulen oder sonstigen öffentlichen Einrichtungen dürfen die Tabletten nur an Kinder verabreicht werden, wenn die Eltern zu einem früheren Zeitpunkt eine schriftliche Einverständniserklärung abgegeben haben. Am besten werden die Tabletten zerdrückt und mit viel Flüssigkeit oder einer kleinen Mahlzeit eingenommen. Die Gebrauchsinformation gibt die notwendigen Dosierungshinweise.
Bundesweite Austauschaktionen garantieren das Vorhandensein von nicht abgelaufenen Tabletten im Katastrophenfall. Dabei handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Bei einem Unfall aber ist ein solcher Tablettenvorrat eine wichtige Strahlenschutzmaßnahme."
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