In der Rettungsleitzentrale Linz stehen den Disponenten insgesamt 10 Einsatzleitplätze zur Verfügung. Alle Plätze sind vom technischen Aufbau identisch ausgerüstet. Das gesamte Leitstellensystem wurde von der Firma Eurofunk Kappacher installiert. Hardware und Software werden ständig verbessert und weiterentwickelt. Bei Systemproblemen und Ausfällen steht ein 24-Stunden-Support des Herstellers zur Verfügung. Sämtliche einsatzrelevanten Systeme sind redundant ausgeführt, um einen unterbrechungsfreien Dienstbetrieb zu gewährleisten. Ebenso ist die Energieversorgung der gesamten Leitstellentechnik durch eine USV-Anlage und ein Notstromaggregat sichergestellt.

 

Die wichtigsten Instrumente in der Rettungsleitzentrale:

 

 

IDDS- UCiP ( Integriertes Digitales Dispatching System - Unifield Communication IP )

Das IDDS - UCiP  ist unser Kommunikationssystem. Notrufleitungen, Kurzrufnummern, Direktleitungen zu Krankenhäusern und anderen Einsatzorganisationen sowie Rotkreuz-interne Anschlüsse laufen hier zusammen und können per Touchscreen bedient werden. Die Notrufleitungen sind mit Rufnummernerkennung ausgerüstet und mit Anruferdaten verknüpft, die bei Bedarf gleich übernommen werden können. Weiters erfolgt von hier aus die gesamte Bedienung und Überwachung der gesamten Funkanlagen im Einsatzgebiet der Rettungsleitzentrale. Für die lückenlose Einsatzdokumentation werden sämtliche Gespräche sekundengenau digital aufgezeichnet und archiviert. Bei Leitstellen-internen Systemausfällen ist der Notbetrieb mit herkömmlichen Einzel-Telefonapparaten gesichert.

 

 

Einsatzbearbeitung

In der Rettungsleitzentrale wird für jede Hilfeleistung (Einsatz, Krankentransport, Ärztevermittlung, …) ein Auftrag erfasst. Die Verwaltung und Archivierung aller Aufträge erfolgt in der ELDIS 3 Einsatzbearbeitung. Eine fix vorgegebene Maske ermöglicht eine standardisierte Abfrage aller einsatzrelevanten Daten inklusive sekundengenauer und lückenloser Einsatzdokumentation. Die Datenbank mit Straßendaten, Objektdaten, Zufahrtsbeschreibungen bis hin zu hausgenauen GPS-Koordinaten für jede Adresse des Einsatzgebietes unterstützt die Disponenten bei ihrer Arbeit. Die Datenbankpflege erfolgt durch das RLZ-Stammdatenteam. Durch die Verknüpfung mit Sozialversicherungsdaten können die Auftragsdaten nach Durchführung der Transporte hausintern gleich in die Transportverrechnung zur weiteren Bearbeitung übernommen werden.

 

 

Statusschirm

Um rasch und effizient helfen zu können, ist es notwendig stets Überblick über alle Einsatzmittel (Rettungsfahrzeuge, Notarztfahrzeuge, …) zu behalten. Der Statusschirm ist sozusagen das „Auge des Leitstellendisponenten“ nach draußen. Im ELDIS-Statusschirm sieht der Disponent alle im Dienst stehenden Fahrzeuge mit ihren aktuellen Aufträgen, Standorten und Zielorten. Der aktuelle Fahrzeugstatus wird vom Fahrzeug aus per Datenfunk an die Leitzentrale übertragen und im Statusschirm visualisiert. Gleichzeitig werden alle einsatzrelevanten Uhrzeiten und andere Parameter (z.B. Blaulicht Ein/Aus) protokolliert. All diese Daten sind nicht manipulierbar und gelten z. B. vor Gericht als Beweismittel. Durch verschiedene Filtermöglichkeiten ist es möglich den Statusschirm an die aktuellen Erfordernisse anzupassen und z. B. Großambulanzen ohne Beeinträchtigung des regulären Dienstbetriebes zu führen.

 

 

Funk / Datenfunk

4 RLZ Technik 1

Das Funknetz der Rettungsleitzentrale spannt sich mit seinen 11 Sendestationen über das gesamte Einsatzgebiet. Im Gegensatz zu früher erfolgt heute der Großteil der Kommunikation mit den Einsatzmitteln per Datenfunk. Jedes Fahrzeug ist mit einem Datenterminal ausgerüstet. Nach Alarmierung der Mannschaft per Funkpager finden sich hier alle einsatzrelevanten Angaben am Display. Der jeweilige Fahrzeugstatus wird von der Mannschaft mit Datenfunk-Statusmeldung an die Leitzentrale rückgemeldet. Im Bedarfsfall ist es auch möglich, mit jedem Fahrzeug per Sprechfunk Kontakt aufzunehmen. Die neue Generation der Datenterminals ist bereits mit GPRS und GPS ausgestattet. GPRS erlaubt eine Datenübermittlung auch außerhalb des Funkbereichs der Funkanlagen unseres Einsatzgebietes. Die GPS-Technik bringt Vorteile und Erleichterung für Leitzentrale und Einsatzlenker. Durch die Übertragung der exakten Positionsdaten in die Leitzentrale hat der Leitstellendisponent einen noch genaueren Überblick über die aktuellen Standorte der Einsatzmittel. Die Einsatzlenker der Fahrzeuge profitieren durch das im Datenterminal integrierte Navigationssystem.

 

 

GEO – Grafisches Informations-System

Das GEO ist mit Einsatzbearbeitung und Statusschirm gekoppelt. Es kann Straßenkarten und auch Orthofotos zurückgegriffen werden. Im Kartenmaterial werden Einsatzorte, Adressen, Rotkreuz-Dienststellen, Ärztepraxen und die Standorte der Einsatzfahrzeuge dargestellt. 

 

 

Rufhilfe

Die Alarme aller oberösterreichischen Rufhilfeteilnehmer laufen zentral in der Rettungsleitzentrale ein und können von allen Einsatzleitplätzen aus entgegengenommen werden. Die Alarmsoftware liefert alle notwendigen Informationen für die Disponenten und ermöglicht eine sekundengenaue Einsatzdokumentation. Bei Funktionsstörungen kann auf ein Notsystem umgestellt werden, um unseren Teilnehmern einen unterbrechungsfreien Betrieb zu gewährleisten.

 

 

Info-PC

Jeder Einsatzleitplatz ist mit einem sogenannten Info-PC ausgestattet. Neben den Windows Office-Anwendungen stehen Kartenmaterial (Austrianmap, digitaler Stadtatlas Linz, Google Maps, etc.), Telefonbuch, NODIS – Notdienst-Informationssystem (System zur Bereitschaftsdienstverwaltung der Ärzte) und Infocall-Alarmierungssystem zur Verfügung.

 

 

 

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