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Nur jeder Fünfte könnte helfen

Nur 23 Prozent der Österreicher würden laut einer Umfrage des Linzer market-Instituts aus dem Jahr 2010 in einem Notfall „auf jeden Fall“ Erste Hilfe leisten. In der Realität sind diese Zahlen – fragt man Rettungssanitäter und Notärzte – jedoch deutlich geringer. Die meisten Notfälle geschehen im familiären und häuslichen Umfeld. Erste Hilfe wird also zumeist von einem Angehörigen (den eigenen Eltern oder Kindern) oder Bekannten (Freunden, Sport- oder Arbeitskollegen) geleistet. Um die Breitenausbildung in Erster Hilfe zu verbessern, schlagen das Österreichische Rote Kreuz und das Österreichische Jugendrotkreuz Erste Hilfe die Verankerung von Erster Hilfe als verpflichtenden Lerninhalt im Lehrplan, je nach Schulstufe mit bis zu 16 Stunden, vor. Weiters sollten auch Unterrichtende über eine 16-stündige Erste-Hilfe-Ausbildung verfügen. Im Sinne der schulischen Qualitätsentwicklung sollten Erste-Hilfe-Konzepte für jede einzelne Schule erarbeitet werden, zur Vermittlung von Wissen und Kompetenz in Bezug auf Erste Hilfe und zur konkreten Erste-Hilfe-Leistung im Anlassfall. Einschlägige Lehr- und Lernmaterialien für den Kindergarten und für alle Schulstufen sind beim Österreichischen Jugendrotkreuz erhältlich. Die Durchführung der Erste-Hilfe-Kurse kann über das Netzwerk der Lehrbeauftragten des Jugendrotkreuzes an den Schulen sowie durch Lehrbeauftragte des Österreichischen Roten Kreuzes erfolgen.

 

Derzeit werden in Österreich alle Führerscheinwerber in „lebensrettenden Sofortmaßnahmen“ ausgebildet. Die Behaltedauer der erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten ist jedoch gering. Daher schlägt das Österreichische Rote Kreuz eine verpflichtende Wiederholung der Erste-Hilfe-Ausbildung alle fünf Jahre vor.

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