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„Ich will Deutsch sprechen – und meine erste Sprache!“

Die Anzahl der Schulanfänger mit nicht deutscher Muttersprache nimmt in Österreich vor allem in den Ballungsräumen zu. Mangelnde Kenntnisse der deutschen Sprache sind eines der Kriterien dafür, dass große Gruppen von jungen Menschen die Schulen verlassen, ohne ihre Chance auf höhere Bildung und beruflichen Aufstieg zu realisieren. Damit verursachen sie auch hohe soziale Kosten. Eine formale Ausbildung für „Deutsch als Zweitsprache“ ist daher in der Lehrerbildung aller Schularten anzubieten, der didaktische Umgang mit der Mehrsprachigkeit von Schülern muss als fixer Bestandteil der Ausbildung in jedes Lehramtsstudium integriert werden.

Sprachförderung ist nur im Rahmen eines integrierten Konzepts sinnvoll, das alle am Spracherwerbsprozess beteiligten Sprachen (Erstsprache, Zweitsprache/n, Fremdsprachen) berücksichtigt, da sich die in der Erstsprache erworbenen Sprachfähigkeiten unmittelbar auf alle anderen Sprachen auswirken. Angebote zur frühen Sprachförderung sollen durch verpflichtende Fördermaßnahmen ergänzt werden.

 

Mehrsprachigkeit ist Potenzial und Ressource. Vor allem in Klassen mit mehrsprachigen Kindern ist der Einsatz von Lehrern mit Migrationshintergrund zu empfehlen. Diese sollten verstärkt ausgebildet und angeworben werden. Dies erscheint nicht nur aus pädagogischen Gründen sinnvoll. Der gesellschaftliche Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund sollte gerade auch unter den Pädagogen abgebildet werden.

Die Sprachförderung für Kindergarten- und Pflichtschulkinder sowie für Eltern mit Migrationshintergrund soll durch zivilgesellschaftliche Maßnahmen ergänzt werden. Die öffentliche Hand soll die Finanzierung von einschlägigen Maßnahmen sicherstellen, die von Organisationen und Initiativen der Zivilgesellschaft, die über die nötige Expertise dafür verfügen, erbracht werden.

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