Die Forderungen im Überblick

Rotkreuz-Mitarbeiterinnen stehen in Form eines Roten Kreuzes

Die Bereitschaft der Menschen in Österreich, freiwillig zu helfen, ist groß. Die überwältigenden Ergebnisse von Hilfsaktionen wie „Nachbar in Not“ oder die massenhafte Beteiligung an Projekten wie „Team Österreich“ belegen diese Einschätzung. Ausbaufähig ist dagegen die Wertschätzung, die freiwilliger Arbeit in Österreich entgegengebracht wird.

 

Das Rote Kreuz fordert daher eine Absetzbarkeit von Zeitspenden bei Tätigkeiten im öffentlichen Interesse. Der „menschliche Kitt“ in der Zivilgesellschaft braucht nicht nur symbolische, sondern auch materielle Anerkennung. Auf diese Weise könnte die Regierung zeigen, dass sie zum Konzept der Zivilgesellschaft nicht nur in Reden und bei Ordensverleihungen steht, sondern dafür auch konkrete Vorteile ermöglicht.

 

Freiwilligkeit war in den letzten Jahren ein großes Thema. Viele Initiativen wurden begonnen, nicht alle vollendet. Was fehlt, ist ein offizieller Österreich-Bericht zur „Lage der Freiwilligkeit“ alle zwei Jahre. Das Rote Kreuz ist jederzeit zur Mitarbeit bereit.

 

Die Situation des Rettungsdienstes ist schwierig, mancherorts prekär. Es ist schwer verständlich, dass das Rote Kreuz für eine Dienstleistung, in der so viele Freiwillige unbezahlt mitarbeiten, in manchen Bundesländern keinen kostendeckenden Ersatz bekommt. Eine erleichternde Maßnahme wäre die Befreiung von der Mineralölsteuer für den Rettungsdienst.

 

Erste-Hilfe-Ausbildung sollte schon in der Schule beginnen – mit einem Pflichtfach in allen Schultypen samt lebenslanger Erneuerung alle fünf Jahre. Eine so solide ausgebildete Bevölkerung wüsste dann auch die Defibrillatoren zu bedienen, die in jedem Aufzug und jedem größeren Betrieb zugänglich sein sollten.

 

Neben der finanziellen Sicherung des Rettungsdienstes warten auch inhaltliche Fragen auf den Gesetzgeber: Österreich hat keine bundesweit gleiche Versorgung und braucht deshalb eine „Universaldienstrichtlinie Rettungsdienst“. Dazu gehört auch, dass der Krankentransport österreichweit zur Pflichtleistung der Sozialversicherung wird und dessen Abgeltung nicht mehr in deren Ermessen steht.

 

Bundesweite Grundregeln bei größtmöglicher individueller Flexibilität ist unser Anliegen in der Katastrophenhilfe. Gleiche Entschädigungen für gleiche Schäden sind in Österreich leider keine Selbstverständlichkeit.

socialshareprivacy info icon