Die Schutzzeichen des Roten Kreuzes

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Wie sagt man „Nicht schießen!“ in allen Sprachen der Welt?

 

Die Embleme des Roten Kreuzes sind in Krisengebieten der einzige Schutz, den die Helfer haben. „Hierzulande geht von einer Schutzzeichen-Verletzung wie der Beschilderung von Arztpraxen oder Apotheken mit dem Roten Kreuz auf den ersten Blick wenig Gefahr aus. In Krisen- und Kriegsgebieten ist die missbräuchliche Verwendung allerdings lebensgefährlich, sowohl für Menschen in Not als auch für die Helfer“, erklärt Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes.

 

Nur dank der Schutzzeichen können Retter an Kriegsschauplätzen helfen, ohne selbst zur Zielscheibe zu werden. „Der oft lebensrettende Respekt für die Schutzzeichen ist über viele Jahrzehnte hart erkämpft. Er beginnt bereits im alltäglichen Umfeld – auch in Friedenszeiten. Daher ist klar, dass die korrekte Verwendung überall und jederzeit sichergestellt werden muss. Eine Schutzzeichen-Verletzung ist kein Kavaliersdelikt“, sagt Schöpfer.

 

Seit Beginn des Konfliktes in Syrien wurden 60 freiwillige Helfer des Syrisch-Arabischen Roten Halbmondes getötet. „Das ist eine schwerwiegende Missachtung des Schutzzeichens und der Genfer Konventionen“, sagt Schöpfer. „Die Helfer, Fahrzeuge und Einrichtungen der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften haben nur einen Zweck: das Leben von Verletzten und Kranken zu retten. Die Arbeit, die sie unter gefährlichsten Bedingungen leisten, muss respektiert und geschützt werden, ihr Zugang zu Menschen in Not uneingeschränkt sein. Unter keinen Umständen dürfen die Zeichen missbraucht werden“.

 

Weltweit finden drei Zeichen Verwendung: das Rote Kreuz, der Rote Halbmond und der Rote Kristall. Diese dürfen ausschließlich von militärischen Sanitätsdiensten und von nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sowie vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz verwendet werden – in Kriegszeiten als Schutzzeichen und in Friedenszeiten als Kennzeichen.

 

1863 ist das Rote Kreuz als neutrale und unparteiliche Hilfsorganisation für die Verwundeten der Schlachtfelder entstanden. Das Rotkreuz-Zeichen wurde zu Ehren des Gründungslandes Schweiz ausgewählt und stellt das umgekehrte Schweizer Wappen dar. Seit 1876 ist der Rote Halbmond in Verwendung, seit 2005 auch der Rote Kristall. Letzterer ist das Symbol humanitärer Helfer und militärischer Sanitätsdienste in Kriegsgebieten, in denen Kreuz und Halbmond nicht als neutral angesehen werden.

 

In den vier Genfer Abkommen von 1949 und ihren Zusatzprotokollen werden Verwendung, Zweck und Anbringung des Schutzzeichens sowie die so geschützten Personen und Güter beschrieben. Die Verwendung der Zeichen in Österreich sind zudem durch ein eigenes Rotkreuzgesetz aus dem Jahr 2008 geregelt.

 

Der Missbrauch ist strafbar, denn: „Wenn die Rotkreuz- und Rothalbmondhelfer weiterhin ‚Aus Liebe zum Menschen‘ handeln wollen, brauchen sie den Schutz der völkerrechtlich anerkannten und allgemein respektierten Zeichen. Ohne ihn können sie ihre humanitären Aufgaben nicht ausüben“, so Schöpfer.

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