Der Jahresbericht des Roten Kreuzes 2016

ÖRK-Präsident Gerald Schöpfer blickt auf 2016 zurück.

Die Not werden wir nie gänzlich verhindern können. Konflikte nehmen zu und die Auswirkungen des Klimawandels machen sich bemerkbar. Aber in dem Bemühen, humanitäre Hilfe so zu organisieren, dass menschliches Leid gelindert wird, sind wir 2016 einen entscheidenden Schritt weitergekommen.

Mehr als 125 Millionen Kindern, Frauen und Männern ist durch humanitäre Hilfe ein Leben und Überleben in Würde ermöglicht worden. Lebten all diese Menschen in einem Staat, hätte er so viele Einwohner wie Japan oder Mexiko. Ja, es gibt Herausforderungen - aber das Rote Kreuz arbeitet weltweit an ihrer Bewältigung. Dabei prüfen wir ständig die Effizienz unserer Hilfe, um nicht nur schnell, sondern auch möglichst bedarfsorientiert helfen zu können.

Flüchtlingsfamilien in Griechenland und Heimkehrer in der Ukraine erhielten durch Gutscheine oder direkte Zahlungen die Möglichkeit, selbst über ihre dringendsten Bedürfnisse zu entscheiden. Mit diesen "Cashtransfer-Programmen" haben wir Tausenden Menschen ein Stück Freiheit zurückgegeben.

In Österreich haben wir zum Beispiel mit der Verteilung von Schulstartpaketen Familien geholfen, die Mindestsicherung beziehen. Mit innovativen Angeboten wie den Sozialbegleitern, die Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützen, konnten wir 1659 Personen im Jahr 2016 wirkungsvoll unter die Arme greifen. Und da erwähne ich lediglich Dienstleistungen, die relativ neu sind. Das Rote Kreuz ist bekannt dafür, dass es zur Stelle ist, wenn sich Menschen in Not­situationen befinden. Über drei Millionen Einsätze gab es für uns im Rettungsdienst, für die Patienten in Österreichs Spitälern haben wir mit 341.655 lebensrettenden Blutkonserven die Versorgung garantiert.

Das vergangene Jahr stand auch im Zeichen der Integration. Überall im Land haben wir uns bemüht, aus "Menschen auf der Flucht" in Sicherheit Angekommene zu machen. Die Vielfalt an Integrationsangeboten wurde mit der Neuauflage der Kampagne "Aus Liebe zum Menschen" atmosphärisch verstärkt. Um auch die Art zu ändern, wie wir über die Schwächsten in der Gesellschaft reden.

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