Spontanhilfe

Unbürokratische Unterstützung

ine junge Mutter hält ihr Kind auf der Schoß.

 

 

Steigende Armut in Österreich: Die Spontanhilfe des Roten Kreuzes hat 2009 um ein Drittel mehr Fälle unterstützt als 2008.

 

Die individuelle Spontanhilfe zahlt kein Bargeld aus. Sie leistet Überbrückungshilfe und übernimmt anstehende Kosten oder dringende Anschaffungen. Nicht als Dauereinrichtung, sondern als Starthilfe für den Neuanfang. In Österreich leben rund 488.000 Menschen in manifester Armut (laut EU Silc 2009), darunter mehr als 140.000 Kinder und Jugendliche. Rund 800 persönliche Beratungsgespräche führen allein die drei Mitarbeiter der Spontanhilfe im Generalsekretariat des Roten Kreuzes im vierten Wiener Gemeindebezirk. Noch einmal so viele Anfragen werden telefonisch behandelt.


Stille Katastrophe


Rotkreuz-Präsident Fredy Mayer: „Auch in Österreich haben Armut und Hilflosigkeit viele Gesichter. Die Krise trifft täglich mehr Familien. Wir helfen unbürokratisch und schnell dort, wo die soziale Sicherung auslässt. Da die Spontanhilfe zur Gänze aus Spenden finanziert wird, verbessert jeder Spendeneuro das Los verarmter Menschen.“


Armut ist eine leise Katastrophe für die sich die Betroffenen schämen. Das Leben am Existenzminimum soll möglichst in der Familie bleiben. So gut und so lange es geht wird der Schein nach außen gewahrt. Das verlangt von den Spontanhelfern soziales Taktgefühl und individuelle Lösungen.

 

Natürlich öffnet nicht jeder Bittbrief an das Rote Kreuz das Füllhorn Spontanhilfe. Die Anfragen werden sorgfältig geprüft. „Wir arbeiten viel mit Sozialarbeitern und Ämtern zusammen. Wir schauen nach, ob alle Ansprüche ausgeschöpft sind. Oft gehen die Menschen leichter zum Roten Kreuz als auf das Bezirksamt. Wir sind für unsere Klienten da und helfen ihnen, wenn es scheinbar keine Lösung mehr gibt“, erzählt Wieslaw Krynski, der seit 20 Jahren die Spontanhilfe im Rotkreuz-Generalsekretariat betreut.


Über 1.000 Fälle hat die Spontanhilfe 2008, 2009 waren es um 30 Prozent mehr - etwa 1.300 Fälle. Die finanzielle Unterstützung könnte auf mehr als 500.000 Euro steigen, nach 400.000 Euro im Jahr 2008. Vor allem ältere Menschen, alleinerziehende Mütter und von Arbeitslosigkeit betroffene Familien wenden sich an das Rote Kreuz. „Die Einrichtung wird gerade jetzt, in Zeiten der Krise, dringender gebraucht als je zuvor. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende“, appelliert Rotkreuz-Präsident Fredy Mayer.

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Spontanhilfe

Das Rote Kreuz bietet in allen Bundesländern individuelle Spontanhilfe an. Dieser Bereich ist ausschließlich durch Spenden finanziert. Wir danken Unternehmen und Privatpersonen, die uns bei dieser Dienstleistung unterstützen.