Der Rettungsdienst des Österreichischen Roten Kreuzes hilft
Die Finanzierung des Rettungsdienstes entspricht nicht dem modernen Verständnis von bestmöglicher Versorgung vor Ort.

Die Finanzierung des Rettungsdienstes teilen sich die Gebietskörperschaften, welche die Vorhaltekosten tragen und die gesetzlichen Sozialversicherungen, welche die reinen Transportkosten tragen. Weitere Finanzierungsquellen für  den Rettungsdienst sind Spenden und sonstige Erlöse der  Rettungsorganisationen.


Diese sind notwendig, da die Hauptfinanzierungsströme nicht kostendeckend
sind. Der örtliche Rettungsdienst ist gemäß Bundes-Verfassungsgesetz Aufgabe der Gemeinden. Die Vorhaltung des überörtlichen Rettungsdienstes – also der ärztlichen Notfallrettung und die Bewältigung medizinischer Großschadensereignisse – sowie die den Rettungsdienst regelnde Gesetzgebung wird jedoch in die Landeskompetenz übertragen. Die Übertragung der Verantwortung für den Rettungsdienst umfasst entweder die kommunale Selbst-Erbringung der Leistung (wie zum Beispiel in Wien) oder die Übertragung an eine geeignete Organisation.


Die Eignung einer Organisation zur Durchführung des Rettungsdienstes wird in den Landesrettungsgesetzen geregelt. Das Österreichische Rote Kreuz ist die einzige flächendeckend anerkannte Rettungsorganisation in Österreich. Durch die Übertragung des Rettungsdienstes entsteht jedoch auch eine  Finanzierungsverpflichtung durch die Gemeinden, um ihrer verfassungsmäßigen Aufgabe nachzukommen. Die Finanzierung kann – landesspezifisch  unterschiedlich – von den Gemeinden oder über das Land an die jeweilige Rettungsorganisation erfolgen. Die Gemeinden zeichnen daher für die Vorhaltung des örtlichen Rettungsdienstes in ihrem Gemeindegebiet verantwortlich. Der überörtliche Rettungsdienst – zum Beispiel Notarztstützpunkte – oder die Großunfallvorsorge sind Angelegenheiten der Länder und werden daher auch durch diese finanziert.


Die Finanzierung erfolgt – außer in Wien – über die Rettungsbeiträge,  umgangssprachlich den „Rettungs-Euro“. Die aktuelle Bemessung der Rettungsbeiträge deckt jedoch keinen modernen und patientengerechten Rettungsdienst. Derzeit kommen die gesetzlichen Sozialversicherungen nur für Transportkosten auf: Ein Finanzierungsmodell, das dem Konzept eines minimal ausgerüsteten Rettungsdienstes mit dem schnellstmöglichen Transport ins Krankenhaus entsprach – nicht aber dem modernen Verständnis des Rettungsdienstes, der eine bestmögliche Versorgung vor Ort und Betreuung während des Transportes vorsieht.

 

Mehr als nur Transport

Wird ein Patient oder eine Patientin „nur“ behandelt – also am Einsatzort entlassen und nicht ins Krankenhaus transportiert – tragen derzeit nicht die gesetzlichen Sozialversicherungen, sondern Rettungsdienst oder Patient/in die Kosten. Außerdem ist die Finanzierung des Transports laut Gesetz  Ermessenssache: Die medizinische Transport-Notwendigkeit muss ärztlich bestätigt werden. Während die Rettungsdienst-Mitarbeiter/innen die Transportentscheidung – gerade im Notfall – rasch und unverzüglich aufgrund der Symptome treffen, fällt die Finanzierungsentscheidung im Nachhinein und nach ganz anderen Kriterien: Nach umfangreicher Diagnostik im Krankenhaus stellt sich die Verdachtsdiagnose manchmal als falsch heraus. Der Transport war daher im Nachhinein betrachtet nicht notwendig und wird nicht finanziert.

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