21.10.2010

Neues Salzburger Präventionsprojekt „Sicher Wohnen 60+“

5.800 Menschen über 60 Jahre verletzten sich 2009 in Salzburg bei Unfällen zu Hause. Landesrätin Erika Scharer, Rotes Kreuz und KfV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) starten das Sturzpräventionsprojekt „Sicher Wohnen 60+“.

Betrachtet man die Bevölkerungsentwicklung so zeigt sich, dass immer mehr Menschen das Glück haben immer älter zu werden. „Leider steigt mit zunehmendem Alter auch die Gefahr, einen Unfall zu erleiden.

 

Im Bundesland Salzburg verunglückten im Jahr 2009 insgesamt 5.800 Menschen über 60 Jahre zu Hause so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten“, erläutert Rainer Kolator, Leiter des KfV Salzburg die Unfallstatistik. 

 

  

 

Trautes Heim - gefährliches Pflaster für Senioren

Stürze sind mit 80 Prozent der Unfälle die Hauptunfallart in den eigenen vier Wänden, das heißt, dass rund 4.600 Menschen in Salzburg über 60 Jahre in der eigenen Wohnung so schwer stürzten, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Sturzursache sind häufig Teppiche auf rutschigen Parkettböden, schlechte Beleuchtung, Badewannen ohne Haltegriffe oder Zugänge, die nicht barrierefrei gestaltet sind.

 

Ältere Menschen können Stürze nur schlecht abwehren: 76 Prozent der Verletzungen sind Knochenbrüche, vor allem Arm- und Beinbrüche sowie Frakturen des Beckens. Diese Verletzungen heilen im Alter nur schwer, was zu Bettlägrigkeit führen kann.

 

„Unser Ziel ist es, ältere Menschen davon zu überzeugen, rechtzeitig in ihrer Wohnung vorzusorgen. Denn ebenso wie im Auto den Sicherheitsgurt gibt es für die Wohnung geeignete Vorkehrungen, die jeder für die eigene Sicherheit treffen kann“, sagt Landesrätin Erika Scharer.


Sind Salzburger Seniorenwohnungen sturzsicher?

Eine von Landesrätin Erika Scharer unterstützte KfV-Erhebung, die in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Roten Kreuz in Salzburger Seniorenwohnungen durchgeführt wird, soll die konkrete Unfallgefahr im eigenen Haushalt aufzeigen.

 

Mitarbeiter des Roten Kreuzes erheben den Zustand von Wohnungen, in denen die Ruf-Hilfe installiert wird. All jene, die dieses kostenlose Service in Anspruch nehmen, erhalten konkrete Rückmeldungen, wie sie die Sicherheit in den eigenen vier Wänden erhöhen können.

 

Auch die Salzburger Wirtschaftskammer leistet einen wichtigen Beitrag. Für Bewohner, die handwerkliche Unterstützung benötigen – um etwa einen Bewegungsmelder im Vorzimmer einzubauen - wurde eine Liste von Salzburger Handwerksbetrieben erstellt (zu finden auf der Website der Wirtschaftskammer Salzburg), an die sich die Senioren vertrauensvoll wenden können.

 

Diese Liste umfasst etwa 90 Partnerbetriebe aus verschiedenen Fachbereichen (Bodenleger, Elektrotechnik, Fliesenleger, Sanitär- und Heizungsinstallateure, Tischler, etc.). „Die Wirtschaftskammer Salzburg unterstützt dieses innovative Sicherheitsprojekt für Senioren sehr gerne“, so Wolfgang Hiegelsperger, Spartengeschäftsführer der Salzburger WK. 


Rotes Kreuz – Rufhilfe

Das Rote Kreuz ermöglicht es, möglichst bis ins hohe Alter in seinen eigenen vier Wänden zu bleiben und sich sicher zu fühlen bzw. sicher zu wohnen durch das Rufhilfetelefon gibt es „Hilfe auf Knopfdruck“. Mit nur einem Knopfdruck gibt es die Hilfe, die benötigt wird rund um die Uhr.

 

„In Salzburg vertrauen derzeit 1.500 Seniorinnen und Senioren dem Rufhilfe-Gerät des Roten Kreuzes, denn möglichst große Selbstständigkeit erhöht die Lebensqualität im Alter“, erklärt Mag. Helmut Schmidt, Landesgeschäftsführer des Roten Kreuzes Salzburg.

 

„Die Bedürfnisse der Menschen ändern sich im Laufe des Lebens und oft sind es kleine Hilfestellungen, die Menschen das Leben in ihren eigenen vier Wänden ermöglichen. Die Rufhilfegeräte bieten hier einen wertvollen Beitrag und haben in Salzburg in den letzten 20 Jahren rund 12.000 Menschen ein starkes Gefühl an Sicherheit gegeben“.


Sicherheit bringt Wohnqualität: Broschüre und Vortragsreihe

Die Erkenntnisse aus den Wohnungserhebungen werden in einer Broschüre zusammengefasst, damit mehr Menschen von dem Projekt profitieren können. Die Broschüre umfasst konkrete Anregungen und Vorschläge zur Gestaltung einer sicheren Wohnumgebung, mit dem Ziel das persönliche Unfallrisiko zu senken.

 

Im Jahr 2011 wird es darüber hinaus eine kostenlose Vortragsreihe geben, die ebenfalls vom Land Salzburg gefördert wird. Die Senioren erhalten in einem eigens für ältere Menschen erstellten Vortrag anschauliche Informationen darüber, wie häufig das unmittelbare Umfeld zum Unfallort werden kann.

 

„Jeder Unfall hat seine Ursachen und ist daher vermeidbar. Ziel dieses Präventionsprojektes ist, dass ältere Menschen durch vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen und richtiges Verhalten ihr eigenständiges Leben in den eigenen vier Wänden und ihre Mobilität so lange wie möglich erhalten“, erläutert Rainer Kolator.

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