Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes

KIT Ausrüstung

Mit dem Kriseninterventionsteam des Salzburger Roten Kreuzes, das seit dem Jahr 2007 besteht, wurde das Angebot des Roten Kreuzes um die akute psychosoziale Betreuung von Angehörigen und Betroffenen erweitert.


Aufgaben/Einsatzindikationen

Aufgabe des Kriseninterventionsteams ist die Unterstützung und Betreuung von Menschen nach außergewöhnlich belastenden Ereignissen.

Mögliche Einsatzindikationen von Kriseninterventionsteams sind:

  • Betreuung von Angehörigen nach Tod durch Erkrankung, Verletzung, Suizid

  • Betreuung von Angehörigen nach Abtransport lebensgefährlich Erkrankter/Verletzter

  • Betreuung der Angehörigen vermisster Personen

  • Betreuung von Personen nach Verlust der Lebensgrundlage

  • Überbringen von Todesnachrichten (gemeinsam mit der Exekutive)

  • Kindernotfälle

  • Betreuung von sonstigen Betroffenen eines außergewöhnlichen Ereignisses (z.B.: Unverletzter Lenker eines Unfallfahrzeuges, unverletzter Beteiligter eines Lawinenabganges, Augenzeugen, etc.)


Auch bei Katastrophen und Großunfällen steht das Kriseninterventionsteam für die Betreuung Betroffener und Angehöriger zur Verfügung.


Es handelt sich dabei durchwegs um Interventionen, die relativ kurzfristig nach einem traumatischen Ereignis und meist noch vor Ort stattfinden. Wir sprechen hier demnach von extramuraler oder mobiler Krisenintervention und nicht von Krisenintervention wie sie z.B. in psychiatrischen Notaufnahmen oder in der klinisch-psychologisch oder psychotherapeutischen Praxis vorkommt.


Alarmierung

Die Alarmierung erfolgt ausschließlich durch die jeweiligen Rettungsleitstellen, immer mit Rücksprache und Einverständnis der Betroffenen.

Die Teams sind 24 h erreichbar.


Zeitrahmen

Der Einsatz von Kriseninterventionsteams erfolgt unmittelbar nach dem Ereignis in der Akutphase, also noch mitten im Einsatzgeschehen und versteht sich als Akutbetreuung und nicht als Therapie, schließt also das "Fenster" zwischen Ereignis und ev. benötigter professioneller psychosozialer Nachbetreuung.


Ziele

Traumatische Ereignisse treten oft plötzlich ein. Von einer Minute auf die anderen sind Menschen mit Situationen konfrontiert, die meist einen Verlust mit sich bringen und starke Gefühle und Stressreaktionen auslösen.


Die Ziele der Betreuung traumatisierter Personen liegen somit primär in der psychischen Stabilisierung und der Anerkennung des Geschehens. Es geht darum, der Trauer und Verzweiflung Raum zu geben. Die Aktivierung von Bewältigungsmechanismen, die Unterstützung in der Wiedergewinnung der Handlungsfähigkeit und der Aufbau eines sozialen Netzes sind weitere Ziele der Krisenintervention. Bei Bedarf werden Betroffene an Beratungsdienste, Einrichtungen der psychologischen/psychotherapeutischen Nachsorge weitervermittelt.


Das Kriseninterventionsteam versieht seinen Dienst nach einer umfangreichen Zusatzausbildung ehrenamtlich und ist eng in das Rote Kreuz Salzburg eingebunden. Den betreuten Personen entstehen keine Kosten.


Teamstruktur

Bei dem Kriseninterventionsteam handelt es sich um ein multiprofessionelles Team, zusammengesetzt aus Psycholog/-innen, Pädagog/-innen, Theolog/-innen, Sozialarbeiter/-innen, Krankenpflegepersonal, Mediziner/-innen und erfahrene Sanitäter/-innen.

Momentan sind 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in regionalen Teams organisiert, dies garantiert kurze Einsatzzeiten.

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