Aus dem Leben
In diesem Bereich werden Geschichten von Zivildienstleistenden vorgestellt, um einen Einblick ins Leben von Zivildienern zu geben.
Zivildienst beim Roten Kreuz in Radstadt – Ein Einblick
Kurz vor acht. Der Bereitschaftsraum der neuen Dienststelle in Radstadt beginnt sich zu füllen. Die uniformen Jacken färben ihn in ein angenehmes Rot. Beim allmorgendlichen Kaffee steigt die Stimmung. Man lauscht den Geschichten der hauptberuflichen Mitarbeiter, scherzt mit den Zivildienern und tauscht sich mit den Freiwilligen aus. Mit einem kurzen aber wirksamen „Geh, foaht’s ma bitte…“ aus der Leitstelle fängt die Arbeit an.
Der Tagesablauf ist genau eingeteilt, jeweils Zweier-Teams besetzten einen Rettungswagen. Den Zivildienern kommen dabei dieselben Aufgaben wie ihren Kollegen zu. „Wir fahren Krankentransporte und Therapiefahrten, aber manchmal auch Rettungseinsätze bei Notfällen, da sind wir ganz schön gefordert und es ist abwechslungsreich“, berichtet „Zivi“ Daniel, der bereits seit sechs Monaten dabei ist und selbst hinterm Steuer sitzt.
Das nötige Fachwissen für die sanitätstechnische Hilfeleistung erwerben die Zivildiener in einem einmonatigen Theoriekurs in Salzburg und in einem Praktikum von 160 Stunden. Mit der Prüfung zum Rettungssanitäter können sie im Rettungsdienst eingesetzt werden.
Andreas, der die Prüfung gerade abgelegt hat, gefällt seine Tätigkeit. „Den neuen Zivildienern wird alles genau erklärt und ich habe mich sofort eingelebt. Ich finde es toll, dass uns etwas zugetraut wird. Deshalb war es für mich klar, dass ich meinen Zivildienst beim Roten Kreuz ableisten will.“
Generell liegt die Motivation darin, etwas Neues dazuzulernen. Durch die Erfahrungen im Dienst werden alle zu wertvollen Ersthelfern im späteren Leben und manche finden sich im Berufsfeld Gesundheitswesen wieder. Für Thomas steht es fest: Er möchte auch nach seinen neun Monaten als Zivildiener beim Roten Kreuz bleiben. Die Freiwilligen-Mannschaft nimmt immer gerne ehemalige „Zivis“ auf. „Ich verbringe viele lustige Stunden mit meinen Kollegen im Dienst und auch danach treffen wir uns gelegentlich, wir haben sogar eine kleine Kellerband“, fügt er schmunzelnd hinzu.
Hört man sich in der diensthabenden Mannschaft um, so lobt man die Kameradschaft und das gute Einvernehmen. Alle drei Gruppen (Hauptberufliche, Freiwillige und Zivildiener) finden ihr Auskommen, der Draht zueinander stimmt. Während der Bereitschaft vertreibt man sich die Zeit mit Spielen, Gesprächen oder Fernsehen. Manchmal spendiert der Chef eine Jause, das gemeinsame Essen hebt das Gemeinschaftsgefühl.
Auch die Zivildiener untereinander verstehen sich und die gemeinsamen Monate lassen Freundschaften entstehen. „Erst wenn wir uns in unserer Privatkleidung treffen und ausgehen, müssen wir lachen und verstehen, wie unterschiedlich wir sind. Die Uniform lässt uns alle gleich erscheinen, das schweißt einfach zusammen“, meint Viktor. Wer aber ein wenig Zeit für sich will, dem bieten die Räumlichkeiten der neuen Dienststelle die Möglichkeit sich zurückzuziehen. Viktor nutzt das, um sich auf seine Aufnahmeprüfung vorzubereiten.
Der Geschäftsführer und Ansprechpartner für die Zivildiener, Gerhard Wechselberger, sieht gerade in der Vielfalt die Chance, voneinander zu profitieren und zu lernen. „Zu uns kommen junge Menschen aus allen Bereichen der Bevölkerung mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Ausbildungen. Die EDV- und Sprachenkenntnisse mancher Zivildiener werten wir als Bereicherung, und nicht zuletzt auch den Elan und die jugendliche Unbefangenheit. Das bringt Schwung in die Sache.“
Auch die Zivildiener selbst empfinden ihren Dienst vielmehr als eine Lebenserfahrung als eine Pflicht. Mit der Wahl des Zivildienstes beim Roten Kreuz in Radstadt zeigen sie sich glücklich. Einzig Änderungsbedarf orten sie bei der momentanen Situation der Verpflegung, das Essen aus der Mikrowelle findet wenig Anklang.
Ob sie wieder hierher gehen würden… ein einstimmiges „Ja“.
Zivildienstreferat
Dr.-Karl-Renner-Strasse 7
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Telefon: 0662 8144 10313
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