In diesem Bereich werden Geschichten von Zivildienstleistenden vorgestellt, um einen Einblick ins Leben von Zivildienern zu geben.

 

Zivildienst beim Roten Kreuz in Radstadt – Ein Einblick

Zivis Radstadt

20 Uhr. Dienstschluss für Luca, einen der derzeit acht Zivildiener an der Bezirksstelle Radstadt. Ein ereignisreicher, aber gleichermaßen auch lehrreicher Wintertag geht zu Ende. „Da ist man manchmal froh, wenn man überhaupt Zeit zum Mittagessen hat“, meint auch sein Zivildiener-Kollege Johannes verständnisvoll für seine Freunde, da er diese Woche etwas weniger Stress hatte.

Er war diesmal zusammen mit einem hauptberuflichen Mitarbeiter auf einer RTW-Tour eingeteilt und durfte somit schon um 14:00 Uhr nach Hause gehen. Selbstverständlich gibt es auch am Nachmittag eine RTW-Tour, welche allerdings erst mittags beginnt. Daher bleibt einem vor allem bei diesen beiden Diensten sehr viel Freizeit, um beispielsweise noch vor Dienstbeginn mit einem Kollegen ein paar Stunden Schifahren zu gehen. Doch bei allem Spaß ist man natürlich gerade auf diesen RTW-Touren gefordert, wenn es darauf ankommt, bei einem Notfall in Zusammenarbeit mit einem Notarzt und dem Notfallsanitäter, sein ganzes Können zu zeigen. „Das ist natürlich schon ein gutes Gefühl“ meint Harald, „wenn man sich wirklich für den Patienten ins Zeug legen kann und anschließend auch weiß, dass man ein vollwertiges Mitglied eines funktionierenden Teams war.“


Sehr beliebt sind auch die Touren in Obertauern und Flachau, da man hierbei den ganzen Tag fast ausschließlich verletzte Schifahrer von der Piste zum erstversorgenden Arzt bringt. „Aufgrund der unterschiedlichen Herkunft der Schitouristen und den daraus resultierenden Sprachbarrieren ergeben sich nicht selten mitunter lustige Situationen, die schon so manchen Zivildiener an die Grenzen seiner Möglichkeiten brachten“, schmunzelt Oliver und fügt hinzu „auf der anderen Seite lernt man auch viele Leute verschiedenster Nationalitäten kennen. Besonders toll ist es natürlich, wenn es sich dabei um eine hübsche junge Dame handelt“, beschreibt er recht treffend einen der vielen Vorteile der Arbeit in einem Wintersportgebiet.


Ein weiteres großes Plus hier in Radstadt ist die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Zivildienern, hauptberuflichen und freiwilligen Mitarbeitern. Teilweise sind letztere auch ehemalige Zivildiener, wodurch ein erweitertes Verständnis für die gegenseitige Unterstützung entsteht und so kommt es schon einmal vor, dass ein Zivildiener für einen freiwilligen Sanitäter Dienste übernimmt oder umgekehrt. Und sollte man einmal einen Termin, auch hinsichtlich der weiteren Berufsausbildung oder des bevorstehenden  Studiums haben, der sich nicht durch das Tauschen von Touren wahrnehmen lässt, hat Gerhard Wechselberger, Bezirksrettungskommandant in Radstadt, immer ein offenes Ohr für uns Zivildiener.

Der Zivildienst in der Rotkreuz-Bezirksstelle Radstadt wird von allen hier als eine lehrreiche und sinnvoll verbrachte Zeit empfunden, was sich auch in so manchem Lebenslauf ehemaliger Zivildiener zeigt, die sich, wohl auch unter Einfluss dieser Zeit, für ein soziales oder medizinisches Berufsbild entschieden haben. Somit ist die Arbeit für alle hier eine wichtige Lebenserfahrung und ein jeder wird wohl später einmal mit einem guten Gefühl auf diese Zeit zurückblicken.

Von Hans Jörg Diemath, Jakob Sendlhofer und Luca Trondl

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