Katastrophenhilfsdienst auf Landesebene

Die übergeordnete Katastrophenhilfe wird durch das Landesrettungskommando, welches in eine Stabsstruktur mit den Stabsabteilungen 1 bis 7 gegliedert ist, wahrgenommen und organisiert.

 

Dabei stehen dem Landesrettungskommando Sondereinheiten für die Einsatz- und Führungsunterstützung zur Verfügung. Diese Sondereinheiten unterstehen dem Landesrettungskommandanten und unterstützen die betroffenen Rettungsbezirke bei der Bewältigung von Großschadenslagen und Katastrophen.

 

Zu den Sondereinheiten des Landesrettungskommandos Salzburg für den Bereich der Katastrophenhilfe zählen zwei Küchenzüge, eine Logistikstaffel, ein Fernmeldetrupp sowie eine Rotkreuz-Hilfseinheit für die Trinkwasseraufbereitung.

 

Küchenzug

 

Mobile Feldküche des Katastrophenhilfsdienstes

Das Landesrettungskommando verfügt über zwei Küchenzüge welche die Aufgabe haben, die verpflegsmäßige Versorgung der eingesetzten Einheiten und, wenn dies nötig ist, auch etwa darüber hinaus zu versorgenden Personen sicherzustellen.

 

Jeder der beiden Küchenzüge ist mit ihren mobilen Feldküchen in der Lage, 1.600 Personen pro Tag mit jeweils drei Mahlzeiten (Frühstück, eine warme und eine kalte Mahlzeit) zu versorgen.

 

Die Küchenzüge sind nach einsatztaktischen Überlegungen in Bischofshofen und Salzburg stationiert.

 

Logistikstaffel

 

Logistikstaffel des Katastrophenhilfsdienstes im Einsatz

Die Logistikstaffel des Landesrettungskommandos Salzburg ist in die Bereiche Nachschub und Instandsetzung sowie Transport unterteilt.

 

Die Hauptaufgabe dieser Einheit ist die Bereitstellung des für die Einsatzbewältigung erforderlichen Materials und Gerätes sowie dessen Nach- und Abschubführung zur Unterstützung der betroffenen Rettungsbezirke bei der Bewältigung von Großschadenslagen und Katastrophen.

 

Zur Durchführung dieser Aufgaben bewirtschaftet die Logistikstaffel in Salzburg ein Katastrophenlager mit dem für die Einsatzunterstützung erforderlichen Material und Gerät wie z. B. Zelteinheiten, Feldbetten, Heizkanonen, Beleuchtungssätze, Stromaggregate, usw.

 

Fernmeldetrupp

 

Fernmeldetrupp des Katastrophenhilfsdienstes im Einsatz

Der Fernmeldetrupp ist eine Sondereinheit des Landesrettungskommandos Salzburg zur Abdeckung des Bereiches der Führungsunterstützung.

 

Zu den fachspezifischen Aufgaben dieser Einheit zählen unter anderem das Errichten und Betreiben der technischen Infrastruktur für Kommandostand, Stabszelle, Meldesammelstelle sowie das Herstellen und Halten der erforderlichen Verbindungen der Bereiche FM und IT.

 

Der Fernmeldetrupp ist weiters für die Errichtung und den Betrieb des Kurzwellen-Funks verantwortlich.

 

Trinkwasseraufbereitung

Trinkwasseraufbereitung des Katastophenhilfsdienstes

Das Landesrettungskommando verfügt über eine Rotkreuz-Hilfseinheit für die Trinkwasseraufbereitung. Kernstück dieser Einheit ist eine Trinkwasseraufbereitungsanlage mit einer maximalen Leistung von 240.000 Liter Reinwasser pro Tag.

 

Mit ihr können also bis zu 10.000 Liter Wasser pro Stunde gereinigt werden. Damit ist eine Versorgung von etwa 15.000 Menschen mit Reinwasser in höchster Qualität möglich. Nach den geltenden Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jeder Mensch einen täglichen Bedarf von 15 Litern Trinkwasser zum Trinken, zum Zubereiten von Speisen, zum Reinigen von Geschirr und Kochgerät sowie für die Hygiene.

 

In Österreich liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Trinkwasser bei ca. 100 Litern täglich. Rotkreuz-Hilfseinheiten sind österreichweit standardisierte Einheiten für den nationalen Einsatzbereich.

 

Sondereinheit Advanced Medical Post / Vorgeschobener Behandlungsplatz

Die Sondereinheit Advanced Medical Post / Vorgeschobener Behandlungsplatz kommt zum Einsatz, wenn die lokale Infrastruktur aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse nicht mehr in der Lage ist, die Versorgung von Patienten zu gewährleisten.

Die Sondereinheit "Advanced Medical Post / Vorgeschobener Behandlungsplatz" ist eine im Rahmen der sogenannten "EU-Katastrophenschutz-Module" agierende Spezialeinheit (Modul 7), die zum Einsatz kommt, wenn die lokale Infrastruktur aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse nicht mehr in der Lage ist, die Versorgung von Patienten zu gewährleisten.

Aufgabe dieser Einheit ist die Sichtung (Triage) am Katastrophenort sowie die Stabilisierung des Zustands von Patienten und deren Vorbereitung für den Transport zur geeignetsten Gesundheitseinrichtung zur abschließenden Behandlung.

Die vom ÖRK und dem Landesverband Salzburg betriebene und dreifach besetzte Einheit kann dabei mindestens 20 Patienten pro Stunde sichten, 50 Patienten je 24 Stunden stabilisieren und 100 Patienten mit leichteren Verletzungen je 24 Stunden behandeln.

 

Sondereinheit Dekontamination

Die Sondereinheit "DeKo liegend" ist eine im Rahmen der "EU-Katastrophenschutz-Module" agierende Spezialeinheit für die Dekontamination liegender Patienten nach Kontamination mit Gift- oder Kampfstoffen.

Die Sondereinheit "DeKo liegend" ist eine ebenfalls im Rahmen der "EU-Katastrophenschutz-Module" agierende Spezialeinheit, die vom Roten Kreuz Salzburg gemeinsam mit dem dem Landesfeuerwehrverband Salzburg aufgestellt wurde.

Aufgabe dieser Einheit ist es, liegende Patienten nach Kontamination mit Gift- oder Kampfstoffen zu dekontaminieren und danach einer Sanitätshilfsstelle zu übergeben.

Die vom Roten Kreuz und dem Landesfeuerwehrverband Salzburg betriebene und dreifach besetzte Einheit mit ausgebildeten Feuerwehrleuten, Notärzten, Notfallsanitätern, Rettungssanitätern und MitarbeiterInnen der Logistikstaffel kann dabei 12 Patienten innerhalb einer Stunde dekontaminieren und ist für eine Einsatzdauer von ca. einer Woche im In- und Ausland ausgelegt.

 

Kriseninterventionsteam (KIT)

Jacke und Rucksack des Kriseninterventionsteams

Das Rote Kreuz Salzburg verfügt Ã¼ber ein sofort verfügbares Kriseninterventionsteam (KIT), welches bei Großschadensereignissen sowie Katastropheneinsätzen zum Einsatz kommt.

 

Dabei handelt es sich um speziell ausgebildete MitarbeiterInnen, welche die psychosoziale Betreuung von beteiligten Menschen direkt vor Ort übernehmen und somit einen wesentlichen positiven Beitrag zur bestmöglichen sowie schnellstmöglichen Versorgung aller Beteiligten leisten. Die Alarmierung erfolgt über das Landesrettungskommando Salzburg.

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