Traumahilfezentrum

 Das Rote Kreuz Salzburg hat für viele Asylwerberinnen und Asylwerber die Betreuung in verschiedenen Quartieren im Bundesland Salzburg übernommen.  Um sowohl die Flüchtlinge als auch deren Betreuerinnen und Betreuer gut begleiten und unterstützen zu können, wurde im Februar 2016 das Traumahilfezentrum des Roten Kreuzes gegründet. Wie aus dem Organigramm ersichtlich, sind folgende Aufgaben an das Traumahilfezentrum delegiert worden.

Neben der psychologischen Begleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Migration des Roten Kreuzes Salzburg werden auch als erste Maßnahme Stabilisierungsgruppen für traumatisierte Asylwerberinnen und Asylwerber in den Quartieren der Grundversorgung angeboten.
Einen nächsten Bereich bilden Aus- und Fortbildungsveranstaltungen für Personen, die mit traumatisierten Menschen arbeiten. Als erstes Angebot gibt es einen Lehrgang „Traumapädagogische Kompetenzen in unterschiedlichen Kontexten“. Schulungen für Übersetzungshelferinnen und –helfer sind in Planung.  
Ein weiterer Schwerpunkt des Traumahilfezentrums des Roten Kreuzes ist die Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen in dem Bereich tätigen Organisationen.

Lehrgang „Traumapädagogische Kompetenzen in unterschiedlichen Kontexten“

Kurzbeschreibung:
Psychisch traumatisierte Menschen, seien es Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, stellen für alle Berufsgruppen, die mit ihnen zu tun haben, eine besondere menschliche und fachliche Herausforderung dar. Dies gilt insbesondere für Menschen, die aufgrund von Krieg, Folter- und anderen Gewalterfahrungen  ihr Heimatland verlassen mussten und in die Fremde gezogen sind. In der Begleitung und Betreuung von traumatisierten Menschen braucht es ein Gegenüber, das bestimmte Verhaltensweisen als Folgen traumatischer Erfahrungen erkennen kann und fähig ist, die Betroffenen dabei zu unterstützen, die Belastungen zu überwinden. Ein Basiswissen über Traumfolgestörungen und deren Auswirkungen auf Denken, Fühlen und Verhalten ist für die pädagogische Praxis ebenso bedeutsam wie ein Wissen über hilfreiches Handeln.

Kompetenzen:
AbsolventInnen des Lehrgangs können:

  • Erkenntnisse aus der Psychotraumatologie, Bindungstheorie und Neurobiologie in den beruflichen Alltag integrieren und anwenden,
  • Menschen mit Traumafolgestörungen in ihrem Alltag stabilisieren,
  • Menschen bei der Integration belastender, traumatischer Erfahrungen unterstützen, mit
  • Menschen eines fremden kulturellen Hintergrunds kommunizieren (Bewusstsein bzgl. Reaktivität von Werten, Zusammenarbeit mit DolmetscherInnen…) sowie am Arbeitsplatz institutionelle, traumapädagogische Standards umsetzen bzw. anregen.


Zielgruppe:
Menschen, die in ihrem beruflichen Kontext mit traumatisierten Menschen arbeiten.

 

Voraussetzungen:
Bei der Anmeldung ist ein Motivationsschreiben beizubringen indem Sie uns schildern warum Sie diesen Lehrgang besuchen möchten. Bei Überschreiten der Höchstteilnehmerzahl behalten wir uns vor die Kursplätze anhand der Motivationsschreiben zu vergeben.

 

Modul 1: Einführung in die Psychotraumatologie, 12. - 13. Mai 2017

  • Grundlagen der Psychotraumatologie und Traumapädagogik,
  • Abgrenzung Traumatherapie – Traumapädagogik
  • Prozesse  und Folgen von psychischer Traumatisierung auf der Basis von neurowissenschaftlichen Grundlagen und Aspekten

 

Modul 2: Diagnostik, Psychoedukation und Gesprächsführung, 23. - 24. Juni 2017

  • Grundlagen von Beratung und Gesprächsführung (auch mit Eltern und DolmetscherInnen)
  • Beziehungsaufbau
  • Kontexte für den Einsatz von Psychoedukation als Baustein der Traumapädagogik
  • traumaspezifische Diagnostik und deren Auswirkungen
  • Bindung und Trauma
  • Auswirkungen von Flucht und Migration

 

Modul 3: Stabilisierung und Ressourcenarbeit,  1. - 2. September 2017

  • Stabilisierung mit verschiedenen Zugängen (Malen, Musik, Körper)
  • Stabilisierungs- und Distanzierungsübungen (für Kinder, Jugendliche, Erwachsene)
  • Ressourcenaktivierung und –installation
  • kultureller Hintergrund und dessen Einfluss auf Stabilisierungsmaßnahmen
  • traumaspezifische Krisenintervention bei dissoziativem, selbstschädigendem und suizidalem Verhalten

 

Modul 4: Selbsterfahrung, 5. - 7. Oktober 2017

  • Reflexion der eigenen Bindungserfahrungen und seine Auswirkungen
  • Reflexion des eigenen beruflichen Handelns
  • Transgenerationale Traumatisierung aus eigener Herkunftsfamilie
  • Prävention von sekundärer Traumatisierung

 

Modul 5: Methodenseminar, 10. - 11. November 2017

  • Verschiedene Vorgehensweisen u.a. Teile-Arbeit, Traumaerzählgeschichten, hypnosystemische Techniken
  • Screentechnik
  • Trauma im System Familie
  • akute und komplexe Traumatisierungen
  • transgenerationale Traumatisierungen


Nach dem 2. und 5. Modul finden immer Theorie-Praxis-Transfer-Kleingruppen
(6-8 Personen) statt, zu je 4 UE mit einer Leiterin.
Die TeilnehmerInnen erhalten jeweils Literaturhinweise zur Vorbereitung und Nachbereitung eines Moduls.
    
TeilnehmerInnenzahl:    
Mind. 15 Personen; höchstens 24 Personen

Lehrgangsleitung:
Rose Marie Wellek BA, Psychotherapeutin  (SF), Traumatherapeutin (EMDR)
Mag.a Claudia Winklhofer, Pädagogin, Psychotherapeutin (SF), Traumatherapeutin, leitet an der PH die Beratungsstelle „zeit.raum“.

Seminarzeiten:
Module 1,2,3 und 5 finden jeweils freitags von 14.00 – 21.30 Uhr und samstags von
9.00 – 17.30 Uhr statt (jeweils 16 UE zu 45 Min.). Modul 4 findet von Do 15.00 – 21.30 Uhr; Fr. 9.00 – 18.30 Uhr; Sa 9.00 –17.30 Uhr (24 UE zu 45 Min.).

Kursort:
Rotkreuz-Landesverband Salzburg, Sterneckstraße 32, 5020 Salzburg.
Es stehen keine Parkplätze zur Verfügung. Wir bitten um Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Obus-Haltestelle Voglweiderstraße, Linie 2).

Lehrgangskosten: Lehrgang gesamt: 1.690 Euro inkl. USt. exkl. Verpflegung und Nächtigung.

 

Anmeldung bis 15. April 2017 unter:

E-Mail: kurswesen@s.roteskreuz.at

Telefon: +43 (0)662/8144-13310

socialshareprivacy info icon