08.05.2017 09:49

Brand mit Gefahrengut im Lagerhaus Tamsweg

200 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, des Roten Kreuzes und der Polizei veranstalteten am Freitag Abend eine Alarmplanübung in Tamsweg. Annahme war ein Brand im Lagerhaus, in dem zahlreiche Gefahrengut-Behälter gelagert werden. 17 verletzte Personen mussten gerettet und medizinisch versorgt werden.

Brand mit Gefahrengut im Lagerhaus Tamsweg

Großalarm in Tamsweg. Bei Schweißarbeiten in der Werkstatt des Lagerhauses gibt es eine Explosion und ein Feuer bricht aus. Nachdem in der Werkstatt Gefahrengut gelagert wird, unter anderem Chlorbleiche und verschiedene Düngemittel, tritt der neu ausgearbeitete Sonderalarmplan in Kraft. Sofort wird ein Großaufgebot der Feuerwehr und des Roten Kreuzes alarmiert. Zusätzlich wird die Polizei und die Behörde, in Form von Bezirks-Katastrophenreferenten Philip Santner sowie ein Landeschemiker angefordert. Insgesamt befinden sich 149 Floriani Jünger der Züge Ramingstein, Mariapfarr, Tamsweg, Lessach, Unternberg, St.Michael und St.Andrä/Lintsching mit insgesamt 23 Fahrzeugen sowie 40 Sanitäter, drei Notärzte und drei Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams der Rotkreuz-Dienststellen Tamsweg und Mariapfarr mit fünf Fahrzeugen, zwei Katastrophenschutz-Anhängern und einem Sanitäts-Anhänger im Einsatz.

 

Digitalfunk in vollem Einsatz
Für die Einsatzkräfte bot diese Übung die perfekte Möglichkeit neben dem Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen auch den organisationsübergreifenden Einsatz des neuen Digitalfunkes zu testen. „Sowohl Feuerwehr, BH, Polizei als auch wir funkten gemeinsam digital. Dafür wurde für die Einsatzleitung ein eigener Kanal freigeschalten. Es war offensichtlich, dass die Kommunikation wesentlich besser funktionierte als mit den analogen Geräten. Auch das Zusammenspiel der einzelnen Organisationen klappte wie immer reibungslos“, resümierte Bereitschaftskommandant Horst Scharfetter, der die Einsatzleitung seitens des Roten Kreuzes über hatte. Aufgrund der Gefahrengut-Lage mussten die Sanitäter einen Sicherheitsabstand von 100 Metern zum tatsächlichen Einsatzort einhalten. Ein Umstand, der den Rettungsdienst nicht gerade vereinfachte. „Jeder Patient musste relativ weit getragen werden um zu unserer Sanitäts-Hilfsstelle zu gelangen. Auch hier unterstützen uns die Kollegen der Feuerwehr sehr. So, wie es auch in der Realität laufen würde“, ergänzte Scharfetter. Einziger Punkt, der von der Realität abwich, war die Evakuierung der umliegenden Privathäuser. „In einem Realfall hätten wir alle Häuser in einem Umkreis von mehreren hundert Meter evakuieren müssen. Davon wäre auch unser Asylheim mit etwa 60 Personen betroffen gewesen“, sagte Seitlinger. Auch für die Feuerwehr stellte diese Übungsannahme eine große Herausforderung dar. Speziell die Gefahrenstoffe forderten die Florianis. „Wir mussten mittels Landeschemiker erst feststellen um welche Stoffe es sich handelt um die richtigen Löschmaßnahmen treffen zu können. Hier zeigte sich einmal mehr, wie wichtig gute Alarmpläne und das Zusammenspiel mit den Behörden ist“, sagte Ortsfeuerwehrkommandant Hans-Peter Seitlinger, der Einsatzleiter der Feuerwehr. Trotz aller Herausforderungen, konnte diese Übung nach 2,5 Stunden erfolgreich beendet werden.

socialshareprivacy info icon