14.06.2017 10:29

Jemen: Kampf gegen Cholera

Einer von 200 Menschen im Jemen ist möglicherweise mit Cholera infiziert. Das ICRC fährt seine Aktivitäten hoch.

Jemen: Kampf gegen Cholera
Im Jemen sind im vergangenen Monat bereits 900 Menschen an den Folgen von Cholera gestorben.
©ICRC

Im Jemen ist die Cholera auf einem noch nie da gewesenen Vormarsch: Einer von 200 Menschen im könnte mit der Krankheit infiziert sein. Das jemenitische Gesundheitssystem ist vom andauernden Konflikt extrem belastet, es gibt keine Kapazitäten um sich angemessen um die Bevölkerung zu kümmern. "Allein in den letzten Wochen wurden täglich über 5.000 neue Cholerakranke gemeldet", alarmiert Maria del Pilar Bauza Moreno, die als Gesundheitskoordinatorin vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) im Jemen vor Ort ist. "Die Verbreitung der Krankheit hat vor einem Monat begonnen und schreitet schnell voran, viel schneller als bei vergleichbaren Ausbrüchen ", fügt sie besorgt hinzu.

Traurige Bilanz


Die Gesundheitsbehören in der Hauptstadt Sanaa sprechen von landesweit 124.000 Verdachtsfällen und 900 Menschen, die bereits an den Folgen der Krankheit gestorben sind. Alexandre Faite, Delegierter vom ICRC, erzählt: "Zwei Jahre bewaffneter Konflikt haben das Gesundheitssystem an den Rand der Belastbarkeit gebracht. Der Cholerausbruch ist nur der neueste und sichtbarste Beweis dafür, dass die Menschen und das ganze System ernsthaft geschwächt sind". Wasser- und Abwassersystemen in Kombination mit eingeschränktem Zugang zu Ersatzteilen und Treibstoff ließen Millionen von Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser zurück.

Notstand ausgerufen

Am 14. Mai haben ICRC und das Jemenitische Rote Kreuz den Notstand ausgerufen, bislang konnten vier Hilfsflugzeuge mit großen Mengen an Chlor, Medikamenten und anderen Gütern nach Jemen geflogen werden. Die Techniker des ICRC sind rund um die Uhr im Einsatz um die Gesundheitseinrichtungen zu unterstützen und in Kombination mit Aufklärungsaktionen in der Bevölkerung eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Das ICRC bringt zudem 200.000 Insulinfläschchen nach Sanaa und Aden um Menschen mit chronischen Krankheiten zu versorgen.

socialshareprivacy info icon