25.07.2017 11:14

„Liebe auf den ersten Blick“

Die Krabbelgruppe Kinderwelten des Salzburger Roten Kreuzes ist mehr als nur eine Krabbelgruppe, sie ist eine Familie. Elternvertreterin Julia Ziegler schenkt uns, gemeinsam mit ihren beiden Söhnen, einen Einblick.

„Liebe auf den ersten Blick“

Es ist 7.30 morgens als Elternvertreterin Julia Ziegler mit ihren beiden Junioren Jonas (4) und Jakob (2) die Krabbelgruppe Kinderwelten des Roten Kreuzes betritt. Die Volksschullehrerin wohnt mit ihren beiden Söhnen und ihrem Ehemann im Salzburger Ortsteil Aigen und nimmt beinah täglich das Salzburger Stauchaos in Kauf um ihre Kinder genau hier her zu bringen. „Ich hätte einen näheren Krabbelgruppenplatz bekommen, aber hier bei den Kinderwelten war es Liebe auf den ersten Blick. Für mich und meine beiden Burschen“, sagt sie. Mit dem 4-jährigen Jonas machte alles seinen Anfang. Bereits er besuchte die Kinderwelten des Roten Kreuzes. „Als ich mir die Krabbelgruppe zum ersten Mal anschaute, erforschte der kleine Jonas sofort alle Räume und Möglichkeiten, was für seine Persönlichkeit eher untypisch war. Danach wusste ich sofort, dass ich hier richtig bin. Auch als ich mit dem fünf Tage alten Jakob im Maxi Cosi auftauchte, war klar, dass auch er hier in die Krabbelgruppe gehen würde“, schwärmt sie.

 

Pädagogisch wertvoll
Dafür, dass Jakob einen perfekten Start in sein Krabbelgruppen-Leben hat, sorgen die zehn Mitarbeiterinnen der Kinderwelten. Sie kümmern sich um 32 Kinder, die in vier Gruppen aufgeteilt werden. Pro Gruppe gibt es demnach acht Kinder und immer zwei Betreuerinnen. „Wir haben eine Betreuer-Kind-Schlüssel von 1:4, weswegen wir wirklich individuell auf jedes Kind eingehen können. Das ist einer der Gründe, weswegen wir vom Familienministerium ausgezeichnet wurden“, sagt Tanja Schaumburger, die Leiterin der Rotkreuz-Krabbelgruppe, nicht ohne Stolz. Gerade die individuelle Betreuung ist eine der zahlreichen Stärken der Kinderwelten. Das merken auch Julia Ziegler und ihre beiden Burschen. Die Volksschullehrerin weiß über die pädagogischen Fähigkeiten ihrer Kolleginnen und schätzt diese. „Es ist wirklich toll wie hier gearbeitet wird. Jakob hat alles von seinem älteren Bruder geerbt, bis hin zum Gaderobenhacken. Das half natürlich ungemein bei der Eingewöhnung und war pädagogisch sehr wertvoll. Andererseits werden die beiden Jungs nie miteinander verglichen und als eigene Persönlichkeiten gesehen“, sagt sie. Die Krabbelgruppe des Roten Kreuzes führt damit den familären Rotkreuz-Gedanken weiter. „Wir sehen uns als große Rotkreuz-Familie, die Eltern vertrauen uns schließlich ihr wichtigstes Gut, nämlich ihre Kinder, an“, erklärt Tanja Schaumburger den Grund warum jedes Kind und jeder Elternteil einen besonderen Bezug zu den Kinderwelten aufbaut.

 

Wasser zum Spielen
Hinter diesem Bezug steckt allerdings mehr als nur ein Familiengefühl – es unterstreicht das pädagogische Gesamtkonzept der Kinderwelten. Die 1 bis 3-jährigen sind hier in den Gruppen bunt durchgemischt. „Das wäre nicht das Ungewöhnliche, aber durch den optimalen Betreuer-Kind-Schlüssel kann hier wirklich individuell auf jedes Kind eingegangen werden. So erreicht man, dass die Älteren auf die Jüngeren Rücksicht nehmen müssen, die jüngeren Kinder aber automatisch von den Älteren lernen können“, lobt die Elternvertreterin das Konzept der Rotkreuz-Krabbelgruppe. Doch wie verbringen die Kinder die Zeit in der Gruppe? Auch hier haben die Kinderwelten einen Vorsprung. „Was mir persönlich am besten gefällt, ist, dass sie so oft ins Freie gehen und zwar bei jedem Wetter. Die Betreuerinnen gehen mit den Kindern manchmal auf die Spielplätze in der Umgebung, aber sie unternehmen auch oft Ausflüge etwa auf den Bauernhof, zur Polizei oder, was naheliegend ist, zur Rettung“, erzählt die Mutter. Doch auch für ein pädagogisch wertvolles Innenprogramm ist gesorgt. Die Werkstoffe Holz und Wasser ziehen sich durch die liebevoll gestaltete Krabbelgruppe. „Wir haben Wasser zum Spielen für unsere Kinder. Als erste Krabbelgruppe des Landes verfügen wir über spezielle Nassräume, in denen sich unsere Kinder mit dem Element Wasser auseinandersetzen können“, sagt Leiterin Tanja Schaumburger. Für die Kinder die es lieber trocken haben, verfügen die Kinderwelten in jedem Raum über maßgefertigte Raumgerüste sowie einen großzügigen Bewegungsraum mit allem was das Kinderherz begehrt.

 

Zeitlich flexibel
Klar, dass bei diesem Angebot und bei dieser Betreuung so manches Kind gar nicht mehr nach Hause will. Doch auch dafür haben die Rotkreuz-Kinderwelten ein passendes Rezept. „Wir sind zeitlich wirklich sehr flexibel. Es gibt bei uns keine fixen Tage oder fixe Zeiten wann die Kinder da sind. Drei Vormittage in der Woche sind allerdings pädagogisch wichtig, damit die Kleinen sich auch an uns Betreuerinnen gewöhnen“, sagt Schaumburger. Genau diese Flexibilität schätzt die Elternvertreterin. „Gerade in meinem Beruf mit zwei kleinen Kindern muss ich flexibel sein. Bis neun Uhr am Vormittag sollte ich meine Kids abgeliefert haben und bis 16 Uhr sollte ich sie wieder abholen. Alles andere kann ich mir einteilen, das macht die Kombination aus Arbeit und Kinderbetreuung sehr viel einfacher“, sagt die Salzburgerin. Jetzt packt sie Jonas und Jakob wieder ein und fährt nach Hause. Mal sehen, ob sie morgen wieder um 7.30 in der Tür steht. Flexibilität sei Dank.

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