Das Rote Kreuz ist mehr

7642 betreute Menschen auf der Flucht, über 5.000 Frühstücksportionen und Abendmahlzeiten, hunderte Liter Tee, 200kg Obst und rund 5.000 ausgegebene Decken. Dem gegenübergestellt sind 198 Helfer, größtenteils ehrenamtliche Rotkreuz Kolleginnen und Kollegen, aus dem Bezirk St.Pölten. Mit den Kollegen vom ASBÖ, den Dolmetschern, den MitarbeiterInnen der Caritas und den Angestellten des Wirtschaftshofes St.Pöltens waren es insgesamt über 240 Helfer, die diese knapp sechs Wochen Transitquartier bewältigten.

Mit dabei waren: viele hundert Stunden Arbeit, schlaflose bzw. kurze Nächte, unzählige Momente des Glücks weil "man helfen konnte", ungezählte Augenblicke des Leids, wenn aus den Gesichtern der fremden Menschen gelesen wurde, sowie viele emotionale Begebenheiten.

Dort, wo vor einem Jahr 250 Feldbetten standen um für die vom Krieg flüchtenden Menschen eine halbwegs angenehme Schlafstätte zu ermöglichen. Dort, wo "aus dem Nichts" Duschen und Waschplätze installiert wurden. Dort wo Berge von Kleidungsstücken und Hygieneartikel bereitlagen...Dort ist heute wieder normaler Alltag im Wirtschaftshof St.Pölten. Die Betten wichen wieder den Fahrzeugen für die Schneeräumung. In den Nebenräumen ist die Feldküche abgebaut und wieder die ursprünglichen Gerätschaften eingezogen. Der Rotkreuz-Stabsraum dient wieder seiner eigentlichen Bestimmung als Aufenthaltszimmer für die städtischen Mitarbeiter.

Heute, ein Jahr danach sind die Erinnerungen und auch die Emotionen an diese intensive Zeit geblieben. Geblieben sind Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die immer noch nachdenken über diese Zeit. Die beeindruckt sind von den Geschehnissen und heute noch Tränen in den Augen haben! Geblieben sind die Erinnerungen an die vielen Menschen aus der Bevölkerung die Spenden brachten und Hilfe angeboten haben. Geblieben ist auch die Gewissheit, dass wir mehr können und zu Leisten fähig sind als "nur" im Rettungswagen zu sitzen. Dass wir zum Ursprung zurückgekehrt sind. Dass wir hart an unsere Grenzen gegangen sind und an uns arbeiten werden. Dass das Rote Kreuz mehr ist!

Im Gespräch mit Bauamtsdirektor Kurt Rameis und dem Leiter der Straßen- u. Wasserbauverwaltung, Erwin Sulzer, kommt Stolz auf. Stolz auf die vielen Menschen die neben Beruf und Privatleben oder als zusätzliche Aufgabe zu ihrem alltäglichen Job diese Leistungen ermöglichten und fremden Menschen Hilfe gaben. Stolz auch auf das großartige und vor allem unkomplizierte Miteinander der Organisationen und der Stadt St.Pölten. "Wir sind da, um zu helfen" ... ein Slogan der Allgemeingültigkeit hat!

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