Erste Hilfe bei Kindernotfällen: Gutes Wissen beruhigt
Das Rote Kreuz bietet in ganz Österreich Erste Hilfe-Kurse, die sich speziell mit Notfällen im Säuglings- und Kindesalter beschäftigen. Ein Besuch bringt Eltern, Großeltern, Pädagogen, Tagesmüttern, Babysittern Sicherheit.
„Wir sind nicht in der Schule“, sagt Rosmarie Reiter-Reisacher und lockt damit die Teilnehmer des Erste Hilfe-Kurses Kindernotfälle hinter ihren Tischen hervor. Als wir alle zwölf im Kreis sitzen, weicht auch schnell die anfängliche Befangenheit.
Das Thema Erste Hilfe für Kinder und Säuglinge arbeitet Rosmarie Reiter auch nicht wie im Lehrbuch Kapitel für Kapitel ab, sondern im Gespräch. „Fragen Sie mich, was Sie besonders interessiert“, fordert sie die Gruppe auf. Unser Kreis besteht aus Tagesmüttern, Eltern, Großeltern, Kindergartenpädagoginnen und Krankenschwestern mit unterschiedlichem Wissensstand. Entsprechend breit gefächert sind auch die Fragen.
Von Verletzungen über Verbrennungen, Fieberkrämpfe, Kinderkrankheiten, Hausapotheke bis hin zu Notruf und erster Hilfe bei Verkehrsunfällen entstehen schnell die Schwerpunkte. In lebhafter Gesprächsatmosphäre gelingt es der Vortragenden die Lehrmeinung mit Erfahrungen aus dem Rettungsalltag zu verknüpfen. „Man muss sich Notfall-Situationen vorstellen und in Gedanken durchspielen, um sie ruhig zu meistern wenn sie tatsächlich eintreten“, erklärt die langjährige Rettungssanitäterin.
Das gilt vor allem für die lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Bei der Beatmung und Herzdruckmassage muss jeder Handgriff sitzen. Im Kurs üben wir an Kinder- und Babypuppen, die bei richtiger Mund- zu Mundbeatmung sogar den Brustkorb heben und senken. „Atemkontrolle durch sehen, hören, fühlen“, kommandiert Rosmarie, während wir uns in Kleingruppen aufgeteilt über die drei Übungspuppen beugen.
Übung macht auch beim Lebensretten den Meister. Mit jedem behandelten Notfall-Thema wächst die eigene Sicherheit. Die anfängliche Hilflosigkeit angesichts der unzähligen Gefahren und Verletzungsmöglichkeiten für Kinder weicht. Im Lauf des 16-stündigen Kurses entsteht das beruhigende Gefühl zu wissen, was im Fall der Fälle zu tun wäre.
Nach zwei Samstagen verlassen wir alle erleichtert das Ausbildungszentrum des Wiener Roten Kreuzes. Durch den Kurs wissen wir, was bei Verbrennungen zu tun ist, wann es Zeit ist, die Rettung zu rufen, woran wir ein ernsthaft krankes Kind erkennen und wie wir im Notfall sein Leben retten können. Das ist gutes Wissen, das beruhigt.



