Atem-Kreislauf-Stillstand
Minuten entscheiden über Leben und Tod – dass Ersthelfer Lebensretter sind, ist keine Übertreibung, sondern Tatsache:
Wenn unser Gehirn durch einen Atem-Kreislaufstillstand nicht mit Sauerstoff versorgt wird, so kann es nur kurze Zeit ohne schwere Schädigungen überleben. Bis Rettung und Notarzt eintreffen, dauert es trotz gut ausgebautem Rettungssystem durchschnittlich zwischen 8 und 15 Minuten, die einzige Überlebenschance in dieser Zeit ist – Ihre Hilfe.
In Österreich sterben pro Jahr 15.000 Menschen an plötzlichem Herztod, das sind zehnmal mehr Menschen als bei Verkehrsunfällen (Quelle: http://www.kfv.at) ums Leben kommen. In den meisten Fällen könnten durch sofortiges Handeln von gut ausgebildeten Ersthelfern die Betroffenen überleben.
Nur 23 % der Österreicher würden „auf jeden Fall“ erste Hilfe leisten, 32 % „eher doch“ (Quelle: Market 2010). In Wirklichkeit sind diese Zahlen - fragt man Rettungssanitäter und Notärzte - jedoch deutlich geringer. Das Rote Kreuz geht von ca. 10 % aus, die auf der Straße stehen bleiben würden, um tatsächlich jemand anderem zu helfen.
Schnelle Erste Hilfe
Nach dem Stellen der Notfalldiagnose Atem-Kreislaufstillstand muss der Ersthelfer (wenn alleine) den Notruf durchführen und sofort mit Herzdruckmassage und Beatmung (Verhältnis 30 HDM : 2 Beatmungen) beginnen. Der Notruf ist deshalb vor Beginn der Maßnahme abzusetzen, damit durch den Rettungs- bzw. Notarztdienst sobald als möglich ein Defibrillator zum Notfallort gebracht wird.
Nachdem der Brustkorb des Patienten freigemacht wurde, wird mit 30 Herzdruckmassagen (HDM) begonnen. Mit durchgestreckten Armen wird die Mitte des Brustkorbes schnell und kräftig eingedrückt. Bei der Herzdruckmassage soll der Notfallpatient unbedingt auf einer harten Unterlage wie zum Beispiel auf dem Fußboden liegen.
Sollten mehrere Helfer vor Ort sein, so beginnt ein Helfer mit HDM und Beatmung, der andere Helfer setzt den Notruf ab und nimmt, wenn unmittelbar vorhanden, einen Verbandkasten und einen Defibrillator mit.
Beatmung
Die anschließenden 2 Beatmungen können beim Erwachsenen sowohl Mund-zu-Mund als auch Mund-zu-Nase durchgeführt werden:
- Beatmungsfolie über Mund und Nase des Patienten legen (Bild Mund zu Mund)
- Neben den Patienten niederknien und Kopf überstrecken, damit die Atemwege frei werden; bei Mund-zu-Mund-Beatmung mit Daumen und Zeigefinger die Nase, bei Mund-zu-Nase-Beatmung mit dem Daumen die Lippen verschließen.
- Notfallpatienten über den leicht geöffneten Mund bzw. über die Nase beatmen. Zur Kontrolle einer ausreichenden Beatmung das Ausströmen der Luft aus der Lunge kontrollieren.
Bei der Beatmung muss das Kinn hochgezogen werden, sobald sich der Brustkorb hebt und senkt ist von einer optimalen Beatmung zu sprechen.
Herzdruckmassage und Beatmung werden so lange durchgeführt, bis
- Der Patient wieder eine normale Atmung hat
- Der Ersthelfer abgelöst wird durch andere Ersthelfer oder Rettungspersonal
- Der Ersthelfer erschöpft ist und außer Stande ist, die Maßnahmen weiter durchzuführen.
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